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Gerberhaus zeigt sein Potential

15.06.2020 Arbeiten laufen gut – Aufteilung ist nun sichtbar – Dachterrasse bleibt.

Steinwiesen (sd) „Endlich sieht man was“, „Wie wird es innen aussehen“, Wann kann man mal reinschauen“ und „Wann ist es fertig“ – alle diese Fragen stellen sich die Anwohner, Neugierige und Durchfahrende, die die Baustelle mitten im Ort passieren. Sie ist immer wieder ein Anziehungspunkt für Alt und Jung, die die „verhüllte Fassade“, die an ein „Christo-Verhüllungsprojekt“ erinnert, gerne durchdringen würden.

Das Gerberhaus ist ein Gebäude, das die Ortsmitte von Steinwiesen entscheidend prägt und in seiner Struktur und Form unbedingt erhalten bleiben soll. Und deshalb wird sich auch die Fassade nicht komplett ändern, sondern die großzügige Fensterfront auch nach dem Umbau erhalten bleiben. Dahinter befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum mit einer kleinen Küche. Es soll ein Treffpunkt werden sowohl für die Bewohner des Gerberhauses als auch für die Bürger von Steinwiesen. Ein Treffpunkt, wo man zusammen lachen, sich unterhalten und einiges unternehmen kann. „Es ist geplant, dass sich jeder Bewohner der möchte, auch in der Gemeinschaft wohl fühlen kann, ohne dabei seine Privatsphäre zu verlieren“, erklärt der Investor Rainer Kober. Das heißt, niemand wird gezwungen, aber jeder ist willkommen. Im Erdgeschoss befindet sich außerdem das Büro des Quartiermanagements. Die Quartiermanagerin wird für alle Belange der Mieter das sein. „In der Heimat wohnen- ein Leben lang“ – so heißt die Devise und genau das wird auch im Gerberhaus umgesetzt. Niemand ist allein gelassen, es gibt immer einen Ansprechpartner für die Belange des täglichen Lebens.

Wohnungen
Die Wohnungen sind alle barrierefrei ausgerichtet und erreichbar. Im Erdgeschoss befinden sich zwei kleine Wohnungen, im ersten Stock vier Wohnungen. Das großzügige Dachgeschoss beherbergt ebenfalls drei Wohnungen. Außerdem den Dachgarten, der ebenfalls ein Treffpunkt für alle sein soll und einen herrlichen Blick über die Dächer von Steinwiesen und den Flusslauf der Rodach bietet. „Die Dachterrasse haben wir Herrn Kober zu verdanken, der dafür eine kleine Wohnung geopfert hat. Aber es lohnt sich wirklich“, lobt Architekt Bernd Hüttner die Bauausführung. Durch einen Aufzug sind alle Etagen problemlos und barrierefrei zu erreichen. Die neun Wohneinheiten sind zwischen 40 bis 60 Quadratmeter groß und davon sind drei als Sozialgeförderte Wohnungen eingeplant. Ein Wohn-Schlafbereich, ein kleiner Küchenbereich und natürlich ein kleines Bad beinhaltet jede Wohnung. Für den Umbau des Gerberhauses waren aber massive Eingriffe in die Bausubstanz notwendig, besonders im Dachstuhl mussten Balken eingezogen werden. Der Bau aus den 70ern war eine Herausforderung, was den sinnvollen Umbau betraf. Die Balkone wurden komplett abgebaut, dafür werden Fenster bis zum Boden mit sogenannten Französischen Balkonen eingesetzt, wo man zwar über ein Balkongitter hinausschauen kann, aber der nicht betreten werden kann. „Es war uns wichtig und richtig, viel mit dem vorhandenen Bestand zu arbeiten. Soweit dies Sinn machte, natürlich“, sagt Bernd Hüttner.


Das Gerberhaus vor dem Umbau

Kooperation
Das ganze Projekt konnte nur in Kooperation mit dem Caritasverband des Landkreises Kronach, dem Investor und Bauherrn Rainer Kober, der Marktgemeinde Steinwiesen sowie der In der Heimat wohnen GmbH durchgeführt werden. Der Caritasverband wird das Quartiermanagement aufbauen und sich die Personal- und Sachkosten mit der Gemeinde Steinwiesen zu je 50% teilen. Die öffentlichen Bereiche im Erdgeschoss werden über die Nordostbayerninitiative gefördert. Hier gilt, für die förderfähigen Kosten betragen die Zuschüsse 90%. Für den Umbau des Gerberhauses in Wohnungen ist finanziell ausschließlich der Bauherr und Investor Rainer Kober zuständig. Nach dem Stand der bisherigen Arbeiten, wo nun auch die einzelnen Wohnungen abgetrennt und deren Umfang gut nachzuvollziehen ist, soll das Projekt zum Jahresende fertiggestellt werden. Wie Rainer Kober berichtet, gibt es auch bereits Interessenten für die Wohnungen. Die offizielle Bewerbung der Wohneinheiten wird dann im Herbst durch die Quartiersmanagerin beginnen. „Aber eine Wohnung ist für die Vorbesitzerin Elfriede Müller vorgesehen, sie möchte in die Heimat zurückkommen“, sagt Kober stolz.

Gartenanlage im ehemaligen Postgarten
Doch auch wenn das Gerberhaus keinen Garten und keine Außenanlage besitzt, muss niemand auf ein kleines Plätzchen zum Entspannen, als Treffpunkt und nur so zum „Dort sitzen“ für die Freizeit verzichten. Gleich neben dem Gerberhaus, gegenüber der Raiffeisenbank gibt es den ehemaligen Postgarten. Hier soll eine kleine Parkanlage entstehen, die vom Gerberhaus aus nach wenigen Metern erreichen kann, ohne die Durchgangsstraße zu betreten. Verschieden Elemente wie Pergola, Brunnen und Obstgarten sollen vorhanden sein. Blumen und Grün – für jeden wird es etwas geben. Die Anlage ist öffentlich, aber gerade auch für die Bewohner des Projektes „In der Heimat wohnen“ gedacht. Es wird auch hier einen Nutzungsvertrag über 25 Jahre geben und die Förderung ist über die Städtebauförderung möglich. „Es ist eine Win-Win Situation, es hat jeder was davon, die Gemeinde, die Bürger und unsere Mieter des Gerberhauses“, sagt Rainer Kober in der Vorfreude, wenn seine beiden Projekte fertig und eingeweiht sein werden.

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