Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
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Teichmühle Steinwiesen
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Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

125 Jahre Cäcilia Steinwiesen

04.11.2016 Vereinskultur über drei Jahrhunderte – Festabend im Pfarrsaal gefeiert.

Steinwiesen (sd) 125 Jahre Vereinsgeschichte sind 125 Jahre Höhen und Tiefen, 125 Jahre Freude an der Musik und Menschen, die immer wieder aufs Neue den Chorgesang in Steinwiesen hochgehalten haben. Die erste Vorsitzende des Gesangvereins „Cäcilia“ Steinwiesen, Michaela Mattes, ging in ihrer Begrüßung auf den langen Zeitraum ein. Seit der Gründung im Jahre 1891 gab es große technische und gesellschaftliche Veränderungen, zwei Weltkriege wurden überstanden und der Gesang stand wie der Phönix aus der Asche immer wieder auf. Viele haben sich für den Gesang in den letzten 125 Jahren eingesetzt und ihn hochgehalten. Durchhaltevermögen und Einsatz – das zeichnen die Gründerväter des damals als „Lätitia“ gegründeten Männerchores, das zeichnen aber auch die Menschen aus, die nach den Weltkriegen wieder anfingen zu singen. Und das werden auch die Sängerinnen und Sänger des aktuellen Chores brauchen, denn der Rückgang der Anzahl von Chormitgliedern macht auch vor Steinwiesen nicht halt. Eingedämmt konnte diese Entwicklung etwas werden durch den Zusammenschluss mit den „Sängerfreunden“ Nurn im Jahr 2004. Um der Überalterung entgegenzuwirken, muss man öfters neue Wege gehen. „Altes bewahren und Neues ausprobieren. Vor allem aber die Freude an der Musik, am Gesang und der Gemeinschaft fördern, das ist das Ziel für die nächsten Jahre“, betonte Michaela Mattes.

Schirmherr Bürgermeister Gerhard Wunder
Gerhard Wunder dankte dem Gesangverein „Cäcilia“ dafür, dass sie über Jahre hinweg stets den Chorgesang gepflegt und sich an allen weltlichen, kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen beteiligt haben. Er sagte auch all denen Dank, die in den letzten 125 Jahren Verantwortung für den Verein übernommen haben. Die letzten Jahrzehnte hat Walter Klose als Chorleiter den Chor mit viel Herzblut geformt, seit 2014 hat Karina Klaumünzner den Dirigentenstab übernommen und neue Akzente gesetzt. Wunder führte aus, dass hier im Frankenwald die Geschichte und Kultur noch ungleich lebendiger ist als anderswo. Und dazu gehören vor allem Musik und Gesang. Er meinte, dass eine Veranstaltung ohne diese Elemente nicht das wäre, was sie ist, jeder sei von irgendeiner Art und Weise der Musik und des Gesangs angetan, es macht ihm Spaß und Freude. Sie spricht jeden an, egal welches Alter, Herkunft oder Beruf. Und gerade in einer Zeit, wo Materielles scheinbar mehr zählt als ideeller Einsatz für die Allgemeinheit, zeigen die Sänger und Sängerinnen ein Beispiel für gelebte Demokratie und Ehrenamt. Denn nur durch das ehrenamtliche Engagement kann eine Gesellschaft funktionieren. Deshalb sollen auch der Staat und die Kommunen hier Verantwortung übernehmen und das Ehrenamt unterstützen. „Das Ehrenamt bringt jedem etwas. Persönlich und für die Gemeinschaft, der Umgang mit den Menschen lässt einem auch die menschliche Wärme wieder spüren und ein wenig Anerkennung hat noch niemanden geschadet“, hielt Schirmherr Gerhard Wunder fest.

Blick in die Vereinschronik
Walter Schmittdorsch gab in seiner lockeren Weise einen kleinen Einblick in die Vereinschronik. Angefangen vom Gründungsjahr 1891, in dem einige geschichtliche Ereignisse die Welt bewegten. Zum Beispiel begann der Bau der Transsibirischen Eisenbahn, Otto Lilienthal führte die ersten erfolgreichen Flugversuche durch und die Rentenversicherung wurde eingeführt. Durch die zunehmende Industrialisierung hatten die Menschen nun etwas mehr Zeit, um sich angenehmen Dinge wie dem Gesang zu widmen. Auch die Gründung des Männergesangvereins „Lätitia“ fiel in diese Zeit, leider sind viele Unterlagen in den Kriegen verloren gegangen. Nach dem ersten Weltkrieg lebte die Idee des Chorgesangs 1921 vom alten „Schuhmichel“ Michael Kuhnlein unter dem Namen „Cäcilia“ wieder auf. Seit der Gründung waren es die Lehrer, die die Chorleitung inne hatten. „Anscheinend ist dies in Steinwiesen so der Brauch. Walter Klose war jahrzehntelang Chorleiter und auch er ist Lehrer“, veranschaulichte Schmittdorsch. Der Chorgesang ist im Wandel, es gibt aber immer wieder Projekte, die alle ansprechen. So wie das Wirtshaussingen oder das Singen in kleinen Gruppen. Die Vereinsstruktur wird sich sicher in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ändern. Aber es kann auch viel Neues daraus entstehen. Nur eines bedauerte Schmittdorsch, dass in den Schulen der Musikunterricht und der Gesang keine große Rolle mehr spielt. „Viele Kinder können gar nicht mehr singen, schon gar nicht im Chor“, sagte Schittdorsch.

