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An den Infoständen konnten sich alle Interessierten anschaulich informieren

Gastfreundlich in die Zukunft

29.01.2020 Attraktiver Wohnraum und qualitativ hohe Ferienwohnungen sollen das Kapital im Oberen Rodachtal werden.

Fotos: Susanne Deuerling
Rund um das Thema Ferienwohnungen, Tourismus und Gastgeber werden standen (von links) Margarita Volk-Lovrinovic, Christoph Wagner, Sabine Stöhr und Sandra Heinz Rede und Antwort

Steinwiesen/Oberes Rodachtal (sd) Gastfreundlich in die Zukunft – Sanieren, Investieren, Gastgeber werden. Wie das geschehen kann und welche Unterstützungen und Förderungen es gibt, konnte man beim Infoabend in Wagners Hotel erfahren. Ein volles Haus zeugte vom Interesse der Bevölkerung.

Es gibt bestimmt ein großes Potential an ungenutztem Wohnraum in den einzelnen Kommunen. Wohnraum. Leerstände ganzer Häuser sieht man ebenfalls, wenn man durch die Straßen geht. Hier könnte nun etwas passierten, es könnte wieder Wohnraum entstehen. Kleine und mittlere hochwertige Mietwohnungen oder auch attraktive Ferienwohnungen, die im touristischen Bereich hier in der Gegend wirklich fehlen. „Gerade für Rückkehrer in die Region oder Studenten sind die Wohnungen bis 50 qm besonders geeignet“, betonte Moderator Alexander Eberl von der DSK Stadtentwicklung. Sabine Stöhr aus Pressig hat sich auf solche Wohnungen spezialisiert. Zwei Mietshäuser hat sie erworben und innerhalb von sieben Jahren komplett modernisiert. 12 Wohnungen mit etwa je 65 qm sind entstanden. Eine neue Küche, ein qualitativ hochwertiges Bad und eine gute Elektrik sind ein Muß, aber der Charakter der Altbauwohnungen soll bewahrt werden.

Rainer Kober verwirklicht gerade in Steinwiesen ein ähnliches Projekt im Gerberhaus. Auch hier entstehen neun kleinere Wohneinheiten, die barrierefrei durch einen Aufzug werden und ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss. In einer kleinen Talkrunde diskutierten Sabine Stöhr, Bernd Hüttner von Hüttnerarchitekten Lichtenberg, Carsten Böhm von der Sparkasse Kulmbach-Kronach und Maximilian Stöhr vom Stadtumbaumanagement (SUM) unter der Moderation von Alexander Eberl die Möglichkeiten und Voraussetzungen für neuen attraktiven und bezahlbaren Wohnraum.

Den Trend zu kleineren Appartements kann man nutzen und selbst etwas schaffen. Dafür gibt es auch Förderprogramme der Regierung, kommunale Förderprogramme und Steuervorteile, das führte Maximilian Stöhr vom SUM aus. Für Viele ist die Hemmschwelle jedoch hoch, sich hier Informationen und Hilfe zu holen. „Aber man muss sich im klaren sein, dass man mit den bisherigen Billigmieten und Preisen pro qm in Zukunft nicht mehr agieren kann“, sagte Bernd Hüttner. Qualität hat ihren Preis und die Leute wollen dies ja, so zeigen Studien. Fragen der Besucher wurden beantwortet, vor allem war die Größe der Wohnungen und der Preis pro qm Wohnfläche interessant. Und natürlich sei die Höhe der Miete nicht zu verallgemeinern und hänge von mehreren Faktoren ab. „Doch niemand sollte seine Mietwohnung unter Wert verkaufen, besonders wenn sie gut saniert worden ist“, betonte Bernd Hüttner.


Ein positives Beispiel eines Ferienhauses ist das Frankenwaldhaus in Steinwiesen

Aber nicht jeder möchte Wohnungen dauerhaft vermieten. In der zweiten Talkrunde unter der Leitung von Margarita Volk-Lovrinovic vom Kommunalmarketing kamen vor allem Sabine Stöhr, Christoph Wagner und Sandra Heinz zu Wort. Ein Trend geht seit Jahren hin zur Ferienwohnung. Christoph Wagner, Besitzer von Wagners Hotel und Restaurant wird nach der Sanierung eines erworbenen Hauses auch Ferienwohnungen anbieten, auch hat er die neuen Ferienwohnungen im Forsthaus in Nordhalben in sein Konzept eingebunden. „Wir bekommen im Hotel immer wieder Anfragen nach Ferienwohnungen“, erläuterte der Hotelier. Auch Sabine Stöhr hat neben ihren Mietwohnungen Ferienhäuser im Angebot. Attraktive, qualitativ hohe Ferienwohnungen sind immer gesucht und auch gut gebucht. Dies bestätigte in der zweiten Talkrunde auch Sandra Heinz vom Tourismusbüro Oberes Rodachtal. Die Vorteile der Region mit Natur, Ruhe und vor allem guten Wanderwegen sei ein Plus für die Vermarktung. „Ca 80% der Buchungen laufen übers Internet und wer da nicht präsent ist, bleibt außen vor“, sagt Sandra Heinz. Aber der Tourismusverband ORT und der Frankenwaldtourismus bieten hier Hilfestellung.

Auch Christoph Wagner stellte fest, dass seine Gäste hauptsächlich wegen der wunderschönen Natur kommen, denn hier ist die „Welt noch in Ordnung“. Was auch eine große Rolle spielt ist der Trend zum Kurzurlaub, schnell noch ein paar Tage erholen, ausspannen. Da fährt man nicht so weit und so lange, deshalb steht der Frankenwald, das Obere Rodachtal, hier im Kurs schon sehr weit oben – wenn genügend attraktive Ferienwohnungen und Übernachtungsmöglichkeiten da sind.

Der zweite Bürgermeister Bruno Beierlorzer aus Steinwiesen und Bürgermeister Jens Korn aus Wallenfels hatten bereits bei ihrer Begrüßung die Zusammenarbeit im Oberen Rodachtal hervorgehoben. „Wir Kommunen bieten hier unsere ganze Unterstützung an“, sagte Korn.

Kategorien: Rathaus, Wirtschaft, Veranstaltungen, Tourismus