Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen

Herausforderung wurde hervorragend gemeistert

18.01.2019 DLRG Steinwiesen zweimal beim Katastrophenfall in Traunstein im Einsatz.

Steinwiesen (sd) „Es war wie eine weiße Wand vor uns“, so beschreibt Achim Wrobel die Ankunft am vergangenen Freitag im Katastrophengebiet Traunstein. Von 0 auf 100 kann man sagen, denn in der Heimat lag so gut wie kein Schnee. Zusammen mit anderen Einsatzkräften der DLRG aus Oberfranken waren die Steinwiesener eingetroffen und wurden sofort eingesetzt. Das Flachdach einer Schule in Siegsdorf in der Nähe von Traunstein musste vorrangig vom Schnee befreit werden, da dort die Unterbringung der Helfer angedacht war.

Die Einsatzkräfte der DLRG haben insbesondere die Aufgaben, unter spezieller Absturzsicherung Dächer von den Schneemassen zu befreien. War das Flachdach der Schule noch verhältnismäßig leicht zu bewältigen, da dort auch Schneefräsen eingesetzt werden konnten, so stellten die Spitz- und Giebeldächer die Hilfskräfte teilweise vor fast unlösbaren Aufgaben. Es konnte nur per Hand vom Schnee befreit werden und somit war hier war die Sicherung der Helfer vorrangig und wurde mit zwei Systemen aufgebaut. Ein Seilsicherungsapparat für alle und zusätzlich wurde jeder Helfer noch mit Seilen gesichert, die von anderen Helfern vom Boden aus gehalten wurden. Welche Anwesen bzw. Dächer abgeschaufelt werden mussten, wurde von der Einsatzleitung vor Ort und ausgebildetem Fachpersonal nach Priorität festgesetzt. Jeder Gruppe wies man dann den Einsatzort zu, der erst nach vollendeter Arbeit verlassen wurde. Das Zusammenwirken und Zusammenarbeiten der verschiedenen DLRG-Züge und der anderen Hilfsorganisationen war hervorragend. Jeder wusste, dass er sich auf den anderen verlassen konnte. Der Höchststand an Einsatzkräften der DLRG betrug am Sonntag über 300, darunter waren sechs Wasserrettungszüge aus allen bayerischen Bezirken.

Die zweite Gruppe der DLRG Steinwiesen machte sich dann am Sonntag früh auf den Weg nach Traunstein. Diesmal waren bereits ab der Hollertau große Kolonnen von DLRG Kräften aus Oberfranken, der Oberpfalz, Mittelfranken und anderen Bezirken in Richtung der Einsatzorte unterwegs. „Als wir bei der Ausfahrt Traunstein die Autobahn verlassen haben, lag vor uns ein Teppich an Rettungsfahrzeugen. So etwas habe ich noch nie gesehen“, erinnert sich der technische Leiter der DLRG Steinwiesen, Stephan Wrobel. Die Koordination allein war schon eine logistische Herausforderung für die Einsatzleitung vor Ort. Die Aufteilung erfolgte und Steinwiesen, Hof, Bamberg/Gaustadt und Burgebrach bekamen ein Haus sowie ein landwirtschaftliches Anwesen zugewiesen. „Das Haus hatte ein sehr steiles Dach und war rundherum so eingeschneit, dass wir erst Platz machen mussten, um mit den Leitern überhaupt auf das Dach zu kommen, meint Wrobel. Bei strömenden Regen dauerte es vier Stunden, bis die Last vom Dach genommen war. Bei jedem Quadratmeter merkte man, wie sich die Balken wieder in die Normalposition brachten, der Druck war wirklich enorm gewesen. Und dass nicht nur Männer hier mitarbeiten, zeigten die vielen Frauen, die wortwörtlich auch auf den Dächern „ihren Mann“ standen.


Ein Helfer der DLRG beim Abschaufeln eines Daches

Die DLRG Steinwiesen war quasi von Donnerstag bis Dienstag auf Bereitschaft und hätte zu jeder Zeit eine Einsatzmannschaft stellen können. Glücklicherweise beruhigte sich die Lage bzw. wurden auch Einsatzkräfte aus anderen Bezirken mit eingesetzt, sodass man nach zwei Einsätzen am Mittwoch nicht mehr in das betroffene Gebiet fahren musste. Das Wochenende war für den Stützpunkt Steinwiesen mehr als stressig gewesen. Zwei weitere Veranstaltungen (Besuch der DLRG von der Ostsee und der Ausflug mit der DLRG-Jugend) wollten an diesem Wochenende bewältigt werden. „Das Telefon ist heiß gelaufen, aber wir haben es geschafft. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man helfen konnte“, sagt Stephan Wrobel nachdenklich. Ein besonderer Aspekt in diesem ganzen Katastrophenalarm war der, dass so viele Arbeitgeber spontan und flexibel ihre Arbeitnehmer freistellten, damit sie den Einsatz bewältigen konnten. Ihnen gilt ein großer Dank. Die Helfer wurden außerdem vor Ort von den Hausbewohnern permanent mit heißen Getränken und Essen versorgt, denn die Dankbarkeit der Bewohner war sehr groß.

Kategorien: Vereine, Sonstiges