Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Bürgerversammlung Steinwiesen 2016

18.11.2016 Ärger über zu viel Laub im neuen Friedhof und viele Fragen zum Hotelkomplex waren wichtige Diskussionsthemen bei der Bürgerversammlung.

Steinwiesen (sd) Ihren Ärger über das viele Laub im neuen Friedhof machte Christa Mielke im Namen vieler Betroffenen Luft. Aufgrund der vielen eng stehenden Bäume im hinteren Teil des Friedhofs ist es fast nicht möglich, dem herabfallenden Laub Herr zu werden. „Der Friedhof soll doch ansehnlich sein und nicht so zugelaubt wie momentan. So schnell kann man das Grab ja gar nicht von den Blättern befreien“, ärgerte sich Christa Mielke. Seitdem der Friedhof angelegt und die Bäume gepflanzt wurden, ist nichts mehr gemacht worden. Kein Ausschnitt der Bäume und nicht nur im Herbst sind die hochgewachsenen Bäume ein Ärgernis. Seit langem renne man hier gegen eine Wand, es werde einfach nichts dagegen getan. Bürgermeister Gerhard Wunder beschwichtigte die anwesenden Betroffenen. Der Friedhof sei von seinem Vorgänger Reinhold Renk geplant und angelegt worden. Bäume seien darin vorgesehen. Sollte es sich jedoch herausstellen, dass Gefahr von einem Baum ausgeht, werde selbstverständlich gehandelt, ausgeschnitten und als letzte Möglichkeit auch gefällt. „Vor allen Dingen bei der Kreuzigungsgruppe besteht Handlungsbedarf. Ich habe das beim Friedhofsgang auch bemerkt“, gab Wunder zu und versprach, dass man sich die Sache anschauen werde. Kopfschüttelnd meinte Christa Mielke zum Schluss, dass so eine Planung nur ein Mann hatte machen können.

Ein heikles Thema griff Winfried Beierlorzer auf, der Klarheit in Bezug auf das Aparthotel wollte. So ganz schlau sei man aus dem Zeitungsbericht nicht geworden. „Welche Funktion hat denn der Bob Neubeck nun im Hotel“, wollte auch Evi Kolb wissen. Bürgermeister Gerhard Wunder erklärte, dass es viele Verhandlungen und Diskussionen gegeben habe und die Parteien Stillschweigen darüber vereinbart hatten. Der Knackpunkt war das Erbbaurecht, das 1987 durch einen Vertrag mit der Familie Neubeck geschlossen wurde. Diese durften die Bettenhäuser auf Gemeindegrund bauen, allerdings ausschließlich zur gewerblichen Nutzung für den Fremdenverkehr. Bis 2087 zahlt die Familie einen jährlichen Erbpachtzins an die Gemeinde. Wenn nun die Bettenhäuser zwangsversteigert worden wären, wäre dieser Zins weggefallen und die Gemeinde hätte keinen Einfluss auf die Nutzung gehabt. „Es war ein sogenannter Altvertrag, da hätten wir keine Chance gehabt. Wir hätten das Erbbaurecht zurückkaufen müssen und zwar zu einem enormen Preis von ca. 800.000 Euro. Dies konnten wir abwenden, indem wir nach vielen Verhandlungen erreicht haben, das Erbbaurecht zum momentanen Gebot von ca. 400.000 Euro zurückkaufen zu können“, erklärte Wunder. Es sei ein sehr sensibles Thema und müsse noch im Gemeinderat beschlossen werden. Aber nur so könne gewährleistet werden, dass die touristischen Zwecke im Mittelpunkt stehen. Bob Neubeck sei nach wie vor der Pächter des gastronomischen Bereiches im Hotel und Ansprechpartner. „Wenn alles geklärt ist, geben wir eine Pressekonferenz“, versprach Wunder.

Die unmögliche Halte- und Parksituation vor allem im Bereich der Raiffeisenbank Steinwiesen prangerte Lothar Höhn an. Es werde dort bis direkt zur Einmündung der Gasse in Richtung Rathaus wild durcheinander geparkt, von oben und unten. Es sei manchmal gerade für die LKW kein Durchkommen. „Wenn man den Leuten sagt, so geht es nicht, bekommt man noch Schläge angedroht“, regte sich Höhn auf. „Eigentlich ist dort absolutes Halteverbot“, bestätigte Bürgermeister Wunder. Aber solange niemand kontrolliert…. Die Situation wurde bereits vom Landratsamt begutachtet und von Straßenbauamt Maßnahmen genehmigt. Es ist angedacht, Zickzacklinien aufzumalen und ein Schild aufzustellen. Außerdem sollen die Kontrollen der Verkehrspolizei verstärkt werden.

