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Ehrenamtliches Engagement gewürdigt – Leuchttürme der Gesellschaft ausgezeichnet

01.08.2019 Die goldenen, silbernen und bronzenen Ehrennadel des Marktes Steinwiesen an zahlreiche ehrenamtlich engagierte Bürger verliehen. Auch den besten Schülern wurde gedankt.

Steinwiesen (sd) Es ist seit Jahren fester Bestandteil im Markt Steinwiesen, verdiente Vereinsvorstände, Musiker und Sänger für ihr ehrenamtliches Engagement zu ehren. Und deshalb konnte der erste Bürgermeister Gerhard Wunder auch eine große Anzahl an Männern und Frauen begrüßen, die sich um ihren Verein, ihre Heimat verdient gemacht haben.

Früher war es eine Ehre, ein Amt im Verein oder Verband anzunehmen, aber heutzutage ist das nicht mehr so selbstverständlich. Zwar ist die gesellschaftliche Anerkennung ein wichtiger Faktor für die Bereitschaft, ein Ehrenamt anzunehmen, doch fehlt diese oft in der Gesellschaft und den Medien. Wunder betonte, dass alle zu Ehrenden die Leuchttürme und Botschafter der Gemeinde sind. Sie setzten sich in besonderer Weise ein und investieren viel Zeit, Nerven und auch privates Geld. „Sie tun so viel und werden doch von anderen nur belächelt“, bedauerte der Bürgermeister. Doch ein Ehrenamt ist nicht nur Arbeit, sondern es macht laut einer Studie auch glücklich und schützt vor Einsamkeit im Alter. Es wäre auch schön, wenn bereits in der Familie freiwilliger, ehrenamtlicher Einsatz vorgelebt, wenn in den Schulen mehr Wert auf Ehrenämter gelegt und eine gute Zusammenarbeit von Schule und Vereinen entstehen würde. Diese Ehrungen sollen aber auch andere dazu animieren, sich mit einzubringen, mitzuwirken in den Vereinen und der Gemeinde.

Gerade weil es so aussieht, als ob in Zukunft weniger Vereine und Ehrenamtliche zur Verfügung stehen, muss sich mit diesem Thema in der Bevölkerung auseinandergesetzt werden. Verantwortung übernehmen, auch in kleinen Dingen und egal auf welcher Vereinsebene, sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren oder einfach nur da sein, wenn Helfer gebraucht werden, so soll die Zukunft aussehen. Denn nur wenn man selbst von einer Sache überzeugt ist, benötigt man keine materiellen Dinge, sondern wird alles tun, um seine Ziele zu verwirklichen. Und dann kann auch die Heimat weiterhin lebens- und liebenswert bleiben. Zum Schluss dankte Bürgermeister Gerhard Wunder noch allen Geehrten, der Pfarrei für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten und dem Team aus dem Rathaus für die Bewirtung. Er schloss mit den „drei großen G“ für die Geehrten: Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Auch die Schüler und Schülerinnen der Großgemeinde, die mit ihrem Schulabschluss und besonderen Leistungen unter den Besten des Landkreises waren, konnte Bürgermeister Gerhard Wunder beim Empfang begrüßen, überreichte jedem ein kleines Geschenk und wünschte für die Zukunft alles Gute.

Besondere Ehrung
Eine besondere Ehrung hatte er für die 12jährige Amelie Angles zu vergeben. Das Mädchen hat den 1.Preis beim Regionalwettbewerb 2019 der Städte Coburg/Kronach/Lichtenfels in der Solowertung Viola und den 1. Preis beim Landeswettbewerb 2019 für das instrumentale und vokale Musizieren der Jugend in der Wertung Viola in der Altersgruppe 2 gewonnen. Knapp 850 junge Musiker im Alter zwischen zehn und 20 Jahren aus ganz Bayern haben im April beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" in Hof teilgenommen. (Seit dem 1. Wettbewerb im Jahr 1964 ist "Jugend musiziert" zum bedeutendsten Förderprojekt für musikalischen Nachwuchs in Deutschland geworden.) Dort trugen sie Musikstücke aus unterschiedlichen Epochen und an den unterschiedlichsten Instrumenten vor.

Die Länge des Vorspielens richtet sich nach der Altersgruppe und den Anforderungen und reicht von sechs bis 20 Minuten. Mit 25 Punkten der bestmöglichen Bewertung und einem ersten Preis könnte Amelie mit der Bratsche ein hervorragendes Ergebnis erzielen und die fachkundige Jury überzeugen. Sie spielte Stücke von Antonio Vivaldi, Rebecca Clarke und Bertold Hummel. Bereits beim Regionalwettbewerb der Landkreise Coburg, Kronach, Lichtenfels Anfang Februar konnte Amelie die Jury begeistern und erhielt auch hier die Höchstpunktzahl mit einer Weiterleitung zum Landeswettbewerb Bayern im April. Für Amelies Altersklasse endete der Wettbewerb mit dem Landeswettbewerb, für die nächste Stufe, den Bundeswettbewerb ist sie zu jung.

