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Sie sind auch dabei – die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen ist „GastfreundlIch“

Bürgerversammlung Steinwiesen 2019

21.11.2019 Digitales Gesundheitsdorf, Kommunalmarketing und viele Anfragen der Bürger gab es in diesem Jahr.

Fotos: Susanne Deuerling
Andreas Hamper vom Fraunhofer Institut informiert über das Digitale Gesundheitsdorf, links Bürgermeister Gerhard Wunder

Bürgermeister Gerhard Wunder hat die zahlreichen anwesenden Bürger mit Informationen bezüglich der Gemeindepolitik versorgt

Steinwiesen (sd) Erfreulicherweise konnte Bürgermeister Gerhard Wunder darüber berichten, dass Steinwiesen Heimatdorf 2019 geworden ist und dass es in diesem Jahr viele Ehrungen und Auszeichnungen von Steinwiesener Bürgern gegeben habe. Vor allem auch im überregionalen Bereich.

Stabilisierungshilfen wurden mit 350.000 Euro erhalten, hier ein Dank an den Freistaat Bayern. Auf der Homepage des Marktes Steinwiesen gibt es einige Neuerungen, die zu nutzen sind, z.B. die Immobilienbörse mit Angeboten an Häusern und Grundstücken. Die Arbeitsplatzsituation in der Gemeinde sei erfreulicherweise seit 2009 von 649 auf 751 Arbeitsplätze gestiegen. Die Besucherzahlen im Erlebnisbad gingen auch etwas nach oben, was sehr erfreulich ist.

Finanzen und Haushalt
Das Haushaltsvolumen 2019 betrug 9.160.300 Euro, dies sind 3,12 % mehr als im Vorjahr. Es ist ein genehmigter Haushalt. Die Einwohnerentwicklung ist weiterhin etwas rückläufig, mit Stand vom 01.11.2019 betrug die Einwohnerzahl 3.441.

Schulsituation
Die Grundschule in Steinwiesen ist gesichert. Mit vier Klassen und insgesamt 88 Schülern steht die Grundschule ganz gut da. In einem Investitionsprogramm wird der Innenhof sowie der Hartsportplatz saniert und gleichzeitig ein weiterer Eingang Richtung Blumenstraße geschaffen. Somit besteht die Möglichkeit, bei weiter zurückgehenden Schülerzahlen, die Gebäude sinnvoll zu trennen und andere Nutzungsalternativen zu ermöglichen.

Kindergärten in Steinwiesen und Neufang
Die Kinderbetreuung ist in der Großgemeinde Steinwiesen gesichert. In Steinwiesen gibt es 60 Regelplätze, sechs integrative Kinderplätze sowie 18 Krippenplätze. In Neufang 30 Plätze für Regelkinder und 18 für Krippenkinder. In 2018 wurden 368.667 Euro an Zuschüssen an die Kindergärten vom Markt Steinwiesen gezahlt.

Im Bereich Tourismus
Mit dem Walderlebnisprogramm wurde ein neuer Weg des Tourismus eingeschlagen und soll auch weiter ausgebaut werden. Das Programm wurde von den Gästen aber auch von der heimischen Bevölkerung gut angenommen. Durch die neue gute Zusammenarbeit mit Wagner’s Hotel steigen die Übernachtungszahlen auch langsam wieder an.

Zukunftsaussichten
Es gilt in erster Linie, die Grundversorgung sicherzustellen. Die Stärken müssen weiter herausgearbeitet werden, dies kann nur durch ein Miteinander, einen Zusammenhalt der Gesellschaft, Vereinen und Gruppen erreicht werden. Im Bereich der Förderoffensive Nordostbayern wurden und werden zahlreiche Projekte in allen Ortsteilen in Angriff genommen. Auch für die alte Turnhalle wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt und es ist nun ein Wettbewerb ausgeschrieben. Bis Ende 2022 soll die Halle in neuem Glanz erstrahlen. In Angriff wird auch der Platz Pfarrer Bayer Straße 1 mit dem Umfeld und der Kreuzung zur Blumenstraße. Das Freibad, gemeindliche Mietwohnungen und das neue Fahrzeug der FFW Steinwiesen werden ebenfalls ein Thema in diesem Jahr sein.

