Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Marktgemeinderatssitzung September

29.09.2017 Tourismusentwicklung und Kommunalmarketing standen im Fokus der Marktgemeinderatsitzung.

Tourismusentwicklung im Oberen Rodachtal – Rückblick und Vorschau
Steinwiesen (sd) Sandra Heinz und Katrin Franz vom Tourismusbüro Oberes Rodachtal konnten berichten, dass 73 Mitglieder im Tourismusverband sind, davon 43 Vermieter und 30 Fördermitglieder. Die Übernachtungszahlen der Vermieter unter 10 Betten sind rückläufig, allerdings vermieten von 19 nur noch 14 und davon haben nur 10 ihre Zahlen gemeldet. Es gibt also durchaus eine Dunkelziffer. Man sie bei einigen Messen dabei gewesen und habe durchaus positive Nachrichten erhalten. Der Verkauf von heimischen Produkten sei ebenfalls rückläufig, was vor allem den niedrigen Gästezahlen im Hotel geschuldet war. Sandra Heinz zeigte auf, worauf man sich in den einzelnen Rodachtalgemeinden konzentrieren solle. In Nordhalben eine bessere Vermarktung der Klöppelschule, in Steinwiesen durch Beratung der Vermieter eine Steigerung der Gästezahlen, Tagestourismus und Busreisen fördern, in Wallenfels Entwicklung neuer Angebote bei der Flößerei. Anfang Oktober soll ein Treffen aller Gastronomen im Oberen Rodachtal stattfinden. Sie habe sich einen Überblick verschafft seit sie am 1. August die Stelle angetreten hat und viele Gespräche mit Vermietern und Gastronomen sowie Ehrenamtlichen geführt. Besonders Steinwiesen habe ein großes Potential mit der neuen Führung des Hotels. Hier ist die Onlineverfügbarkeit und die Onlinebewertung ein entscheidender Faktor. „Die Bewertungen gingen in den letzten Jahren immer mehr ins Negative, aber seit das Hotel in neuen Händen liegt, werden auch die Bewertungen wieder viel positiver“, berichtete Sandra Heinz. Es gibt gute Ferienwohnungen und Ferienhäuser, auch im vier Sterne Bereich. Ausgezeichnete Wanderwege mit Einkehrmöglichkeiten und lebendige Historie sind vorhanden. Sandra Heinz führte weiter aus, dass man sich überlegen müsse, wo man touristisch hin wolle. Welche Gäste man ansprechen wolle und welches Thema am authentischsten zur Gegend passt. Was ist überhaupt möglich, auch in der Preisgestaltung? „Wichtig ist, wollen wir Eigenverantwortung übernehmen und anpacken oder abwarten und jammern“, stellte Heinz fest.

In der anschließenden Diskussion wurde klar, dass es eine bessere Vernetzung mit anderen Tourismusorganisationen geben muss. Schilder von Gasthäusern, die nicht mehr aktuell sind, ändern oder abbauen, der Frankenwald muss besser bekannt gemacht werden, nicht nur im Umkreis bekannt sein. Hier wäre der Bezirk gefragt, meinte Richard Rauh (SPD). Auch die Gastronomen sind gefragt, denn nur bei guter Qualität gibt es gute Mundpropaganda, die gerade in diesem Sektor sehr wichtig ist. Dies und eine online-Plattform eröffnen neue Märkte, der Gast muss das versprochene Angebot aber auch vorfinden. Da muss die Basis stimmen.

Kommunalmarketing – Informationen erste Ergebnisse
Rainer Kober von Kronach Creativ und Margarita Volk-Lovrinovic stellten die ersten Ergebnisse im Bereich Kommunalmarketing vor. Die Bestandsanalyse, was gibt es schon für Informationen (ISEK, Studien) und das „Wohin will die Gemeinde“ galt es bei 15 Interviews zu vertiefen. Es wurden repräsentative Bürger befragt aus allen Schichten und Altersgruppen. Um eine Gemeinde und ihre Einwohner verstehen zu können, muss man in die Vergangenheit blicken um die Zukunft zu gestalten. Was prägt und beeinflusst die Bewohner? Es wurde schnell klar, dass eigentlich alle gerne hier wohnen, leben und arbeiten. In 277 Gewerbebetrieben in der Großgemeinde gibt es 706 Arbeitsplätze. Es gibt attraktiven Erholungsraum, touristisches Potential, tolle Landschaft und viele ganz besondere Plätze. Volk-Lovrinovic betonte, man müsse sich klar positionieren und dann notwendige Rahmenbedingungen schaffen. Gerade jetzt eröffnen sich vielseitige Chancen mit dem Waldgebiet 2017, der neuen Hotelführung usw. Der Gemeinschaftssinn und die Naturnähe, eine funktionierende Grundversorgung und sogar darüber hinaus sowie viele kreative Köpfe in der Gemeinde und den Vereinen sorgen für eine aktive Dorfgemeinschaft und leberndiges Brauchtum. „Wir leben da, wo andere Urlaub machen“ und „Hier ist die Welt noch in Ordnung“ waren häufige Aussagen bei den Interviews. Die Herausforderung wird sein, den Einwohnerverlust zu stoppen. Denn nicht alle, die gehen, verlassen den Landkreis. 44% davon bleiben in der Umgebung, warum sollen sie nicht gleich in Steinwiesen bleiben? Richard Rauh (SPD) meinte, man habe eigentlich nicht viel Neues erfahren. Erfreulich sei die Steigerung der Arbeitsplätze. Er meinte, die Fragen sei doch nach wie vor, warum soll ich in Steinwiesen sesshaft werden und warum soll ich in Steinwiesen Urlaub machen. Rainer Kober meinte, aber nun sei eine solide Basis geschaffen und man könne etwas Sinnvolles daraus machen, eine Zielsetzung finden, Handlungsbereiche festlegen, sich auf einen Aktionsplan konzentrieren und vieles mehr. All das soll in einer Klausurtagung mit dem Gemeinderat stattfinden und dann könne man mit einem klaren Plan an die Bürgerschaft herantreten. „Wenn der Bürger weiß, wo es hingehen soll, wird er sich auch selbst mit engagieren“, betonte Kober.

