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Gemeinsam noch stärker werden

16.04.2018 Rennsteigregion und Oberes Rodachtal haben den gleichen Antrieb „Menschen begeistern Menschen – bei Erlebnisführungen mit Brauchtum und Tradition“.

Steinwiesen (sd) Der Frankenwald und die anschließende Rennsteigregion haben sehr viel zu bieten. Nur sehen es die Einheimischen oftmals gar nicht. Sie nehmen das Potential ihrer Heimat gar nicht so bewusst wahr. Deshalb haben sich bereits vor Jahren Partner zusammen gefunden, die in der Rennsteigregion das Projekt „Handwerk und Kultur erleben“ ins Leben gerufen und zu einem Netzwerk an Angeboten ausgebaut haben. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Museen, Gastronomie und Unternehmen wurde ein Programm für Gruppenreisen geschaffen, das inzwischen weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. In dieses Boot einzusteigen, dazu wären auch im Oberen Rodachtal einige Unternehmer, Museen und Gastronomiebetriebe bereit. Das Angebot auszuweiten, Neues anzubieten und individuelle Programme zusammenstellen – es gibt viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit des Oberen Rodachtals mit der Rennsteigregion.

Das Obere Rodachtal hat viel zu bieten
Das Obere Rodachtal bietet viel. Sei es die Flößerei in Wallenfels, das Flößermuseum in Unterrodach oder die Teichmühle in Steinwiesen. Die Rodachtalbahn zieht ihre Bahn von Steinwiesen bis Nordhalben und auf der Strecke liegt die Ködeltalsperre und am Ende das Klöppelmuseum. Betriebe wie Kober Porzellan in Steinwiesen bieten bereits jetzt Kurse an, die gerade von Studenten gerne angenommen werden, im BioBackhaus Stumpf in Wallenfels finden Brotbackkurse für Gruppen bis 20 Personen statt, sogar ein „Brotseminar“ kann man hier buchen. Der Geschäftsführer von „Handwerk und Kultur erleben“, Thomas Luger ging in seiner Präsentation darauf ein, dass man sich auf Gruppenreisen spezialisiert habe. Es ist sozusagen die Speerspitze der Organisation. Handwerk erleben, mitwirken und dazu Kultur erleben. Essen und Trinken genießen und mit einer Betreuung “rund um die Uhr“ immer das Bewusstsein haben, dass man sich Zeit für die Gruppe nimmt und nur für sie da sind. „Menschen begeistern Menschen“ – dieser Slogan hat sich in den letzten Jahren mehr als bewährt. Die Besucher sollen mit vielen Erlebnissen nach Hause fahren, ihnen sollen die Geschichten in Erinnerung bleiben und wer zufrieden ist, kommt wieder und empfiehlt auch seine Erfahrungen weiter.

„Das Problem unserer Region ist das fehlende Selbstwertgefühl der Menschen“, sagt Thomas Luger. Deshalb müssen die Schätze erkannt, belebt und benannt werden. Und dazu gehören die vielen „Schatzorte“ des Oberen Rodachtals. „Wir sind nicht ganz uneigennützig hier“, bekannte Luger, „uns geht langsam das Futter aus, wir brauchen neue Anlaufstellen.“ Und je mehr Angebote es gibt, desto größer ist auch der Wettbewerb, desto mehr strengen sich die Anbieter an und der Kunde spürt das.

