Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Jubiläum in Nurn

18.07.2016 60 Jahre Kirche St. Michael in Nurn.

Nurn - Unter einem besonderen Stern steht in diesem Jahr die Kirchweih in Nurn, die an diesem Wochenende begangen wird. Vor sechs Jahrzehnten wurde nämlich der Bau der St. Michaels-Kirche abgeschlossen. So erfolgte Mitte Juli 1956 die Einweihung des neuen Gotteshauses durch den seinerzeitigen Bamberger Erzbischof Dr. Josef Schneider.

Aus Anlass dieses 60-jährigen Bestehens der Nurner Kirche findet am kommenden Sonntag, 17. Juli, um 10 Uhr ein Festgottesdienst statt. Zur traditionellen Kirchenparade treffen sich die örtlichen Vereine um 9.45 Uhr beim Mehrzweckhaus. Umrahmt wird der Gottesdienst vom Liederkreis Gemeinsangkeit Nordhalben. Nach der Eucharistiefeier findet in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses ein Frühschoppen mit dem örtlichen Musikverein statt, dem sich an gleicher Stelle am Nachmittag ein Gartenfest anschließt.

Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass im Jahre 1688 die "Nührner" an den Fürsten zu Bamberg die Bitte richteten, während des Jahres "drey Hely. Messen alles an der Kirchwey, Patrocinium und St. Michaelserscheinung lesen lassen zu dürfen". Jedoch wollte Steinwiesen die Erlaubnis nicht geben, sondern "unverantwortlich mit bedrohlichen Worten die Kirchenthür zuspehren und vermauern lassen". 1744 durften die Nurner fortan die Messe ungehindert lesen lassen, jedoch unter der Bedingung, dass sämtliche Opfergelder der Mutterkirche Steinwiesen zuflossen. 1923 wurde Nurn, die Filiale von Steinwiesen, Kuratie.

Ein Brand in der Silvesternacht 1954/55 im Beichtstuhl der seinerzeitigen in der Ortsmitte befindlichen Kirche war der letzte Anstoß, einen schon lange zuvor gefassten Plan zum Bau eines neuen Gotteshauses zu verwirklichen. Im Jahre 1938 war eigentlich alles schon bereit gewesen, doch da verhinderte der beginnende Zweite Weltkrieg den Bau. In der Kirchenchronik wird der Brand, der die Orgel und den Beichtstuhl vollkommen vernichtete und den gesamten Innenraum in Rauch schwärzte, als ein Fingerzeig Gottes gedeutet. Was folgten waren die verschiedensten Termine. Diese reichten von einer Bürgerversammlung über die Erstellung der Pläne und der Vergabe von Aufträgen bis zur Grundsteinlegung am 19. Mai 1955.

Der Urkunde zur Grundsteinlegung ist zu entnehmen, dass viele Helfer "unserer armen Gemeinde", eine amerikanische Hilfsorganisation zur Erbauung von Gotteshäusern sowie die Nachbargemeinden in christlicher Liebe halfen, die Kirche entstehen zu lassen.
Das Richtfest war am 20. August 1955 und am 6. Mai 1956 die Glockenweihe. Die drei Glocken mit einem Gesamtgewicht von 1068 Kilogramm wurden benannt nach St. Michael (“beschütze unsere Gemeinde”), St. Gabriel (“künde uns frohe Botschaft”) und St. Raphael (“geleite unsere Jugend”). Bereits vier Tage später fand der erste Gottesdienst im neuen Gebetshaus statt. Die kirchliche Weihehandlung war am 22. Juli vor 60 Jahren. Seitdem wird jeweils am dritten Juli-Wochenende das Kirchweihfest begangen. Das gesellige Leben spielt sich dabei vorwiegend in den beiden örtlichen Gastwirtschaften Deuerling und Klug ab. In diesem Jahr hat auch der Kickerclub seine Pforten am Samstag ab 15 Uhr in der „Mehrzweckarena“ geöffnet. Um 17 Uhr findet dabei das Landesliga-Punktspiel gegen den TFC Bamberg statt. Das traditionelle Kerwa-Anspielen durch den Musikverein ist am Samstag.

Zum Kircheninneren
Betritt man das auf der Straße nach Hubertushöhe gelegene Gotteshaus, dann fällt einem vor allem das immens große Bild im Altarraum ins Auge. Es zeigt die Heilige Dreifaltigkeit: Gott Vater hält den gekreuzigten Sohn und der Geist ist in Form einer Taube sichtbar.
Am linken Seitenalter ist die Muttergottes mit vier Stationen aus ihrem Leben zu sehen. Gleiches gilt für das rechte Seitenaltarbild mit dem Heiligen Josef.
Als ein Schatz der Nurner Kirche dürfen die an der linken Seite des Altarraums befindlichen Sitzfiguren der vier Evangelisten, die von der Kanzel der alten Kirche noch gerettet werden konnten, und die Krönung Mariens, betrachtet werden. Vervollständigt wird der Altarraum an der rechten Seite mit dem Erzengel Michael, dem Schutzpatron der Nurner Christen.

Dass die vergangenen 60 Jahre an der auf den Höhen des Frankenwaldes gelegenen Kirche nicht spurlos vorbei gegangen sind, beweisen viele notwendig gewordenen Arbeiten. Unter anderem musste im Jahre 1987 das Glockenläuten eingestellt werden, da sich die Bruchsteinverblendung des Turmes gelöst hatte. Im Rahmen einer notwendig gewordenen Renovierung erhielt das Innere der Kirche (1991) einen neuen Volksaltar, der den früheren Motiven angepasst wurde. Neu hinzu kam ein Ambo, der die Inschrift “Dein Wort ist Licht für Deine Pfade trägt”. Eine weitere Maßnahme war im Jahre 1992 die Dachsanierung. Aktuell stehen Sanierungsarbeiten am Kirchturm an, wobei die Turmuhr runderneuert werden soll und die Zifferblätter sowie der Zeiger einen Neuanstrich erhalten sollen.

Die Priester in Nurn waren:
Pfarrer Michael Kropp (1946 bis 1958), Kuratus Hubert Thomalla (1958 bis 1969), Geistlicher Rat Johannes Seifert (1970 bis 1995), Pfarrer Hans Martin (1996 bis 1998) und Pater Stanislaus Szulhaczewicz (1998 bis 2008), Pfarrer Richard F. Reis (seit 2008). hf / Hans Franz




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