Mit dem Kommunalmarketing wurden klare Ziele für die Zukunft Steinwiesens erarbeitet. Die Schwerpunkte liegen hier auf der Schaffung von Wohnraum, die Tourismusentwicklung sowie die Unterstützung der Vereine. Deshalb hatten Margarita Volk-Lovrinovic und Sabine Nuber einen Infostand mit dem Slogan „Gastfreundl!ch“ aufgebaut und verteilten Fragebögen, um die Meinungen und Probleme der Bürger zu erfassen.

Digitales Gesundheitsdorf
Andreas Hamper vom Fraunhofer Institut stellte kurz das Digitale Gesundheitsdorf vor. Gerade in der Zeit des möglichen Ärztemangels ist es sinnvoll, mögliche Untersuchungen wie Blutdruckmessung, Gewichtsüberwachung oder Schlafüberwachung von zuhause aus durchzuführen. Im eigenen Haus befindet sich der Computer, der mit einer Kommunikations- und Vernetzungsplattform verbunden ist und so die Daten an den Hausarzt, Ehrenamtliche und den Pflegedienst weiterleitet, je nachdem wer gebraucht wird. Im nächsten Jahr sollen auch ausgewählte Haushalte in Steinwiesen in das Projekt eingebunden und technische Assistenzsysteme installiert werden. Alle Bürger können Teil des Projektes werden. Dazu gab es eine schriftliche Umfrage im Mitteilungsblatt. Wer Interesse hat, kann sich bei Martina Simon vom Fraunhofer Institut melden, Telefon 0911-580619589 oder per email martina.simon@scs.fraunhofer.de.


Nachdem Bürgermeister Gerhard Wunder die anwesenden Bürgerinnen und Bürger informiert hatte, war noch Zeit für die Fragen der Anwesenden:

Susanne Michel lobte die Bademeister und Verantwortlichen des Freibades, in diesem Jahr hat alles gestimmt, die Wassertemperatur und die Betreuung waren einfach gut.

Reinhard Beierkuhnlein fragte wegen der enormen Wildschäden nach, die sich oben in der Rögnitz befinden. Er fragte nach, wie es mit Ausgleichszahlungen aussieht und wer diese zahlt. Bürgermeister Wunder erklärte, dass die Gemeinde hier nicht haftbar zu machen ist. Für die Kosten kommen unter anderem die Jagdpächter auf. Dies sei durch Verträge geregelt. Wildschäden müssen von den Eigentümern in der Gemeinde angemeldet werden. Das weitere Verfahren wird dann von der Jagdgenossenschaft eingeleitet. Jagdexperte Klaus Küfner zeigte auf, dass das Schwarzwild zu einer Katastrophe geworden und fast nicht in den Griff zu bekommen sei.

Barbara Tkocz reklamierte, dass im Hinblick auf die Lichtverschmutzung die vielen Lichter an der Rodach (Bereich Beierswehr) die ganze Nacht brennen. Außerdem würden sie für eine Blendung ihres Anwesens führen. Bürgermeister Wunder entgegnete, dass die Lichter zur Sicherung des Flusses da sind. Die Lichthelle wird bereits um 22.00 Uhr um 50 % reduziert. Eine Abdeckung zur Hausseite werde man prüfen. Weiterhin regte Tkocz an, dass zu wenige Bänke an Spazierwegen stehen, gerade für ältere Menschen ein Problem. Auch dies lässt Bürgermeister Wunder prüfen. Ein immer wiederkehrendes Anliegen von Barbara Tkocz ist ein Fußgängerüberweg im Bereich Fritzla oder Grüner Baum. Das Überqueren sei ein Spießrutenlauf, man solle dies berücksichtigen, wenn das Gerberhaus bewohnt sei. Bürgermeister Wunder musste jedoch wieder eine Absage erteilen, es wurde bereits etliche Male von der Polizei und dem Landratsamt geprüft und für nicht notwendig befunden. Außerdem mache ein Zebrastreifen nur Sinn mit einem Ampelverkehr, denn ein Fußgängerüberweg alleine würde noch höhere Gefahren bringen. Er sagte einer Prüfung zu, obwohl bereits klar sei, dass nichts dabei herauskommen wird. Zum Schluss meinte Tkocz, dass sie einen Traum von einem eingezäunten Hundeplatz habe, wo man sich mit den Hunden treffen und diese sich austoben können. Hier sagte Wunder, dafür sei die Gemeinde nicht zuständig, dies muss von einer Privatperson verwirklicht werden.

