Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
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Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

„Nichts begeistert Menschen mehr als Geschichten und Musik“

22.11.2016 Vorlesetag im Kindergarten St. Marien mit prominenten Geschichtenerzählern.

Steinwiesen (sd) So mucksmäuschenstill kennt man die Kinder des Kindergartens St. Marien in Steinwiesen gar nicht. So ruhig und interessiert saßen sie im Kreis und lauschten den Geschichten, die Bürgermeister Gerhard Wunder und Pfarrer Richard Reis ihnen erzählten. Die „Großen“ des Kindergartens, die Vorschulkinder und die des nächsten Jahres waren gespannt, welche Geschichten die beiden „Promis“ mitgebracht hatten. „Ich erzähle euch etwas über den Himmel und die Hölle und weil bald Weihnachten ist, auch etwas vom Weihnachtsmann“, fing Gerhard Wunder an und sofort wurde es still. „Der Prophet und die langen Löffel“ war eine Geschichte, die sich auch Kinder vorstellen konnten. Und sie lernten daraus, dass man nur miteinander glücklich werden kann, nur miteinander gelingt ein Vorhaben und miteinander geht alles viel leichter. Genauso wie in der Geschichte, wo man die Suppe mit langen Löffeln essen sollte und das einfach nicht funktionierte. Aber wenn man sich gegenseitig füttert, dann funktioniert es und alle waren zufrieden. Wunder hatte auch die Geschichte von Virginia mitgebracht, die vor über 100 Jahren einen Brief an die Zeitung „New York Sun“ schrieb und fragte „Gibt es einen Weihnachtsmann?“ Die Antwort von Francis Church ging um die Welt und wird heute noch viel gelesen. Wunder musste dann auch Fragen der Kinder beantworten, die wissen wollten, was seine Lieblingsgeschichte war, als er noch ein Kind war. Er erzählte ihnen noch kurz die Geschichte vom Silberbergwichtel, die er eigentlich selbst erfunden, aber immer wieder auch seinen Kindern erzählt hatte. „Ich werde die Geschichte mal aufschreiben und sie euch im nächsten Jahr vorlesen“, versprach der Bürgermeister.

Nach diesen spannenden Geschichten waren die Kinder natürlich gespannt, was ihnen Pfarrer Richard Reis erzählen würde. Er hatte ein Bild aus der Kinderbibel mitgebracht, das einen Blinden zeigte. „Macht die Augen zu, ich erzähle euch nun die Geschichte von Jesus und dem blinden Bettler Bartimäus“, sagte Reis. Ganz anschaulich und dem Alter der Kinder angepasst, ging Reis auf Jesus ein, der nach Jericho reiste und unterwegs den blinden Bettler Bartimäus trifft. Dieser ließ sich nicht davon abhalten, zu Jesus zu gelangen und ihn zu bitten, er möge ihn wieder sehen lassen. „Steh nur auf, er ruft dich“, wird ihm schließlich gesagt und nachdem ihn Jesus geheilt hat, folgt er ihm nach. „Auch für mich ist diese Geschichte sehr wichtig, sie ist sozusagen meine Berufungsgeschichte“, sagt Reis. Als „Spätberufener“ wurde er Priester und sein Primizspruch ist genau diese Stelle „Steh auf, er ruft dich“. Zusammen mit den Kindern trug er zusammen, was passiert, wenn man nichts sieht. Es ist dunkel, man stößt sich, fällt hin und braucht Hilfe. Und deswegen meinte Reis, solle man einfach mal ein Danke an Gott schicken, weil man sieht. Auch Pfarrer Reis wurde nach seinen Lieblingskinderbüchern gefragt und da war sein Favorit aus Kleinkindertagen „Hugo das Nilpferd“, das später von den „5 Freunden“ abgelöst wurde.

In der Ameisengruppe mit den kleineren Kindern las „Oma Stöcker“ (Gertrud Stöcker) Märchen vor. „Schneewittchen“ und „Hänsel und Gretel“ begeisterten bereits Generationen von Jungen und Mädchen. Auch 2016 sind sie noch so beliebt wie damals. In der Krippengruppe konnten die Erzieherinnen auch die Kleinsten mit Geschichten unterhalten, auch wenn da das Stillsitzen noch nicht so gut funktioniert. Zum Schluss waren sich aber alle einig: „Wir kommen wieder zum Vorlesen vorbei, das war eine gute Sache. Denn nichts begeistert Menschen und vor allem Kinder so sehr wie Geschichten und Musik“.

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Pfarrer Richard Reis zeigt den Kindern das Bild des blinden Bettlers Bartimäus. Im Hintergrund Bürgermeister Gerhard Wunder

Kategorien: Kindergarten