Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen

„O Crux Ave“ – Oh Kreuz sei gegrüßt

05.07.2017 Das Rollenbergkreuz wurde nach 125 Jahren renoviert und neu gesegnet.

Steinwiesen (sd) Hoch steht das schmiedeeiserne Kreuz mit dem Korpus des gekreuzigten Christus über der Marktgemeinde Steinwiesen. Es grüßt ins Tal und hält auf dem Rollenbergfelsen die Wacht über Mensch und Tier. Seit 125 Jahren ist es eines der Wahrzeichen des Ortes. Damals von Pfarrer Konrad Grimm nach einer schweren Krankheit aufgestellt als Zeichen der Hoffnung und dem Herrn geweiht, haben Generationen von Menschen davor gebetet und dem Herrgott ihr Leid und ihre Freude dargebracht. Doch seit einiger Zeit hat man von dem Kreuz nicht mehr viel gesehen. Baum- und Strauchbewuchs haben den Felsen erobert und das Flurkreuz vom Ort aus gesehen sozusagen unsichtbar werden lassen. Nun ist der Rollenbergfelsen wieder sauber und gut vom Tal aus zu sehen und das Kreuz erstrahlt in neuer Pracht über der Gemeinde Steinwiesen.

undefined
Am Fuße des Rollenberges stellt Pfarrer Richard Reis den Ort unter den Schutz Gottes

Für Pfarrer Richard Reis war es eine besondere Freude, das renovierte Flurkreuz neu zu segnen. Zusammen mit dem liturgischen Dienst und dem Allerheiligsten in der kleinen Monstranz ging er den steilen Berg hinauf bis zur Felsenspitze, wo das Kreuz steht und den Ort und seine Bewohner beschützt. 1892 steht auf dem Sandsteinsockel und „O Crux Ave“ – Oh Kreuz sei gegrüßt. Und jeder Wanderer, der den steilen Weg hinauf geht, kann Kraft schöpfen beim Anblick des gekreuzigten Heilands. Gütig blickt er herab und er scheint zu sagen, „Ruh aus, schau dir die schöne Natur an“. Pfarrer Reis betonte, dass es ein besonderer Moment ist, wenn man in dieser Zeit, wo viele das Kreuz aus der Öffentlichkeit entfernen wollen, unter der großen Anteilnahme der Bevölkerung ein Kreuz segnen kann. „‘Steinwiesen ist Anders‘ so ein Slogan der Gemeinde. Und an diesem Tag merkt man, wie schön es ist, dass so eine Feier in unserer fränkischen Heimat noch stattfinden kann“, sagte Reis. „Nun hängt der renovierte Herrgott wieder an seinem Platz wie seit 125 Jahren. Es ist nicht nur ein schönes Kleinod unserer Marktgemeinde, sondern ein sichtbares Zeichen für die Liebe Gottes, der sich für uns hat durchbohren lassen“, betonte der Geistliche. Der sakramentale Segen mit dem Allerheiligsten galt nicht nur dem Kreuz sondern der ganzen Marktgemeinde und ihren Einwohnern. Unter Mitwirkung des Musikvereins Steinwiesen klang das „Te deum“- „Großer Gott wir loben dich“ durch das Tal. Der Mutter Gottes wurde mit dem Steinwiesener Wallfahrtslied „Da knie ich Maria vor deinem Bild“ gehuldigt. Spätabends hallte dann noch der Abendgruß vom Felsen, gespielt von Frank Hauck und Carolin Kremer auf ihren Trompeten.

undefined
Zu später Stunde klangen Trompetentöne vom Kreuz ins Tal – Carolin Kremer und Frank Hauck spielten den Abendgruß

Der kirchlichen Feierstunde folgte ein gemütliches Beisammensein mit dem Musikverein Steinwiesen, zu dem Bürgermeister Gerhard Wunder zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte. Wunder dankte besonders Siegfried Petrikowski, der vor einem Jahr die Initiative zur Freilegung des Rollenbergfelsens und des Kreuzes ergriffen hatte. Er bezeichnete Siegfried Petrikowski als Motor des Projektes, nun hat dieser die Patenschaft an die Frankenwaldverein, Ortsgruppe Steinwiesen weitergegeben. Zusammen mit dem Bauhof werden sie dafür sorgen, dass der Rollenbergfelsen und das Kreuz immer vom Ort aus zu sehen sind. Gerhard Wunder betonte, dass solche Kreuze und Wegzeichen im Frankenwald zum Alltag dazu gehören. „Ohne Gottes Segen geht es nicht und somit auch nicht ohne das Kreuz“, sagte der Bürgermeister eindringlich. Für das Rollenbergkreuz sind bisher etwa 3.500 Euro an Kosten entstanden. Darin enthalten sind Kleinbeträge wie Reiniger und Restauriermörtel aber auch die Kosten der Restaurierung, die im Atelier von Petra Zenkel-Schirmer durchgeführt wurde. An Spenden speziell für das Kreuz sind bisher 805 Euro eingegangen. Hier sagte Wunder allen Spendern ein herzliches Vergelt’s Gott. Der Erlös des Einweihungsfestes wird ebenfalls dafür sein und der Rest wird aus dem Spendenpool (Kreuz und die beiden Kapellen) finanziert. Allen Helfern vor Ort, den Grundstückseigentümern, Behörden und Ämtern sowie allen Förderern des Projektes, den Firmen, Vereinen und Spendern dankte Wunder für ihr Mithelfen.

In seinem Grußwort meinte Rollenbergpate Siegfried Petrikowski, dass man 151 Bäume und Sträucher entfernt und insgesamt 328 Arbeitsstunden aufgewendet habe. Er sei stolz auf seine Helfer und auf seine Leistung. „Wir hatten viel Arbeit und Schwierigkeiten, aber auch viel Spaß und schöne Zeiten“, dankte Petrikowski allen, die an seiner Seite gestanden haben. Auch Kreisheimatpfleger Hans Blinzler sprach ein Grußwort und war begeistert von dem neu renovierten Flurkreuz.

Kategorien: Veranstaltungen, Kirche, Rathaus