Winfried Beierlorzer fragte nach, was aus dem Projekt Mehrgenerationenspielplatz geworden sei, der in der Dr. Josef-Müller-Str. entstehen sollte. Es seien Spenden geflossen und nun höre man nichts mehr. Hier konnte Bürgermeister Wunder sagen, dass das Projekt zwar noch da sei, aber in der Gemeinde nichts eingereicht wurde. Die Spendengelder sind noch vorhanden und wenn das Projekt nicht realisiert wird, müssen die Spender gefragt werden, was damit geschehen soll.

Lothar Höhn prangerte die Verschmutzungen an den Straßenrändern Lukas-Cranach-Str. und Dr.-Josef-Müller-Str. an. Sie sind verdreckt und verwachsen. Die Eisenbahnfreunde würden zwar den Bahndamm und den Abhang mähen und die Gemeinde die unteren Grundstücke aber für die Ränder ist keiner zuständig. Wunder meinte, diese Rinnen seien Aufgabe der Anlieger, was leider in diesem Fall die Gemeinde ist. Man werde sich drum kümmern. Außerdem sprach Höhn die Heizung in der alten Turnhalle an. Besonders am Samstag würden viele Gruppen dort trainieren und üben. Es ist jedoch sehr kalt in der Halle, weil am Wochenende nicht geheizt werde. Gerhard Wunder entgegnete, dass eigentlich alles geregelt sei, man müssen nur den Hausmeister informieren. Auch die Belegung muss gemeldet werden und abgesprochen sein. Für die Vereine gibt es einen Vertrag, alle anderen entrichten einen kleinen Beitrag. Ein Hallenbuch, das eingeführt werden sollte, hatte leider in der Praxis nicht funktioniert. „Es ist alles machbar, Anruf bei mir oder dem Hausmeister und vor allem die genaue Uhrzeit melden, dann kann man sich mit dem Heizen auch danach richten“, sagte Wunder. Kämmerer Rainer Deuerling meinte, dass einige Gruppen kommen und gehen, wie sie wollen. Es müssten klare Absprachen getroffen werden.

Heinz Heckelt sprach die katastrophale Parksituation z. B. in der Bahnhofstraße Kreuzung Ankerstraße an (altes Gasthaus Post). Es werden keine Verkehrsregeln beachtet, kein Mindestabstand eingehalten und alles zugeparkt, obwohl in der Bahnhofstraße Parkplätze vorhanden seien. Gerhard Wunder meinte, hier könne nur ein Appell an die Bürger helfen, denn die Regeln kennen alle und ob ein Schild etwas bringen würde, sei dahingestellt.

In diesem Zusammenhang zeigte Christian Kremer von der FFW Steinwiesen ebenfalls auf, dass man mit den Feuerwehrfahrzeugen am Mühlberg Schwierigkeiten habe, durchzukommen. Das gilt auch für etliche zugeparkte Straßen im Tal und sogar neben dem Feuerwehrhaus sei oftmals kein Durchkommen. Er bat darum, hier einen Appell an die Bevölkerung im Mitteilungsblatt zu veröffentlichen.

Helmut Michel fragte nach, wie teuer der Radweg vom Hotel bis in den Ort kommt und warum das überhaupt sein muss, man könne doch gut die Kohling fahren und dann weiter bis zum Ortsausgang. Hier meldete Gerhard Wunder, dass dann für die Kohling eine Absturzsicherung angebracht werden muss, die genauso teuer kommt. Auf der Bahntrasse ist die Fahrt gefahrlos, außerdem soll später noch ein Wasserspielplatz das Ganze vervollständigen. Von den Gesamtkosten für den Radweg von 320.000 Euro gehen schon die Hälfte für die Brücken drauf.

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