Sicherheit und Sauberkeit
Evi Kolb regte an, die Ankerbrücke dringend in Augenschein zu nehmen, da sie inzwischen sehr verrostet aussieht. Gerhard Wunder verwies auf die Brückenbegutachtung, die durchgeführt wird. Maria Kochdumper hatte Beschwerden wegen des Hundekots vor allem im alten Friedhof. „Oft wird der Kot einfach mit den neuen kleinen Steinchen zugedeckt“, regte sie sich auf. Bürgermeister Wunder sagte, dass man zwar zusätzliche Tütenspender aufgestellt habe, aber es gibt immer noch unvernünftige Hundehalter, die entweder nichts wegmachen oder die vollen Tüten einfach irgendwohin werfen. Des Weiteren fragte Maria Kochdumper nach, wer die Laubbäume in der Lagerhausstraße so fürchterlich geschnitten hat. Wunder antwortete, dass ein Gärtnermeister da gewesen und den Schnitt angegeben habe. „Wir warten mal ab und schaun, was draus wird“, meinte er. Für Winfried Beierlorzer gab die neue Ortsdurchfahrt und ihre Regenrinnen Anlass zur Sorge. Er meinte, dass jetzt nach einem Jahr die Regenrinnen zunehmend verschmutzen würden. „Es sollte eine Kehrmaschine eingesetzt werden. Man kann sich doch nicht nur auf die Anwohner verlassen“, meinte er. Bürgermeister Wunder sagte, dass es eine Staatsstraße sei und einmal im Jahr vom Straßenbauamt gereinigt werde. Ansonsten gibt es eine Satzung, wo die Anwohner die Gehwege vor ihren Anwesen zu reinigen haben. „Die Gulli macht der Bauhof sauber, aber den Gehsteig und die Rinnen nicht, andere Straßen im Ort machen ja auch die Anwohner sauber“, gab Wunder zu bedenken. Wenn man eine Kehrmaschine anschaffen und sauber machen würde, wäre das ein erheblicher Kostenfaktor, den alle Bürger bezahlen müssten. Er versprach aber, die Sache rechtlich abzuklären, da die Ortsdurchfahrt doch wegen des starken Verkehrs gefährlich sei.

Kathrin Gremer-Schneider fragte an, ob es nicht möglich sei, für die Kinder, die in der Mittelschule in Kronach die Ganztagesschule besuchen, einen extra Bus ohne Umwege einzusetzen. „Die Kinder haben um 15.35 Uhr schulfrei und kommen um 17.00 Uhr nach Hause. Warum, weil der Bus über Wallenfels und sämtliche Ortsteile fährt, bevor er nach Steinwiesen kommt“, bemängelte sie. Gerhard Wunder erklärte, dass man einen Mittelschulbeitrag für jeden Schüler leiste. Enthalten sie jedoch nicht die Schülerbeförderung, die soll die Gemeinde selbst zahlen. „Ich bin der Meinung, dass es eine vernünftige Beförderung geben sollte, wenn wir schon Geld zahlen“, sagte Wunder und versprach, die Sache weiterzugeben.

Bereits im Vorfeld der Bürgeranfragen hatte Bürgermeister Gerhard Wunder die zahlreichen anwesenden Bürger mit Informationen bezüglich der Gemeindepolitik versorgt

Finanzen und Haushalt
Das Haushaltsvolumen 2016 betrug 8.068.900 Euro, dies sind 11,82 % weniger als im Vorjahr. Es ist ein genehmigter Haushalt. Vom Freistaat Bayern wird Steinwiesen Stabilisierungshilfe in Höhe von 450-000 Euro erhalten. Die Schuldenentwicklung war aufgrund der zahlreichen Investitionen wie Kanalarbeiten, Ortsdurchfahrt, Kindergarten Neufang, Straße in Birnbaum und ähnliches gestiegen und beträgt nun ca. 7.000.000 Euro. Die Einwohnerentwicklung hat sich etwas erholt, was sicher auch auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen ist. Mit Stand 1.1.2016 hat Steinwiesen 3515 Einwohner.

