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Büro Lauer und Lebok sichert sich den ersten Preis

30.06.2020 Der Wettbewerb für die Neugestaltung der Kulturhalle war erfolgreich.

Fachjury entschied aus 10 Vorschlägen mit sehr guten und vielseitigen Ideen von Architekturbüros aus der ganzen Bundesrepublik – Gesamtkosten von 3,7 Millionen Euro stehen im Raum.

Steinwiesen (sd) Die Sanierung der Kulturhalle steht schon seit Jahren im Raum. Nach über 50 Jahren haben die Veranstaltungen, Vereinssportbetrieb und der Schulbetrieb deutliche Spuren hinterlassen. Eigentlich ist sie das kulturelle Zentrum des Marktes Steinwiesen. Konzerte, Tanzveranstaltungen, Ausstellungen, Sportvorführungen und vor allem der Fasching in der Faschingshochburg Steinwiesen finden hier statt. Eine Generalsanierung ist nun unumgänglich. Um bei der Regierung wegen Fördermöglichkeiten anfragen zu können, musste eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die das Nutzungskonzept und die Anforderungen an die Veranstaltungsstätte genau beleuchtete. Nach der Vorstellung dieser Machbarkeitsstudie im Rahmen einer Gemeinderatsitzung am 28. Mai 2019 wurde am 18. Oktober 2019 ein hochbaulicher Planungswettbewerb ausgelobt, an dem 10 Architekturbüros aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen haben. Unter den Kriterien des Städtebaus, der Gestaltung, Funktionalität, Akustik, Energie und Raumklima, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und vor allem der Realisierbarkeit erstellten die Teilnehmer ihre Konzepte. Vor allem die Vorgabe von etwa 2,1 Millionen Euro ohne Planungskosten sollte möglichst eingehalten werden. In der Zeit vom 5. Dezember 2019 bis 25. Februar 2020 entstanden verschiedene Varianten, von denen jede ihren eigenen Reiz hatte. Aber wie es so ist, es kann nur drei Vorschläge geben, die schließlich „aufs Treppchen“ kommen. Nach Corona bedingter Verzögerung wurde am 2. Juni 2020 unter der fachmännischen Begutachtung durch fünf anerkannte Fachpreisrichter/innen aus ganz Deutschland und den Sachpreisrichtern aus Steinwiesen, dies waren Bürgermeister Gerhard Wunder, Wieland Beierkuhnlein als Vereinsvertreter und die beiden Fraktionsvorsitzenden Jürgen Eckert (CSU) und Jürgen Deuerling (SPD), die Auswertung durchgeführt. Hier machte es sich die Jury nicht leicht. „Wir waren sieben Stunden zusammen, um das Beste für unsere Gemeinde zu finden“, sagte Gerhard Wunder. Wer die Bearbeiter bzw. Büros der eingereichten Projektideen sind, war bis nach der Entscheidung völlig geheim und erst nach der Auszeichnung der Preise wurden die Briefumschläge, in denen die Verfasser benannt wurden, geöffnet. Dass dann das bereits in Steinwiesen agierende Büro Lauer + Lebok gewonnen hat, freut sicher auch die Gemeindevertreter, denn dann kann es nur ein gutes Miteinander geben.

In zwei Durchgängen wurden die Vorschläge beleuchtet und zum Schluss standen die drei Sieger fest. Der dritte Preis ging an den Vorschlag des Architekturbüros ARGE Grubert Verhülsdonk & Zitelli aus Berlin. Zweiter wurde stmºarchitekten PartGmbB & WLG Wollborn Landschaftsarchitekten GmbH aus Nürnberg. Favorisiert als Sieger wurde eigentlich von allen der Entwurf des Architekturbüros Lauer + Lebok Architekten PartGmbB aus Lichtenfels, die durch die Gestaltung und Aufteilung verbunden mit der Flexibilität und Funktionalität bei allen Preisrichtern punkten konnten. Es wurde eine Wettbewerbssumme angesetzt, sie belief sich auf 34.000 Euro, von denen 50% für den ersten, 30% für den zweiten und 20% für den dritten Preis vorgesehen waren. Die restlichen Anbieter erhalten eine Anerkennungsvergütung.

