Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
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Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Beliebte Urlaubsvertretung feiert Priesterjubiläum

02.09.2020 Pfarrer Eusebius Onyeche seit 25 Jahren im Dienste des Herrn.

Steinwiesen (sd) 25 Jahre Priester heißt, 25 Jahre im Dienste Gottes und der Menschen zu stehen. Silbernes Priesterjubiläum zu feiern, ist für jeden Pfarrer ein Grund, dankbar und froh zu sein.

So auch für den „Aushilfspfarrer bzw. Urlaubsvertretung“ Pfarrer Eusebius Onyeche. Der Nigerianer, der seit vielen Jahren in Belgien lebt und wirkt, freute sich, dass er hier in Steinwiesen und im gesamten Oberen Rodachtal sein Jubiläum feiern konnte und durfte. Im Oberen Rodachtal, besonders in der Pfarrei Steinwiesen ist der Priester kein Unbekannter. Bereits seit neun Jahren übernimmt er hier die Urlaubsvertretung im August für Pfarrer Richard Reis. Nachdem er aus Belgien einreiste, war dies glücklicherweise in Corona-Zeiten möglich gewesen. In diesem Jahr pendelte er im gesamten Rodachtal, wo er gebraucht wurde. So begeisterte er auch die Gläubigen in Wallenfels mit allen Filialen und Nordhalben.

Wenn Pfarrer Eusebius Onyeche erzählt, wie er zum Priestertum gekommen ist, sind viele Emotionen im Spiel. Schon früh hat der Junge aus Nigeria gewusst, dass er in den Dienst Gottes treten will. Deshalb wurde er auch so bald wie möglich Ministrant. Eusebius wurde als fünftes Kind von 11 Geschwistern am 22. Februar 1967 in Nigeria geboren. Nach der Schule bestand er die Aufnahmeprüfung für das Priesterseminar und trat in das Knabenseminar ein. „Es hat 14 Jahre gedauert und es gab viele Herausforderungen für mich, doch ich habe es geschafft“, sagt Abbé Eusebius stolz. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium empfing er am 26.08.1995 in seiner Heimat-Diözese Orlu die Priesterweihe. Sein weiterer Weg führte ihn schließlich nach Belgien, wo er mittlerweile seit 17 Jahren in der Diözese Namur als Priester wirkt. In der secteur paroissial (Seelsorgeeinheit) "Arc-en-ciel" um die Gemeinde Houffalize (zu deutsch: Hohenfels) ist er für die Orte Dinez (St. Urbain), Nadrin (Ste Marguerite) und Wibrin (Sts Pierre et Lambert) zuständig. Seiner Heimat Nigeria fühlt er sich noch immer sehr verbunden, besonders seinen hochbetagten Eltern, seine Mutter ist schon über 80 und sein Vater fast 90 Jahre alt, die er im Januar das letzte Mal besuchen konnte.

Pfarrer Richard Reis war stolz darauf, dass Pfarrer Eusebius jedes Jahr gerne wieder nach Steinwiesen kommt. Besonders freute ihn, dass er seinen Weihetag am 26. August in der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“ feierte. Reis bezeichnete ihn als unermüdlichen Arbeiter im Weinberg des Herrn und gratulierte zu 25 Jahren im Priestergewand. Er stellte den Jubilar unter den Segen des allmächtigen Gottes und der Gottesmutter Maria und seines Namenspatrons, des heiligen Eusebius von Vercelli, dessen Namenstag am 2. August gefeiert wurde. Kirchenpfleger Walter Schmittdorsch dankte Abbé Eusebius dafür, dass er bereits seit neun Jahren aushilft. Er erinnerte an die erste Heilige Messe, als der Pfarrer am Morgen laut fragte „Haben sie gut geschlafen“ und jeder erschrocken schaute. „Doch jetzt warten die Gläubigen schon darauf, das von ihm zu hören und darauf zu antworten“, sagte Schmittdorsch lächelnd. Lange schon ist er allen Gläubigen ans Herz gewachsen, vor allem wenn er mit dem Rad oder zu Fuß in seinem bunten Kaftan den Ort durchstreift. Unvergessen sind jedes Jahr die emotionalen Augenblicke, wenn er beim Abschlussgottesdienst ein Lied aus seiner Heimat singt und alle Gottesdienstbesucher animiert, mit zuklatschen und mitzusingen. Deshalb hatte der Kirchenpfleger eine Überraschung parat und spielte eine CD mit dem „Vater unser“ in der Landessprache Kiswahili ab. Pfarrer Eusebius revanchierte sich mit einem Lied aus seiner Heimat, diesmal nicht nur am Abschlussgottesdienst.

Den Gottesdienst umrahmten Carina Höhn und Yvonne Kremer mit ihren Klarinetten. Bei ihren Liedern „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Leise sinkt der Abend nieder“ und „Die letzte Rose“ hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Die Lesung und die Fürbitten trug Pfarrgemeinderatsvorsitzender Klaus Wunder vor. Nach dem Gottesdienst gab es auf dem Kirchenvorplatz einen kleinen Stehempfang, der für zahlreiche Gespräche genutzt wurde. Auch in den anderen Pfarreien wurde das Jubiläum gefeiert. So spielte in Nurn bereits schon am Dienstag nach der Messe die örtliche Blasmusik.

Kategorien: Kirche