Schulsituation
Die Grundschule in Steinwiesen ist gesichert. Mit fünf Klassen und insgesamt 100 Schülern steht die Grundschule ganz gut da. Die neue Ganztagesbetreuung findet guten Anklang. Im Bereich der Mittelschule gibt es noch die 9. Klasse, die in Steinwiesen beschult wird. Im nächsten Jahr wird auch diese Klasse wegfallen. Es ist zu befürchten, dass die hohen Übertrittszahlen die Bildung einer fünften Klasse unmöglich machen.

Kindergärten in Steinwiesen und Neufang
Die Kinderbetreuung ist in der Großgemeinde Steinwiesen gesichert. In Steinwiesen gibt es 60 Regelplätze, sechs integrative Kinderplätze sowie 18 Krippenplätze. In Neufang 30 Plätze für Regelkinder und 18 für Krippenkinder. In 2016 werden folgende Zuschüsse an die Kindergärten vom Markt Steinwiesen gezahlt: Steinwiesen 228.666 € und Neufang 122.279 €. Die Zuschüsse erhöhen sich hier kontinuierlich jedes Jahr.

Erlebnisbad
Das Erlebnisbad ist die größte gemeindliche Einrichtung und gleichzeitig auch das Sorgenkind. Die Besucherzahlen gingen im Jahr 2015 leider weiter nach unten und ein Defizit von 300.000 Euro ist oftmals schwer zu bewältigen. „Wir wollen aber alles tun, um das Erlebnisbad auf jeden Fall aufrecht zu erhalten“, versprach Bürgermeister Gerhard Wunder. Für die Vereine gibt es wieder die Möglichkeit, verbilligte Eintrittskarten zu Preis von 3,00 Euro pro Karte zu erwerben.

Tourismus
Die drei Bürgermeister des Oberen Rodachtales haben hier die Vorstandschaft des Tourismusverbandes übernommen. Das oberste Ziel wird sein, die Tourismuskonzepte entsprechend umzusetzen und alles zu versuchen, damit die Übernachtungszahlen in der Region wieder ansteigen.

Städtebauförderung
Nachdem der Fördersatz bei 90% liegt, er kann eventuell sogar bis 100% steigen, werden für 2017 einige Projekte in Aussicht gestellt. Der Umbau des alten Rathauses, die energetische Sanierung der Kulturhalle und der Ausbau des Rad- und Fußweges vom Erlebnisbad bis zur Dorfmitte auf dem alten Bahndamm stehen hier ganz oben auf der Liste.

Kirchplatz
Der Platz zwischen Kirche und Pfarrheim wird neu gestaltet und befindet sich in der Endphase der Fertigstellung. Von den insgesamt 208.000 Euro förderfähigen Kosten muss der Markt Steinwiesen 83.200 Euro selbst tragen. Leider gibt es von der Oberfrankenstiftung dafür keinerlei Förderung. Zusammen mit der Neugestaltung des Rathauses wird dann die Ortsmitte, das Wohnzimmer des Ortes, endgültig im neuen Glanz erstrahlen. Erstrahlen soll auch die Kapelle an der Kronacher Straße. Auch sie wird aus Eigenmitteln renoviert, auch hier gab es keine Förderung durch die Oberfrankenstiftung.

undefined
Die ersten Steine wurden bereits gesetzt. Nun darf nur das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machen

Vereine halten zusammen
Auch in Steinwiesen Ort halten die Vereine fest zusammen. Gezeigt hat sich das beim ersten Straßenfest im August, das zugunsten der Bestuhlung in der Turnhalle stattfand. Der Erlös des Festes, Spenden und ein zinsloses Darlehen der Weismainer Brauerei, das über den Getränkeverkauf in der Kulturhalle finanziert wird, wurden nun zur Finanzierung verwendet. Die Stühle und Tische sind bereits bestellt.

Zukunftsaussichten
Es gilt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die aufgestellte Prioritätenliste nach und nach abzuarbeiten. Die in der Klausurtagung erarbeiteten Projekte können dank einer erhöhten staatlichen Förderung auch finanziert und angegangen werden. „Der Markt Steinwiesen hat sich auch im Jahr 2016 wieder ein Stück weiter nach vorne entwickelt“, betonte Wunder. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte der Bürgermeister allen ehrenamtlich tätigen Gemeindebürgern, die in Vereinen und Organisationen Vorbildliches für ihre Mitmenschen leisten. „Eine erfolgreiche Gemeindeentwicklung ist nur mit einer aktiven Bürgerarbeit möglich“, bekräftigte er.



Kategorien: Rathaus