Grußworte
Der Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), Thomas Kolb, selbst ein Steinwiesener Musiker, war natürlich besonders auf die Musikanten der Großgemeinde stolz. In fünf Musikkapellen spielen über 200 Männer und Frauen, davon ist die Hälfte jünger als 27 Jahre. Er sei selbst fast 50 Jahre im Ehrenamt tätig und weiß, dass dies gar nicht hoch genug zu schätzen ist. Kolb dankte auch allen anderen Geehrten für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Sängergruppe Frankenwald, Friedrich Fricke, überbrachte die Glückwünsche und war stolz auf „seine“ Sängerinnen und Sängern, die mit ihren Liedern Freude bringen und damit unverzichtbar für die Gemeinschaft sind.

Wie hoch in der Großgemeinde Steinwiesen und im gesamten Landkreis das Ehrenamt geschätzt wird, zeigte auch die Anwesenheit von Landrat Klaus Löffler. Er war beeindruckt von der Vielzahl an ehrenamtlich engagierten Bürgern aus allen Bereichen. Er betonte, dass man eigentlich alles im Leben kaufen kann, aber Menschen für ein Ehrenamt muss man gewinnen. Damit werden auch die Weichen gestellt für die Zukunft, nicht nur im Landkreis Kronach sondern in allen Städten und Gemeinden, denn es gibt nichts Schöneres und Befriedigendes als sich für Vereine, Organisationen, Städte und Gemeinden zu engagieren. Gemeinsam lassen sich die Herausforderungen lösen. Chancen muss man nutzen, auch wenn Steine in den Weg gelegt werden. „Aber wenn wir die Steine gemeinsam zur Seite legen, um auch daraus noch etwas zu bauen, können wir den Weg optimistisch weitergehen“, sagte der Landrat. Und er schloss mit dem Zitat des Schriftstellers Paul Mommertz: „Wer einen Stein ins Wasser wirft, der bewegt das Meer.“

Folgende Bürger wurden mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet:
Michael Kestel (Marktrodach), Gerlinde Sonntag (Nurn), Heinz Weiß (Steinwiesen), Martina Schmid (Steinwiesen), Armin Kotschenreuther (Birnbaum), Gerhard Gareis (Birnbaum), Alois Beetz (Berglesdorf), Helmut Beetz (Berglesdorf), Bernhard Müller (Neufang), Maria Reißig (Neufang), Claudia Müller (Neufang), Hildegard Lindenberger (Neufang), Ulrich Bienlein (Steinwiesen)

Silberne Ehrennadel
Manfred Hümmer (Steinwiesen), Michael Stöcker (Steinwiesen), Rolf Menke (Steinwiesen), Gisela Mertens (Nurn), Klaus Flesch (Steinwiesen), Stefan Bätz (Neufang), Robert Hofmann (Neufang), Jens Müller (Neufang), Swen Müller (Neufang), Christoph Schnappauf (Effelter), Monika Föhrweiser (Neufang), Gisela Föhrweiser (Neufang), Heinrich Hofmann (Neufang), Rudolf Kotschenreuther (Neufang), Gerald Simon (Steinwiesen), Kerstin May (Steinwiesen)

Bronzene Ehrennadel
Rainer Deuerling (Steinwiesen), Gudrun Kämpfer (Steinwiesen), Johannes Renk (Steinwiesen), Markus Merkl (Nurn), Eva Trebes (Birnbaum), Leon Reißig (Birnbaum), Julia Föhrweiser (Neufang), Max Förtschbeck (Neufang), Chris Hofmann (Neufang), Tobias Hofmann (Berglesdorf), Marie Hofmann (Berglesdorf), Maximilian Reißig (Berglesdorf), Thomas Reißig (Berglesdorf), Florian Schnappauf (Effelter), Manuel Schnappauf (Neufang), Theresa Stumpf (Neufang), Annette Wich (Berglesdorf), Noah Winterstein (Neufang), Jessica Förtsch (Berglesdorf), Petra Jakob (Schäferei), Stefan Müller (Berglesdorf), Josef Trebes (Schäferei)


Sie sind die Zukunft: Schüler, Meister und Musikerin. Von links Alexander Holzmann, Lara Simon, Oliver Gareis, Frederik Gareis, Amelie Angles, Bürgermeister Gerhard Wunder und Landrat Klaus Löffler

Schulabschluss
Frankenwald-Gymnasium Kronach
Frederik Gareis (Birnbaum) Notendurchschnitt 1,3; 1. Platz bei der Deutschen Physikmeisterschaft mit „Cusps in a Cylinder“;
2. Platz bei den Physikweltmeisterschaften
Oliver Gareis (Birnbaum) Notendurchschnitt 1,9
Siegmund-Loewe Schule Kronach – RS II
Alexander Holzmann (Steinwiesen) Notendurchschnitt 1,91
Lara Simon (Steinwiesen) Notendurchschnitt 2,0
Julia Brehm (Neufang) Notendurchschnitt 1,73
Sonderehrung
Amelie Angles (Neufang) 1. Preis Regionalwettbewerb 2019 der Städte Coburg/Kronach/Lichtenfels in der Solowertung Viola
1. Preis beim Landeswettbewerb 2019 für das instrumentale und vokale Musizieren der Jugend in der Wertung Viola in der Altersgruppe 2

Den Geehrten, die entschuldigt waren, wird die Ehrung nachgereicht.

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