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Auch in Eibenstock wurde die Teilnehmerkarte von Kerstin Kuhnlein gestanzt

162 km, 9 Gipfel und 4.400 Höhenmeter

21.07.2020 der Stoneman Miriquidi ist pure Mountainbike-Emotion.

Fotos: privat
Stolz präsentieren Uwe und Kerstin Kuhnlein ihren „Goldstein“ im Stoneman Miriquidi

Auch ohne Wettkampfmodus die Königsdisziplin in Gold beim Stoneman Miriquidi geholt – Uwe und Kerstin Kuhnlein bezwangen die Strecke in 10 Stunden und 37 Minuten

Steinwiesen/Erzgebirge (sd) Auch die zahlreichen Rennen für Uwe und Kerstin Kuhnlein fielen in diesem Jahr dem Corona-Virus zum Opfer. Doch wer die beiden kennt, weiß, dass sie sicher nicht untätig zu Hause sitzen oder einfach so in der Gegend mit ihren Rädern herumfahren.

Zwar besteht noch die Möglichkeit, dass die World Games of Mountainbiking in Saalbach im September stattfinden, aber die beiden suchten und fanden eine Herausforderung, die auch ohne Konkurrenz an einen Wettkampf erinnert. Die Sprache ist vom Stoneman Miriquidi. Drei verschiedene Trophäen gab es da zu holen, die Strecke in einem Tag ist Gold, in zwei Tagen Silber und in drei Tagen noch Bronze. Doch die beiden wollten sich gleich an die Königsdisziplin Gold wagen.

Die offizielle Strecke geht eigentlich durch das Erzgebirge und Tschechien. Da diese aber wegen Corona nicht befahrbar ist, wurde kurzerhand eine nicht weniger anspruchsvolle „Corona Stoneman Strecke“ auf die Beine gestellt, die nur durch Sachsen in Deutschland verläuft, wobei neun der höchsten Gipfel des Erzgebirges befahren werden. Am Sonntag, 12. Juli, früh ging es in Rittersgrün um 06.10 Uhr los. Die „sommerlichen“ Temperaturen von 3,9 Grad ließen Uwe und Kerstin frösteln, denn sie hatten eigentlich mit ihrer Radkleidung kurz/kurz mit Armlingen ziemlich optimistisch gedacht. Anders als die offizielle Strecke ist die Corona-Strecke wie eine 8 angelegt. Rittersgrün lag in der Mitte und war Ausgangs-, Mittel- und Endpunkt zugleich, was für die Verpflegung mit Essen und Trinken am Auto sehr günstig war.

Los ging es zur ersten Station, dem Trailcenter Rabensberg auf 913 m mit anschließender Downhillstrecke ins Tal. Wieder ging es hinauf auf 658 m zur Talsperre Sosa. Bergan und bergab ging die Route, der dritte Berg war der Eibenstock mit 631 m bevor man den Auersberg mit 1019 m bezwang. Endlich hatte man wieder Rittersgrün erreicht, konnte sich stärken und den zweiten Teil der liegenden Acht bewältigen. Hoch auf den Fichtelberg, mit 1215 m der höchste Berg in Sachsen, weiter über den Bärenstein mit 848 m und dann die gefürchtete Bobbahn den Pöhlberg mit 834 m hoch. Am Ende der Strecke lag der Scheibenberg mit 807 m, von dem aus es wieder hinunter nach Rittersgrün ging. Talsperren, Wasserfälle und ein naturnaher Badegarten, sanfte Wurzelteppiche und flowige Singletrails begeistern Profi und Amateurradler.


Alle Berge gefahren, bei allen Stationen gestanzt – die Karte von Uwe und Kerstin Kuhnlein

Die ganze Strecke ist ein einziges auf und ab mit insgesamt 18 Anstiegen, wobei an 9 Bergen jeweils eine Stempelstation ist, wo die Stoneman Karte gestanzt werden muss, um später zu beweisen, dass alles gefahren wurde. Da es sich um eine MTB Strecke handelt, fuhren die beiden natürlich meistens auf Wald und Wiesenwegen. „Die Strecke war anspruchsvoll, aber gut befahrbar und unsere Beine machten gut mit“, sagt Kerstin Kuhnlein.

Trotz Wettkampfmangel und Rennen sind die beiden topfit. Und der innere Schweinehund wurde auch ohne Wettkampfmodus bestens überwunden. Nach 10 Stunden und 37 Minuten Fahrzeit erreichten sie ihr Ziel in Rittersgrün und konnten ihre Goldsteine in Empfang nehmen. Ein tolles Erlebnis, aber beide hoffen doch, dass im nächsten Jahr wieder „normale“ Rennen stattfinden können, denn ohne ist es doch schwer, sich für das Training zu motivieren.


Wie eine 8 zeigte sich die Strecke durch das Erzgebirge


Kategorien: Sport, Freizeit