Was wollen die Gäste, was wollen die Anbieter?
Unter der Moderation von Bürgermeister Jens Korn aus Wallenfels als dritter Vorsitzender des Tourismusverbandes Oberes Rodachtal stellten sich alle Teilnehmer der Veranstaltung vor und brachten ihre Vorstellungen bei einer Kooperation vor. Ein Teil von ihnen ist bereits „mit an Bord“, so die Teichmühle, das Klöppelmuseum oder auch teilweise die Rodachtalbahn. Doch es gibt noch viel mehr im Oberen Rodachtal. Für Kreisheimatpfleger Hans Blinzler sollte die Natur und das Wandern, das so viel Potential hat, mehr im Vordergrund stehen, Hans Stumpf begeisterte mit Brotseminaren, besonders für kleinere Gruppen. Michael Kestel aus Marktrodach warf das Thema Thementouren mit dem Fahrrad in den Raum und meinte, der Silberberg und der Eisenhammer könnten interessanter dargestellt werden. Doch die Fragen an die vielen potentiellen Kunden sind doch, was wollen sie, was interessiert sie besonders? Es gibt sicher noch viel mehr, noch viel mehr Betriebe, Handwerker und Gastronomen, die auch was Besonderes, Außergewöhnliches zu bieten haben. Meldet euch, macht mit. Bringt die Region ins Gespräch. Es profitiert am Ende jeder davon, die Kunden und die Anbieter. Doch die Angebote müssen die Unternehmer selbst schaffen, die Gesellschaft „Handwerk und Kultur erleben“ steht beratend zur Seite, aber Gedanken machen muss sich schon jeder selbst. Geht es ins Detail, stehen qualifizierte Mitarbeiterinnen zur Seite. Nicole Wittig und Karina Scherbel sind erste Ansprechpartnerinnen und für die Organisation zuständig. „Die Menschen sind heute neugierig, sie wollen was erleben. Sind sie mutig und arbeiten sie selbstbewusst ein Programm für ihren Betrieb, ihr Museum oder ihre Gastronomie aus, sie werden sehen, es wird angenommen“, erklärte Thomas Luger. Und er lud auch alle ein, die bei dieser Infoveranstaltung nicht dabei waren, sich Gedanken zu machen und mit einzubringen.

Komplettpakete anbieten – das kommt an
Dadurch, dass für Gruppenreisende sogenannte „Pakete“ angeboten werden, das heißt Besichtigung, Verköstigung, Rundfahrten, Führungen und dazwischen Essens- und Kaffeepausen in teilnehmenden Gastronomiebetrieben. Tagesreisen, Halbtagesreisen, Naturreisen, für kleine und große Gruppen – alles ist möglich und zu buchen. Und da könnten die Angebote des Oberen Rodachtals problemlos mit einfließen. Eine „länderübergreifende“ Zusammenarbeit von Bayern bzw. Franken und Thüringen leistet außerdem einen guten Beitrag, dass Menschen zweier unterschiedlicher Tourismusregionen und Bundesländer noch enger zusammenwachsen und sich intensiver austauschen. Das Angebot ist deshalb bewusst „grenzenlos“.

Sandra Heinz vom Tourismusverband Oberes Rodachtal steht voll hinter der Idee der Kooperation mit der Rennsteigregion. Sie ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit auch den Tourismus im Oberen Rodachtal weiter nach vorne bringen wird. Wenn man genau überlegt, gibt es hier viele interessante Dinge, die sozusagen „hervorgeholt“ werden müssen. Es steckt sicher viel Arbeit dahinter, aber es wird sich sicher lohnen. Und jeder kann sich Rat holen, seine Stärken erkennen. „Wir werden das mit jedem einzelnen Anbieter klären, jeder muss seine Ideen vorstellen. Aber oftmals braucht es einen kleinen Stups, damit man sich auch traut, etwas wagt“, sagte Sandra Heinz. „Das Potential ist da, doch die Arbeit beginnt erst jetzt so richtig“, bestätigte die junge Frau.

Für Jens Korn steht eines fest, gemeinsam können Erlebnisse in der Region auf die Beine gestellt, die Verbindung zwischen den einzelnen „Attraktionen“ hergestellt und so ein harmonisches neues Angebot an Gruppenfahrten erstellt werden, das professionell vermarktet wird. Auch Markus Franz vom Frankenwald Tourismus sah die Zusammenarbeit bzw. Kooperation als etwas Positives, das sicher neue Besucher anlocken wird.

Kategorien: Rathaus, Tourismus