In einer Ausstellung konnten sich nun die Bürger die eingereichten Vorschläge anschauen. Sicher gehen die Meinungen auseinander, welcher verwirklicht hätte werden können. Doch wenn man es genau nimmt, hat jeder Vorschlag seinen eigenen Reiz. Hier ein kleines Detail, dort eine Alternative, so vielfältig wie die Architekturbüros, so vielfältig waren auch ihre Ausarbeitungen. Doch eines hatten alle gemeinsam, ohne Anbau wäre niemand ausgekommen. Das ist vor allem den Vorgaben geschuldet, Garderobe und Sanitäranlagen unabhängig vom Schulgebäude vorzusehen. Barrierefreiheit und Stellplätze für Menschen mit Handicap waren selbstverständlich für alle vorgesehen. Eine Neugestaltung des Vorplatzes war notwendi[s1] g, um das Gesamte harmonisch abzurunden.

„Es ist noch nicht alles in Stein gemeißelt und es wird sicher noch viele Änderungen und Anpassungen geben müssen“, sagte Bürgermeister Gerhard Wunder bei der Ausstellungseröffnung. Sicher können Komponenten aus anderen Vorschlägen ein klein wenig in den endgültigen Plan einfließen. Doch aus Sicht der Jury und den städtebaulichen Vorgaben ist die Lösung von Lauer + Lebok funktionell, ansprechend und vor allem auch gut umsetzbar. Für die weiteren Planungen sollen nun auch die Vereine mit eingebunden werden, sie sind schließlich die Nutzer der sanierten Halle. Bürgermeister Wunder meinte, dass die Lösung, die nun vom Preisgericht favorisiert wurde, nicht überproportioniert, sondern angemessen geworden sie. Man habe für die Förderung 3,7 Millionen Euro eingereicht, davon werden allerdings die nichtförderfähigen Kosten und die Planungskosten abgezogen. Mit einer Förderung der Regierung von 80 bis 90% lässt sich das Projekt „Generalsanierung der Kulturhalle Steinwiesen realisieren. „Leider hat sich das ganze Verfahren wegen der Corona-Pandemie etwas verzögert, aber wir hoffen nun auf eine zügige Weiterverfolgung und Bearbeitung unserer Ziele“, betonte Wunder. Wenn alles nach Plan läuft, soll im Herbst die Eingabeplanung erfolgen. Bereits mögliche Arbeiten werden ebenfalls bei guten Wetterbedingungen noch vor Weihnachten in Angriff genommen. Die Hauptausschreibung der Gewerke beginnt dann Anfang 2021.

Einen kurzen Überblick über die Planungen und die Ausarbeitung gab Architektin Miriam Lebok, die zusammen mit Gerd Peter Lauer das Büro leitet. „Wir haben viel Arbeit, Ideen und vor allem Herzblut in den Entwurf gesteckt“, betonte Miriam Lebok. Die Halle ist nun mal als Schulturnhalle konzipiert und das stellte doch eine Herausforderung an die Planung da. Kostengünstig damals gebaut, ist doch noch einiges vorhanden, das in die Neusanierung einfließen kann. „Wir haben abgewägt, wo muss es Neuerungen geben und wo können wir auf Vorhandenes zurückgreifen“, sagte die Architektin. Vor allem habe man darauf Wert gelegt, dass man die Halle sowohl bei Großveranstaltungen als auch bei kleineren Vereinsfesten, bei Feiern im Außenbereich und auch nur das Foyer nutzen kann. Vielseitig und vielschichtig, vor allem sinnvoll, sollte der Entwurf sein. Und das ist ihnen sehr gut gelungen, da waren sich auch die Besucher der Ausstellung einig. Miriam Lebok wird bei der nächsten Gemeinderatsitzung am Dienstag, 30. Juni ihr Projekt detailliert den Gemeinderäten vorstellen.

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