Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Glaube

04.09.2020 Martel sind auch in der modernen Zeit Zeichen des Dankes und der Erinnerung.

Steinwiesen (sd) „Martel“, so werden hier in Franken und Süddeutschland die Bildstöcke genannt, der oft auf den Fluren oder an den Wegen zu finden sind. Meistens wurden sie zum Andenken errichtet, wenn ein Unglück oder ein Todesfall geschehen ist. Manchmal zur Mahnung und ab und zu auch zum Dank. Zum Dank dafür, dass man aus einer ausweglosen Situation wieder herausgekommen ist, zum Dank dafür, dass man eine Krankheit überwunden hat oder auch zum Andenken an einen lieben Menschen.

Diese „Martel“ sind oft schon viele Jahrzehnte, manche schon Jahrhunderte alt. Aus Stein gemeißelt oder aus Metall überdauern sie die Zeit. Heutzutage werden diese Mahnmale oftmals belächelt. Man stellt höchstens ein kleines Kreuz oder ein Licht an eine Unfallstelle und ab und zu einen Blumengruß. Doch so richtige Martel gibt es nur noch selten. Einer, der sich getraut hat, ein Martel mit dem Bild der Gottesmutter Maria und dem Heiland am Kreuz aufzustellen, ist Gottwin Vogler aus Steinwiesen. Er hat eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich und als er vor eineinhalb Jahren drei Monate in Erlangen in drei verschiedenen Krankenhäusern war und einige Operationen hinter sich hatte, wurde er von den Ärzten bereits aufgegeben. Ein Tumor im Rücken, gleich hinter dem Herzen und Metastasen in der Lunge hatten den Körper zu sehr geschwächt. „Meine Hoffnung war nur die Gottesmutter Maria und der Herrgott, sie habe ich angefleht“, berichtet Gottwin Vogler. Manche mögen darüber lachen, aber für den gläubigen Katholiken war dies der einzige Ausweg. Und es heißt ja, der Glaube versetzt Berge. Bei seiner letzten Untersuchung waren die Metastasen weg, der Tumor ausgeheilt und die Diagnose versetzte sogar seine Ärzte in Staunen, die sich das nicht erklären konnten.

Doch nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus musste Gottwin Vogler den nächsten Schicksalsschlag verdauen. Seine Frau Silvia musste ebenfalls in die Klinik, in der sie vor einem Jahr an Brustkrebs verstarb. Da wuchs in dem 71-jährigen die Idee, ein Martel aufzustellen, um für seine Genesung zu danken und als Erinnerung an seine Frau, mit der er lange Jahre verbracht hatte. Auch die momentane Bedrohung durch den Corona-Virus bettete er in sein Martel mit ein. Ein Holzsockel, darauf ein Kreuz mit Korpus und ein Bild der Madonna, bedeckt von einem hölzernen Dach, das war sein Werk, das er eigenhändig fertigte. Zum Schutz ließ er noch ein Kupferdach darüber anbringen. Zusammen mit seiner Schwiegermutter Brigitte Raab legte er vor dem Martel ein farbenprächtiges Blumenbeet an. Dieses Beet, das Martel und ein weiteres Blumenbeet mit niedrigen weißen Zaunelementen und eine nostalgische Bank stellen eine Idylle der Ruhe und Erinnerung da, die vor dieser Felswand mit ihren Felsenkellern niemand vermutet hat.


Kategorien: Kirche, Sonstiges