Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Museumsbahn Steinwiesen
Die Ködeltalsperre im Herbst
Sonnendurchfluteter Hochwald
Herbst in der Leitsch
Abendrot über den Dächern von Nurn
Fränkische Schlehen
Der Herbst umgibt die Talsperre
wunderschöne Farbenpracht

Gesangverein „Cäcilia“ steht vor der Auflösung

03.05.2018 Niemand will als Vorsitzender Verantwortung übernehmen.

Steinwiesen (sd) Es kam, wie es eigentlich schon zu befürchten war. Auch die zweite außerordentliche Mitgliederversammlung des Gesangvereins „Cäcilia“ Steinwiesen brachte kein Ergebnis in Bezug auf eine neue Vorstandschaft. Die kommissarische Vorsitzende Monika Rohr war von der geringen Beteiligung der Mitglieder an der Versammlung etwas enttäuscht und meinte, man stehe nun wieder vor der gleichen Situation wie bei der letzten außerordentlichen Versammlung am 20. Februar (die NP berichtete). Trotz intensiver Bemühungen hat sich niemand bereit erklärt, Verantwortung im Verein zu übernehmen und als erster Vorsitzender oder erste Vorsitzende anzutreten. Deshalb können auch die anderen Vorstandschaftsposten nicht vergeben werden. So bleibt eigentlich nur noch die Auflösung des Traditionsvereins, der vor zwei Jahren sein 125jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Konzert gefeiert hatte. „Es is a Schand“, konnte man aus den Reihen der anwesenden meist passiven Mitglieder hören. Aber es fand sich trotzdem niemand, der sich an die Spitze stellen wollte. Dass die Vorstandsmitglieder zu schnell ihre Posten niedergelegt hätten, war die Rede. Sie hätten sich beruhigen und noch einmal mit den Mitgliedern reden müssen. Ehrendirigent Walter Klose meinte, dass die Situation dermaßen verfahren sei, dass niemand mehr zur Mitarbeit bereit sei. Er prangerte auch an, dass man die Entscheidungen, die letztendlich zum Bruch im Verein geführt haben, eigentlich mit den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung abstimmen hätte müssen. Laut Satzung habe die Vorstandschaft Vorschläge zu machen, die in der Versammlung entschieden werden. „Es wurde auch viel geändert, ohne sich an die Satzung zu halten, zum Beispiel die Ständela und das Recht auf die wöchentliche Chorprobe“, sagte Klose.

Bürgermeister Gerhard Wunder erklärte, dass bei der Auflösung des Vereins zwei Drittel der anwesenden Mitglieder dafür sein müssen. Es wird deshalb in einiger Zeit eine erneute außerordentliche Mitgliedersitzung geben, bei der dann der Verein aufgelöst wird, sollte sich nicht doch noch jemand finden, der ihn übernimmt. In dieser Zeit werde er mit dem Vereinsgericht abklären, wie der genaue Ablauf der Auflösung ist, damit auch rechtlich alles seine Ordnung hat. Er bedauerte es sehr, wenn es die „Cäcilia“ nicht mehr gibt. Aber ein Gesangverein ohne Chor ist ja auch nicht das Wahre. „Vielleicht gibt es irgendwann einen Neuaufbau und neue Leute, die es in die Hand nehmen.

Für Monika Rohr war der Ausgang der Sitzung sehr traurig. Sie betonte, dass alle ihre Posten gerne ausgefüllt und zum Wohle des Vereins gearbeitet haben. Das Vereinsvermögen wird bei einer Auflösung der Gemeinde übergeben. Es soll aber zweckgebunden für den Kinderchor in der Grundschule Steinwiesen verwendet werden.

Abschließend appellierte Bürgermeister Gerhard Wunder noch einmal eindringlich an die Mitglieder, ob sich nicht vielleicht doch jemand bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen, um der Auflösung zu entgehen. „Wenn jeder über seinen Schatten springen und alle aufeinander zugehen würden, könnte doch noch eine Lösung gefunden werden. Die Aktiven wollen doch singen“, sagte Wunder.

Die Vorsitzende der Sängerfreunde Nurn, Elisabeth Daum meldete sich zu Wort und erklärte, dass sie Karina Klaumünzner weiter als Chorleiterin beschäftigen. Alle zwei Wochen findet eine Singstunde statt und hierzu lud sie die Sänger aus Steinwiesen ein. „Wer singen möchte, kann gerne zu uns kommen als Gastsänger.“ Die 11 Sänger aus Nurn werden sich allerdings nur bei örtlichen Veranstaltungen als kleiner Chor einbringen.

Vorgeschichte
Nachdem die Zusammenarbeit mit der Chorleiterin Karina Klaumünzner im Dezember für den Gesangverein Cäcilia aufgekündigt wurde und sich daraus auch die Beendigung der Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn ergeben hatte, (die NP berichtete) gab es viele Diskussionen innerhalb des Vereins. Bei der Jahreshauptversammlung am 9. Januar 2018 brachten die Neuwahlen deshalb kein befriedigendes Ergebnis. Die bisherige Vorsitzende Michaela Mattes trat aufgrund der Vorkommnisse nicht mehr zur Wahl an, ebenso die Schriftführerin Anita Rüger und die Kassenverwalterin Birgit Beierlorzer. Deshalb wurde nun bereits eine zweite außerordentliche Hauptversammlung notwendig, die leider wieder kein Ergebnis brachte.

Kategorien: Vereine