Förderoffensive Nordostbayern – Sanierung Anwesen Pfarrer-Bayer-Str. 1
Die Kommunen in Nordostbayern haben in den letzten Jahren erhebliche Bevölkerungsverluste hinnehmen müssen. Die Folgen sind Leerstände in großer Zahl bis zum Verfall von Gebäuden, oft im Ortskern. Der Freistaat Bayern steuert nun mit einem Sonderfördersatz von 90 % bei Dorferneuerung und Städtebauförderung dagegen. In Oberfranken liegt auch der Landkreis Kronach in der Förderkulisse. Der Markt Steinwiesen hat beschlossen (MGR 30.05.17), das Anwesen Pfarrer-Bayer-Str. 1, Steinwiesen mit Grunderwerb, Sanierung und Revitalisierung anzumelden. Es sollen eine Muster-Ferienwohnung und eine Obdachlosenwohnung entstehen. Das Projekt ist je nach Nutzung bis zu 90% förderfähig. Es wurden bei der Meldung des Vorhabens 180.000 Euro angegeben, nach Rücksprache bezüglich der Förderung mit Frau Töpfer sind 162.000 Euro an Zuschüssen für 2017 eingeplant. Im Förderantrag wurden nun Kosten in Höhe von 411.000 Euro angesetzt, doch diese Kostensteigerung ist vorerst bei der Bezuschussung nicht zu berücksichtigen. Die ursprünglichen Kosten waren geschätzt und nun konnte man die Kosten aufgrund der Kostenberechnung exakt ermitteln, der Zuschuss müsse darum auch auf die ermittelten Kosten gegeben werden. Sollte dies nicht geschehen und nur die 162.000 Euro im Raum stehen, sei diese Maßnahme vom Markt Steinwiesen finanziell nicht zu schaffen. Die Regierung erklärte, dass die Kosten zu hoch seien und nach Rücksprache mit Abteilungsleiterin Frau Gräßel sollen diese nun überarbeitet werden. Entgegen anderslautender Informationen wird die Obdachlosenwohnung nicht gefördert und werde nun als normale Wohnung ausgebaut. Architekt Kersten Schöttner wird nun Kosteneinsparungsvorschläge ausarbeiten und anschließend werden diese bei der Regierung eingereicht und mit Frau Gläßel abgesprochen.

Anfragen und Sonstiges
Oliver Porzel fragte an, ob die Einbahnstraßenregelung im Mühlweg nicht wieder aufgehoben werden könne. Das Gremium bestätigte jedoch einstimmig den Beschluss, der beim Ausbau der Ortsdurchfahrt gefasst worden war. Die Einbahnstraßenregelung bleibt bestehen.

Jugendbeauftragter Andreas Müller (CSU) informierte über den Jugendpreis 2018. Das Thema ist in diesem Jahr Zurück in die Zukunft - „Mein Landkreis Kronach im Jahr 2222“. Es ist ein Wettbewerb für Jugendgruppen, es können alle, die mit einem Smartphone oder Tablet gestalterisch aktiv sind oder es werden wollen, gewinnen. Eine Jury aus Vertretern der Sparkasse, des Kreistages, des Landratsamtes und des Kreisjugendrings ermittelt die Preisträger, für die insgesamt Geldpreise in Höhe von 1.500 Euro von der Sparkasse Kulmbach-Kronach zur Verfügung stehen. Worauf besonders Wert gelegt wird, kann im aktuellen Flyer nachgelesen werden, der auch in der Gemeinde ausliegt, ebenso ist alles im Internet unter Kreisjugendring nachzulesen.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) informierte über die Förderung von Kleinstunternehmen der Grundversorgung. Hier werden Unternehmen, die Dienstleistungen oder Güter zur Deckung des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs für die Grundversorgung beitragen. Bis zu 35% der zuwendungsfähigen Kosten (Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter und Umbau, Aufwendungen für Beratungen, Architekten- und Ingenieurleistungen) können gefördert werden. Unternehmen, die unregelmäßig dazu beitragen, können bis zu 30% Förderung erhalten. Genaue Informationen gibt es im Rathaus und im Internet unter www.stmelf.bayern.de/foerderwegweiser

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) streifte kurz die Statistikzahlen des Marktes Steinwiesen für das Jahr 2016. Er ging auf die Bevölkerungsentwicklung ein, hier ist ein Rückgang zum 1.1.2017 von 37 Personen gegenüber 1.1.2016 zu verzeichnen. Genauere Angaben gibt es in den Bürgerversammlungen im November.


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