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Jenseits von Shopping-Stress, Lichterketten, Glühwein & Co.

10.01.2020 Unter dem Motto „Wie ein Licht in der Dunkelheit“ stand der Jugend-Gottesdienst am Vorabend des 4. Advents in der Pfarrkirche St. Laurentius Neufang.

Neufang - Engeladen hatte die örtliche Katholische Landjugend, die den wahren Sinn von Weihnachten „beleuchtete“.

„Ich liebe Weihnachten: Die bunten Lichter, die Weihnachtsmärkte und den leckeren Glühwein. Einfach eine gute Zeit zum Partymachen“, schwärmt Pater Helmut Haagen in seinem Zwiegespräch mit Jana. Dem Pater - mit blinkender Weihnachtsmann-Mütze auf dem Kopf, die Glühweintasse in der Hand und „ummantelt“ von einem leuchtenden Lichterschlauch - kann es, nach eigenem Bekunden, gar nicht bunt genug sein. Kaufhäuser und Einkaufsstraßen lüden ein zum Shoppen und Geschenke-Kaufen. „Du hast Weihnachten doch gar nicht verstanden“, hält ihm Jana entgegen, dass es dabei um etwas ganz anderes gehe: „Es geht um die Weihnachtsgeschichte, um die Geburt Jesu. Er hat uns das Licht gebracht!“

Besondere Momente der Weihnachts-Vorfreude in Wort und Musik, Licht und Dunkelheit - Einen wohltuenden Gegenpol zum dieser Tage allgegenwärtigen Trubel mit Shopping-Stress, Lichterketten, Glühweinbude und Jingle Bells in Dauerberieselung setzte am Samstag der vorweihnachtliche Jugend-Gottesdienst in St. Laurentius Neufang. Im - mit Ausnahme des in ein zauberhaftes rotes Licht getauchten Altarbereichs - wohlig abgedunkelten Gotteshaus richteten die jungen Leute die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche dieser Tage.

Im Mittelpunkt stand dabei ein kleines Anspiel mit Pater Helmut Haagen sowie den Jugendlichen Jana und Sophie über den Sinn von Weihnachten - mit der schließlich gewonnenen Erkenntnis: Es geht nicht um den kollektiven Kaufrausch und auch nicht um die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt. Es geht auch nicht um die bunten Lichter, sondern um das Licht der Hoffnung und der Liebe Gottes, wofür insbesondere die Kerze eine Symbol ist: Man kann das Licht der Kerze weitergeben. Es teilen - mit Freunden, der Familie - aber auch mit denen, die am Rand der Gesellschaft stehen und nach Liebe und Aufmerksamkeit hungern. „Wenn man den Sinn verstanden hat, was das Eigentliche dieser Zeit ist und dass der Rest schmückendes Beiwerk ist, dann kann man auch Geschenke kaufen und sich auf Weihnachtsmärkten mit Freunden treffen!“, bekundeten die jungen Leute.

Eingangs des Gottesdienstes hatten in der völlig abgedunkelten Kirche Laura und Hanna von der Empore herab, Xenia von der Kanzel sowie Lina vom Seiteneingang „Die vier Stimmen der Angst“ zu Gehör gebracht: Angst, vom Wege abzukommen und zu stolpern; Angst vor einer immer dunkler werdenden Gesellschaft und einer immer größer werdenden Gewaltbereitschaft; Angst, dass Macht, Geld und Besitz zu den wichtigsten Werten der Gesellschaft werden; Angst vor der Zukunft! Mit einer brennenden Kerze trat Eva schließlich aus dem Mittelgang vor zum Altar und zündete dort die Altarkerzen an. Jugendliche übernahmen auch die Kyrierufe und Fürbitten, während Paula die Geschichte „Das besondere Geschenk“ vom kleinen Hirten Joshua an das Jesuskind vorlas.

„Wir hatten alles geplant. Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete“ - Pater Helmut Haagen erinnerte in seiner Predigt an die Ereignisse des 9. Oktobers 1989 - Tag der alles entscheidenden Montagsdemonstration - und den von SED-Zentralkomitee-Mitglied Horst Sintermann im Nachhinein gesprochenen Satz, als das Ende der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bereits besiegelt war. Rund 70.000 Menschen waren damals in Leipzig für die demokratische Erneuerung der DDR auf die Straße gegangen - Ein Sieg der Kerzen und Gebete!

Der besondere Dank der Jugendlichen galt abschließend dem Pater für die Mitgestaltung sowie Monika Kukowski für das Einstudieren des Gottesdienstes als auch Ewald Bätz für die beeindruckende Licht- und Tontechnik. Die vielen Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche wurden abschließend - passend zum Thema - mit selbst gebastelten Kerzen mit Engelflügeln beschenkt, versehen mit dem Wunsch eines „leuchtenden“ Weihnachtsfests. hs

Kategorien: Kirche