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Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“

16.11.2017 Tag der offenen Kirchentür begeisterte mit einer Kirchenführung, dem Marienlob und vor allem mit dem Legendenspiel.

Steinwiesen (sd) Welche Schätze in der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“ in Steinwiesen zu finden sind, sehen und wissen nicht alle Besucher. Aber eine ausführliche Kirchenführung durch Kirchenpfleger Walter Schmittdorsch schloss diese Lücken im Wissen der Besucher. Im sehr gut besuchten Gotteshaus erzählte der pensionierte Lehrer viel über die Geschichte der Kirche, des Gnadenstuhls der schmerzhaften Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1920/21 sowie der vielen Heiligenfiguren, die an den Säulen und den Altären befestigt sind. Besonders interessant sind auch die Kirchenfenster, die besonders im Altarraum aufwendig gefertigt sind. Allesamt wurden sie aus Spenden der Steinwiesener Bürger finanziert, was gerade in einem armen Bauerndorf, das Steinwiesen früher war, großen Respekt verdient. Die alte Kanzel musste weichen, aber die vier Evangelisten wurden an der neuen Kanzel angebracht. Viele Neuerungen wurden unter dem Wirken von H. H. Pfarrer Hans Böhlein durchgeführt, so die neuen Bänke, die Kommunionbank, der Volksaltar und vieles mehr.


Kirchenpfleger Walter Schmittdorsch erklärte ausführlich die Kirche „Mariae Geburt“ und ihre Ausstattung

Der interessanten Kirchenführung schloss sich das von Brigitte Geiger zusammen mit acht Jugendlichen einstudierte Legendenspiel an. Es erklärt, warum die Kirche heute da steht, wo sie steht. Es gab damals im 15. Jahrhundert, als man sich beim Platz für den geplanten Kirchenbau nicht einig war, viele Meinungen zum Standort. Die Jugendlichen brachten es modernisiert auf den Punkt. Einer wollte die Kirche neben dem Rathaus bauen, der Rollenberg, die Leitsch und das Neubaugebiet Rögnitz standen zur Wahl, am Pfarrberg, Stein, Gärtnersgrund, Gries oder auf dem Mühlberg – alles war nichtig, als sich die Mutter Gottes ihren Platz selbst aussuchte. Seit der Zeit wird das Gotteshaus „Maria Geburt“ auch „St. Marien im Schnee“ – das „Santa Maria Maggiore“ des Frankenwaldes genannt. Dieser Name erklärt sich durch das Schneewunder, ähnlich wie bei St. Maria Maggiore in Rom. Es geschah mitten im Sommer, dass an der Stelle, wo jetzt die Kirche steht, blütenweißer Schnee lag. Die Schneedecke grenzte genau die Größe der zu erbauenden Kirche ab. Man sah in diesem Wunder einen Wink des Himmels, baute hier die Kirche und gab ihr den Namen „Maria im Schnee“. Seit Jahrhunderten pilgern immer wieder Wallfahrer nach Steinwiesen und verehren ein Gnadenbild, das zum Dank an die wunderbare Standortfestsetzung gestiftet wurde und bei dem sich viele Wunder ereignet haben sollen.


Das Gnadenbild der Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“, das aufgrund des Schneewunders gestiftet wurde und schon viele Wunder vollbracht haben soll

Zum Lob an die Mutter Gottes sangen die Kinder des Kindergartens St. Maien aus Steinwiesen zwei Marienlieder, bevor man sich im Pfarrsaal bei Kaffee und Kuchen stärkte. Bilderwände mit Fotos aus dem Leben der Pfarrei und der Renovierung der Kirche begeisterten die Besucher im vollgesetzten Saal.

Pastoralreferent Harald Ulbrich hatte eine kleine Andacht, ein Marien- und Abendlob zusammen mit den Wortgottesdienstleitern und Georg Weiß sowie Bernhard Müller vorbereitet. Marienlieder schallten durch die Kirche und die Marienrufe erinnerten an die Marienmonate im Jahr. Harald Ulbrich erklärte die Figur des Gnadenbildes, das seit 2008 wieder im Mittelpunkt des Gotteshauses auf dem Hochaltar seinen Platz gefunden hat. Vorher war es lange Zeit am vordersten linken Pfeiler des Mittelschiffes befestigt. Umrahmt von einem goldenen Vorhang strahlt die Madonna wie seit Jahrhunderten auf die Gläubigen nieder und veranlasst immer wieder Pilgergruppen zum Verweilen vor dem Altar. Die Maria des Gnadenbildes neigt ihr Haupt liebevoll nach links dem Kinde zu, das sie auf ihrem linken Arm trägt. In der rechten Hand hält sie eine leere Schale, in die die Pilger früher ihre Gabe legten. Auch in der heutigen Zeit hält Maria diese Schale auf, damit die Gläubigen aus nah und fern im Gedanken ihre Bitten und Anliegen hineinlegen können, sozusagen als Botschaft an Jesus Christus, ihren Sohn.


Im Pfarrsaal konnten Bilder aus der Pfarrei angeschaut werden

Auch die Gläubigen konnten ihre Anliegen in eine Schale legen, nicht in die des Gnadenbildes, aber in Form eines Weihrauchkorns in die Weihrauchschale, wo es dann im Rauch nach oben stieg. Gedanken, Wünsche und auch einen Dank schickten die Männer und Frauen, Kinder und Jugendlichen nach oben. Anschließend brachten die Wortgottesdienstleiter des Seelsorgebereiches Oberes Rodachtal die Fürbitten vor Gott.

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