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Anbindung an das Altenheim St. Elisabeth

02.09.2020 Dr. Björn Theuerkauf nimmt an der Onlinesprechstunde teil.

Steinwiesen (sd) Wieder wurde ein Mosaiksteinchen in der Gesundheitsversorgung des Oberen Rodachtals eingesetzt. Nun sind auch die Patienten von Dr. med. Björn Theuerkauf in Steinwiesen im Altenheim Wallenfels mit ihrem Hausarzt in der Onlinesprechstunde vernetzt. Diese Onlinesprechstunde wird im Caritas Altenheim St. Elisabeth in Wallenfels seit fast zwei Jahren mit großem Erfolg durchgeführt.

Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie war und ist sie eine Beruhigung für die Bewohner und Patienten und eine Bereicherung im Gesundheitswesen des Oberen Rodachtals. Bisher hat nur der Arzt Dr. Vorisek aus Nordhalben, sowie teilweise die Gemeinschaftspraxis Voigt aus Wallenfels diese Möglichkeit genutzt. Nun steigt auch Dr. Theuerkauf aus Steinwiesen in dieses bewährte Projekt ein.

Was mit einem Projekt begann, das von Oberfranken Offensiv über „Gesellschaft 4.0 Digitales Land - digitale Kommune“ gefördert wurde, ist seit fast zwei Jahren ein standardisierter Prozess im Caritas Altenheim in Wallenfels. Wie wertvoll der Einstieg in die Digitalisierung tatsächlich war und ist zeigte sich aktuell im Pandemiefall Covid 19. Die Bewohner des Altenheimes waren aufgrund der vorgegebenen Beschränkungen über mehrere Wochen von dem gewohnten Hausarztbesuch abgeschnitten. Dies galt nicht für die Patienten von Dr. Vorisek, der das Projekt von Anfang an aktiv begleitet hat und auch ohne Honorarzahlung die „Onlinesprechstunde“ praktizierte. Dieses Engagement von Seiten Voriseks und des Caritas Altenheims St. Elisabeth kam den Bewohnern, ihren Angehörigen und den Pflegekräften in einer Zeit zu Gute, die von allen viel Kraft erforderte und Einschnitte im täglichen Leben zur Folge hatte. Gerade alte Menschen brauchen den Kontakt zu IHREM Hausarzt, das gibt gefühlte Sicherheit und beruhigt. Eine stabile seelische Gesundheit hält gesund und unterstützt Gesundung.

Doch wie funktioniert so eine Onlinesprechstunde? Richtig und wichtig ist, dass alte Menschen keine Angst vor der Technik und keine Scheuhaben, über „den Computer“ mit Ihrem Arzt zu sprechen. Beim Arztgespräch ist immer eine Pflegekraft anwesend und berichtet über den Zustand, unterstützt den Bewohner bei der Antwort und liefert dem Arzt Informationen, die eine Diagnose absichern können, wie z.B. Hautzustand, Geruch, psychische Verfassung. Dafür braucht es einen vertrauensvollen Umgang zwischen Arzt und Pflegekraft auf Augenhöhe. Nun kann der Arzt erkennen, ob eine akute Gesundheitsgefährdung vorliegt, ob er selbst bei dem Patienten vorstellig werden oder dieser in ein Krankenhaus eingeliefert werden sollte. Es wird so aber auch ermöglicht, unnötige Klinikaufenthalte zu vermeiden oder noch hinauszuzögern, Fahrten von Arzt zum Patienten zu verringern und am Ende dem Arzt per Computer mehr Zeit für den Patienten zu bringen. Es werden Rezepte angefordert und Termine für eine individuelle Sprechstunde geplant. Und was eigentlich das Wichtigste ist, der Arzt sieht den Patienten und dieser seinen Hausarzt. So ist das Vertrauensverhältnis leichter aufgebaut als nur am Telefon.

Eva Maria Müller vom Caritasverband Kronach dankte neben Dr. Theuerkauf auch dem Projektleiter Matthias Fischer von Oberfranken Offensiv für die Möglichkeit der schnellen Umsetzung dieser Onlinesprechstunde. Hier sieht man, Digitalisierung kann auch schnell gehen, wenn ALLE WOLLEN und KÖNNEN. Sie betont, wie gut es war, Dr. Theuerkauf für das Projekt zu gewinnen. „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten wieder mit deutlichen Einschränkungen leben müssen und dafür sollten wir gerüstet sein.“. Der Caritasverband Kronach hat neben der Onlinesprechstunde, die bereits zu einem Normalzustand geworden ist, noch einige Projekte wie DigiORT und TUPF, die beide die medizinische Versorgung der Menschen sichern können.

Steinwiesens Bürgermeister Gerhard Wunder meinte, wie wichtig es sei, als Kommune bei dieser Digitalisierung dabei zu sein. „Wir müssen hier das Angebot für die Zukunft sicherstellen, denn es bringt viel Erleichterung für die Patienten, ihre Angehörige und das Heim.“ Für ihn steht fest, dass das Obere Rodachtal auch in dieser Hinsicht gut zusammenarbeiten wird. „Wir halten zusammen“, bekräftigt Wunder. Natürlich soll und kann ein Computer, mag das Programm noch so gut sein, den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patienten nicht ersetzen. So betont Dr. Björn Theuerkauf. Aber manchmal schafft es einfach mehr Zeit für den einzelnen Patienten. „Ich bin auch in Staffelstein erreichbar, wenn ich mal nicht in der Praxis bin, das Programm wurde auch auf meinem Handy eingerichtet“, sagt der Arzt. Es wird natürlich auch weiterhin feste Zeiten für Besuche im Altenheim geben, aber die vielen einzelnen Fahrten zwischendurch kann die Onlinesprechstunde wirklich erheblich verringern.

Und hier noch eine Info an die Patienten, Bewohner und Angehörige. Leider ist es nicht möglich, Patienten anderer Hausärzte den Zugang zur Onlinesprechstunde zu ermöglichen. Ausschließlich Dr. Theuerkauf und Dr. Vorisek als auch die Praxis Voigt aus Wallenfels kann kontaktiert werden. Alle Patienten, die einen anderen Hausarzt haben, müssten diesen wechseln, vorausgesetzt die oben genannten Ärzte haben Kapazitäten frei. Auch um den Datenschutz und die Datensicherheit muss man sich keine Gedanken machen. Die Videoaufnahmen werden nicht gespeichert und die Daten nicht auf dem Server sondern gesondert abgelegt. Das System ist auch zertifiziert und somit bei der Krankenversicherung gelistet, sodass die Ärzte Onlinesprechstunden auch regelmäßig abrechnen können. Eingerichtet hat die komplette Software der Projektpartner „Awesome Technologies Innovationslabor“ aus Würzburg, vor Ort war hier Christian Wolz.

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