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Verabschiedung Rektor Holzmann

04.08.2016 Wilfried Holzmann verbringt fast sein ganzes Leben in der Schule – zuerst als Schüler, dann als Lehrer – nun wurde er von Uwe Dörfer in den Ruhestand verabschiedet.

Steinwiesen (sd) Abschied ist die Geburt der Erinnerung, aber Abschied ist auch die Geburt eines neuen Lebensabschnittes. Für den Rektor der Grundschule Steinwiesen und Mittelschule Oberes Rodachtal, Wilfried Holzmann, ist es der Eintritt in ein „Leben nach der Schule“. Schulamtsdirektor Uwe Dörfer hielt eine Laudatio auf einen Mann, der sein ganzes Leben der Schule gewidmet hatte. 42 Jahre war Wilfried Holzmann im Schuldienst tätig, davon 39 an der Schule in Steinwiesen. Er ist ein echter Steinwiesener und gehörte in der „Volksschule“ eigentlich schon zum Inventar. Als er 1974 Lehramtsanwärter (LAA) an der Volksschule Geroldsgrün wurde, war er bereits in Heimatnähe. Es folgten Stationen in Selbitz und Naila, bevor er nach einem erneuten Zwischenstopp in Geroldsgrün am 1. August 1977 als LAA nach Steinwiesen kam. Bereits ab 13. September 1977 wurde er als Lehrer in seiner „Heimatschule“ eingesetzt. 1993 wurde er Konrektor an der Volksschule, 2000 Schulleiter und 2001 schließlich Rektor an der Grund- und Hauptschule Oberes Rodachtal, die nun zur Mittelschule geworden ist. Die Namen der Schule in Steinwiesen haben sich geändert, aber der Lehrer Holzmann ist der geblieben, der er immer war - menschlich und beliebt bei den Kleinsten, die er als Klassenlehrer seit Jahren erfolgreich durch den Schulalltag führte.

Uwe Dörfer führte aus, dass Wilfried Holzmann über viele Jahre Steigung um Steigung bewältigt hat. Anstrengende Etappen wechselten sich mit ruhigen Abschnitten ab, doch er hat jede Herausforderung gemeistert. Leider geht nicht nur der Rektor sondern im nächsten Jahr auch die Mittelschule aus Steinwiesen weg. Es bleibt nur die Grundschule, das hätte man vor einigen Jahren nicht gedacht. „Deine Kollegen und das Schulamt Kronach haben deinen Arbeitseifer, dein Fachwissen und deine Zuverlässigkeit sehr geschätzt“, lobte Dörfer den scheidenden Rektor. Er legte ihm nahe, seine Gedanken in zwei Richtungen zu lenken. Einmal mit einem Rückblick auf seine Leistungen und zum Zweiten mit einem Ausblick auf das, was vor ihm liegt. „Freue dich auf deine freie Zeit und all die Möglichkeiten, sie zu gestalten“, gab der Schulamtsdirektor Wilfried Holzmann mit auf den Weg.

Auch für den Vorsitzenden des Schulverbandes Oberes Rodachtal und Bürgermeister Gerhard Wunder geht mit der Verabschiedung von Wilfried Holzmann eine Ära zu Ende. Er betonte, dass Holzmann über Jahre hinweg die Schulpolitik mitgestaltet hat und sich auch für die Mittelschule sehr engagiert hat. Leider wird auch diese dem Rektor folgen und aus der Schule in Steinwiesen verschwinden. „Wir werden ganz in deinem Sinne die Grundschule festigen, damit sie das Ansehen bekommt, das sie verdient. Dir aber möchte ich ganz offiziell die Wertschätzung des Schulverbandes und des Marktes Steinwiesen überbringen“, sagte Gerhard Wunder. Auch Bürgermeister Norbert Gräbner dankte Holzmann für die gute Zusammenarbeit, die anfangs als „Zwangsehe“ geschlossen wurde, aber sich im Laufe der Jahre sehr gut entwickelt hat.

Im Namen des ganzen Schulkollegiums und der Verwaltung verabschiedete Sabine Söllner „ihren Chef“. Auf humorvolle Art und in Gedichtform ließ sie all die Jahre Revue passieren. Mit kleinen Geschenken, die auf kleine Anekdoten und Ereignisse hinwiesen, dankte sie Wilfried Holzmann und zog ihn mit seinen legendären Sprüchen wie „In Kenia war alles besser“ und „Wir sind hier nicht bei Wünsch dir was sondern bei So isses“ auf. Und Roswitha Zenk setzte noch einen drauf: „Ein Mann mit solchen Fähigkeiten, verdient das „Bunte-Verdienstkreuz“, das sie ihm auch überreichte. Beate Herrmann dankte im Namen des Elternbeirates und wünschte alles Gute für die Zukunft.

Wilfried Holzmann geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Für mich war es immer schön, mit Kindern zu arbeiten“, bestätigte er. Es war immer ein optimales Gefühl, für sie da zu sein. „Als ich heute in den Klassen war, da fiel mir der Abschied schon schwer“, sagt Holzmann. Doch nun schlägt ihm die Stunde seiner Pension. „Liebling, ab morgen bin ich immer zuhause“ – vor diesem Spruch fürchtet sich meine Frau sicher mehr als ich“, lachte Wilfried Holzmann und dankte seiner Frau Andrea für die lange Unterstützung. Auch dem Schulamt, dem Lehrerkollegium, seiner Sekretärin Anita, dem Hausmeister, Elternbeirat, Bürgermeister und allen, die ihn auf seinem „Schulweg“ begleitet haben, galt der Dank des scheidenden Rektors.

Umrahmt wurde die Feierstunde von der zweiten und dritten Klasse mit den Liedern, die schon bei seiner Lehramtsanwärterschaft gesungen wurden. „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader wurde toll interpretiert und von Christine Lippert und Charly Heppt auf der Gitarre begleitet.

Kategorien: Schule