Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Im „Gastfreundlichen“ großen Gemeinschaftsraum wurde der erste Mieter Richard Deschner (2.v.re) willkommen geheißen. Von links Cornelia Thron (Caritas), Bürgermeister Gerhard Wunder, Investor Rainer Kober und Janet Januszewski (Caritas)

Endlich kommt Leben ins ehemalige Gerberhaus

26.05.2021 Rainer Kober hieß den ersten Mieter willkommen – Caritas Verband ist stolz auf das Projekt.

Fotos: Susanne Deuerling
Richard Deschner (li), ein gebürtiger Nurner, ist der erste Mieter im Koberhaus. Bürgermeister Gerhard Wunder heißt ihn willkommen

Es kommt Leben ins Koberhaus – der erste Mieter ist eingezogen – Barrierefrei und effizient heißt die Devise. Bürgermeister Gerhard Wunder und die Geschäftsführerin des Caritasverbandes Cornelia Thron sowie Rainer Kober begrüßten den Neubürger

Zurück in die Heimat
Steinwiesen (sd) „Zurück in die Heimat“ – das war die Motivation von Richard Deschner, als er sich für eine der neun modernen, energieeffizienten Zwei-Zimmer-Wohnungen im früheren Gerberhaus interessiert hat. „Schuld war das Plakat ‚Jetzt geht’s los‘, dass ihr drangehängt habt“, sagt der gebürtige Nurner auf die Frage, wie er denn auf dieses Projekt gekommen ist. Bereits im Alter von siebzehneinhalb Jahren hat Richard Deschner seine Heimat verlassen und ging nach Württemberg. Als junger Mann wurde er Polizist und nach seiner Heirat baute er die „Richard Deschner Netzerei“ in Hemmingen, Regierungsbezirk Stuttgart, auf. Doch er hat seine Heimat Nurn nie vergessen. Dort betrieb seine Mutter Anna bereits seit ewiger Zeit eine „Netzlamacherei“ in Heimarbeit und versorgte zahlreiche Frauen und Männer in der Umgebung mit Arbeit. Richard Deschner baute in Nurn eine Zweigstelle seiner Netzerei auf, wo neben den Heimarbeiterinnen auch Arbeiter vor Ort waren.

Richard Deschner hat seine Heimat, seine Wurzeln nie vergessen. Oft war er bei Festen anwesend. Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin, die ihn 24 Jahre begleitet hatte, wohnte er ca. zwei Jahre in Bad Windsheim, bevor er nun mit dem Umzug ins Koberhaus in seine Heimat zurückkehrte. Hier will er auch im November seinen 80. Geburtstag feiern.

Gemeinschaft soll gefestigt werden
Wenn Rainer Kober daran denkt, wie er diesen ersten Mieter kennengelernt hat, erinnert er sich besonders daran, dass Richard Deschner einfach nicht locker gelassen hat, bis er die Zusage für die Wohnung bekam. Nun konnte er ihn offiziell in den neugestalteten Räumen begrüßen. Er betonte, dass es einfach schön ist, wenn die Menschen, vor allem die Mieter die Wohngemeinschaft schätzen würden, wenn sie in Fürsorge miteinander leben. Im komplett barrierefreien Koberhaus stehen insgesamt neun Wohnungen zwischen 36 qm und 65 qm Wohnfläche zur Verfügung. Die Kaltmiete staffelt sich von 300 bis 600 Euro je nach Größe der Wohnung. Alle Wohnungen sind mit einer Küchenzeile sowie Dusche und WC ausgestattet. Sie verfügen über einen kleinen Abstell- sowie Kellerraum. Unter den neun Wohnungen befinden sich auch vier Sozialwohnungen. Nach dem jetzigen Stand sind bereits sechs Wohnungen in fester Hand und drei Wohnungen noch frei. Hier können sich Interessenten bei Rainer Kober bzw. als Ansprechpartnerin Janet Januszewski, Telefon 09268/9139017, Email janet.januszewski@caritas-kronach.de melden.

Caritasverband ist der Träger
Janet Januszewski ist auch Ansprechpartnerin vor Ort für den Caritas-Stützpunkt „In der Heimat wohnen“, für Vermietung und als Wohnraumberaterin und ist mit ihrem Büro im Koberhaus integriert. Es steht unter Trägerschaft des Caritasverbandes Kronach. Ab 1. Juli 2021 wird es dann auch eine Quartiersmanagerin vor Ort geben, die sich als Betreuungskraft nicht nur um die Bewohner, sondern auch um alle Senioren der Großgemeinde kümmern wird. Das Quartiersmangement wird voraussichtlich Mitte Juli offiziell eröffnet. Das Koberhaus ist ein Gemeinschaftsprojekt von Investor Rainer Kober, der Marktgemeinde Steinwiesen und dem Caritasverband für den Landkreis Kronach e.V. Für die Geschäftsführerin des Caritasverbandes Kronach, Cornelia Thron, war die Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Investor Rainer Kober und der Gemeinde Steinwiesen sowie der Unterstützung durch die Regierung von Oberfranken und Kronach Creativ eine wirklich gute Erfahrung. „Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung brachte dieses Projekt dahin, wo es jetzt angekommen ist“, betonte Thron.

Bürgermeister Gerhard Wunder freut sich über „Heimkehrer“
Natürlich begrüßte auch Bürgermeister Gerhard Wunder den zurückgekehrten Gemeindebürger. Er habe seine Wurzeln in Nurn und sei immer gerne daheim gewesen, sagte Wunder. Er überreichte ein Infopaket und ein Begrüßungsschreiben, denn in der Großgemeinde habe sich in den letzten Jahrzehnten doch so einiges verändert. Er betonte, dass man immer auf einen guten Kontakt zu den Bürgern Wert lege und Richard Deschner deshalb auch im Rathaus ein gern gesehener Gast sein wird. Wunder freute sich auch, dass die ehemalige Besitzerin des „Gerberhauses“, Elfriede Müller, wieder „heimkehren“ werde und ebenfalls eine der neuen Wohnungen bezieht.


Kurze Infos über das Koberhaus (ehemaliges Gerberhaus):
Kaufvertrag im August 2018, Beginn der Generalsanierung im Herbst 2019
9 Wohnungen, davon 2 im Erdgeschoss, 4 im Obergeschoss und 3 im Dachgeschoss. Hier ist auch der Dachgarten mit tollem Blick über Steinwiesen.
Im Erdgeschoss befinden sich außerdem eine große Küche und ein Gemeinschaftsraum für gemeinsame Aktivitäten
Das Kapitalvolumen für die Sanierung betrug mehr als 2 Mio Euro, die Kaltmieten je nach Wohnungsgröße, zwischen 300 und 650 Euro.

Kategorien: Rathaus, Veranstaltungen