Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Museumsbahn Steinwiesen
Die Ködeltalsperre im Herbst
Sonnendurchfluteter Hochwald
Herbst in der Leitsch
Abendrot über den Dächern von Nurn
Fränkische Schlehen
Der Herbst umgibt die Talsperre
wunderschöne Farbenpracht

Die Ortsteile ziehen heute an einem Strang

23.07.2018 Erinnerungen und Anekdoten beim Festakt 40 Jahre Großgemeinde Steinwiesen.

Steinwiesen (sd) Viele Mitstreiter auf dem 40jährigen Weg seit der Gebietsreform am 1. Mai 1978 hatten sich bei der Festveranstaltung eingefunden. Es war oft ein steiniger Weg mit etlichen Irrwegen, vielen Versprechungen und einigen Zwistigkeiten. Aber in den vier Jahrzehnten wurde aus den einzelnen Ortsteilen eine Einheit, ein „Steinwiesen“. Und so gab es neben den kleinen Hindernissen auch viele schöne Episoden, an die sich besonders die Älteren gerne und ausgiebig erinnern. Auch wenn man manchmal bohren muss, um solche „Geheimnisse“ zu erfahren.

Talkrunde der politischen Veteranen
Eine illustre Talkrunde hatte sich an den Stehtischen im Festsaal von „Wagner’s Hotel“ eingefunden. Nicht nur die vier ehemaligen Funktionsträger und Träger der Goldenen Bürgermedaille Manfred Manzer (Steinwiesen), Albin Deuerling (Nurn), Manfred Vogler (Nurn) und Eugen Bätz (Neufang) standen Rede und Antwort, auch die langjährigen Gemeinderäte Alfred Kotschenreuther (Birnbaum) und Werner Föhrweiser (Neufang) hatten einiges zu berichten. Selbst für Bürgermeister Gerhard Wunder, der die Runde leitete, waren manche Geschichten neu. So kam Albin Deuerling 1972 in Nurn für die Freien Wähler in den Gemeinderat und machte sich gleich unbeliebt, als er mehr Gehalt für den Gemeindekassier forderte. „Ich war sofort bei den Freien Wählern untendurch, da ging ich zur CSU“, erzählt der Metzgermeister lachend. Und er konnte berichten, dass manche Sitzungen schon ganz lange dauern konnten. „Als ich einmal nicht mit Manfred nach Hause fuhr, chauffierte mich kurzerhand um 4.00 Uhr morgens der Richard Rauh nach Nurn. Aber den konnte ich doch nicht so wieder gehen lassen. Wir plünderten die Wurstküche und erst um 6.00 Uhr fuhr der dann heim. Das waren noch Zeiten“, schüttelt Deuerling heute noch den Kopf.

Auch Manfred Manzer konnte über eine teilweise schwere Zeit berichten. Doch noch heute pocht er darauf, dass Ehrlichkeit, Anständigkeit, Sachlichkeit und vor allem kein Fraktionszwang zum Wohle der Bürger einzusetzen sind. „Im Rathaus darf nicht auf ein rotes, schwarzes oder gelbes Parteibuch geschaut werden. Alle zusammen wirken und arbeiten für die Gemeinde und die Bürger“, sagte Manzer. Nicht ganz ernst gemeinte zaghafte Buh-Rufe erntete Werner Föhrweiser aus Neufang mit seiner Aussage, dass nach dem Eingemeindungsvertrag „die Golanhöhen herunterkommen mussten und euch Steinwiesnern Gerechtigkeit beibringen mussten“. Für ihn war es damals ein Unding, dass „die Schwarzen“ in den Grünen Baum und „die Roten“ in die Post gingen. „Erst nach sechs Jahren hat sich das geändert“, erinnert sich Föhrweiser. Dass Birnbaum eigentlich nach Wilhelmsthal wollte und darüber sogar abstimmte, konnte Alfred Kotschenreuther erzählen. „Doch der Gemeinderat beschloss einfach über die Köpfe der Bürger hinweg, nach Steinwiesen zu gehen. Und da sind wir nun seit 40 Jahren“, lachte er.

Manfred Vogler, der Ortschronist aus Nurn, berichtete von der ersten gemeinsamen Gemeinderatsitzung. Die Bürgermeister aus Neufang, Birnbaum und Nurn hatten Einspruch gegen das Wahlergebnis eingelegt. Der Wahlleiter jedoch erklärte die Wahl für gültig. Der „jüngste“ in der Talkrunde war Eugen Bätz. 18 Jahre war er nach der Gebietsreform im Gemeinderat als Fraktionssprecher und dritter Bürgermeister tätig. Für ihn war die Zeit beruflich und privat eine Bereicherung und er möchte sie nicht missen. Viele Geschichten gäbe es noch und doch sind sich alle politischen Veteranen einig, dass man optimistisch in die Zukunft gehen kann und die Großgemeinde Steinwiesen auch weiterhin auf einem guten Weg ist.

Kategorien: Rathaus, Marktgemeinderat, Veranstaltungen