Festansprache Günter Freitag, Vorsitzender des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels
Günter Freitag würdigte die Leistungen der Sänger und Sängerinnen des Gesangvereins „Cäcilia“ bzw. der Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn. Gerade die ehrenamtliche Arbeit in den vergangenen 125 Jahren hat das Kulturelle in Steinwiesen geprägt. Es gibt viele Veränderungen im Zeichen des demographischen Wandels, deshalb ist so ein Ehrenamt keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit Michaela Mattes hat in Steinwiesen eine engagierte Frau im Jahr 2012 das Zepter übernommen, die nicht nur in ihrem Heimatort Verantwortung übernimmt, sondern auch die stellvertretende Vorsitzende des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels ist. Freitag führte aus, dass man bereits 40 Kindertagesstätten im Sängerkreis für kindgerechtes Singen ausgezeichnet wurden. Aber die neue Bildungspolitik sieht hier keinen Bedarf mehr. Deshalb gibt es im Kreis Coburg bereits ein Pilotprojekt, wo ausgebildete Chorleiter für Kinder an die Grundschulen gehen und hier sängerische Arbeit leisten. „Das Chorsingen hat Auswirkungen auf das gesundheitliche Wohlbefinden vor allem im psychischen Bereich und stellt das Gleichgewicht im Menschen wieder her“, bekräftigte Günter Freitag und schloss mit einem Herzlichen Glückauf für die Zukunft.

Grußworte und Geschenke
Der Zusammenhalt der Vereine und Organisationen in Steinwiesen zeigt sich immer wieder bei Vereinsjubiläen. So konnte auch zum 125-jährigen des Gesangvereins „Cäcilia“ Jürgen Feil im Namen folgender Vereine die Glückwünsche und Geldgeschenke überbringen: SRK Steinwiesen, Tennisclub Grün-weiß, Frankenwaldverein, Faschingsgesellschaft, BRK-Bereitschaft, DLRG, SPD Ortsverein, CSU Ortsverein, Musikverein, RV Concordia, Sportverein und FC-Bayern Fanclub.

Alfred Kremer, Gebietsdirektor der Sparkasse Kulmbach-Kronach, überbrachte die Glückwünsche und meinte, dass man ehrenamtliche Unternehmungen wie Vereine gerne unterstütze. Er überreichte einen Scheck über 500 Euro, der als Zuschuss für die Anschaffung eines Stagepianos gedacht ist. Auch die Raiffeisenbank Kronach-Ludwigsstadt hatte im Vorfeld die Arbeit des Gesangvereins mit einer kleinen Geldspende unterstützt.
Eine Überraschung gab es, als die Vorsitzende der „Sängerfreunde“ Nurn, Elisabeth Daum, das Geschenk des Patenvereins Nurn überreichte. Ein gesticktes Fahnenband wird nun die Fahne der „Cäcilia“ zieren. Fähnrich Wolfgang Richter versprach, es bereits am Festgottesdienst der Öffentlichkeit zu präsentieren, was er auch getan hat.

Weitere Grußworte überbrachten Andreas Reißig vom Musikverein Neufang, Irene Kuhnlein vom Patenverein „Cäcilia“ aus Nordhalben sowie Bernhard Zipfel, Vorsitzender der Sängergruppe Frankenwald.

Umrahmt wurde der Festabend von der Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn unter der Leitung von Karina Klaumünster mit dem Festhymnus und der Abschiedshymne. Anschließend unterhielt das Duo Viktor und Helena Neuwert aus Nordhalben die Gäste.

Am Sonntag früh fand die Kirchenparade mit den örtlichen Vereinen ab Gasthof Grüner Baum statt. Im Festgottesdienst ging Pfarrer Richard Reis auf das Jubiläum des Gesangvereins „Cäcilia“ ein. Er sagte ein herzliches Vergelt`s Gott für die Bereicherung bei vielen kirchlichen Anlässen durch den Gesang. Den Gottesdienst umrahmte die Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn.

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Fähnrich Wolfgang Richter bewundert das neue Fahnenband, das der Patenverein „Sängerfreunde Nurn“ zum 125-jährigen Jubiläum überreicht hat. Rechts Vorsitzende Michaela Mattes





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