Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Volkstrauertag 2020

18.11.2020 Bericht des 1. Bürgermeisters Gerhard Wunder.

1. Bürgermeister Gerhard Wunder

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

der Volkstrauertag ist ein Tag der Trauer und der Erinnerung.

Aufgrund der gegenwärtigen Situation konnten wir keine öffentlichen Gedenkveranstaltungen vor den Ehrenmälern abhalten. Um die Erinnerung an die Geschichte sowie die kriegerische Auseinandersetzung unserer Tage nicht zu vergessen, haben wir an den Kriegerdenkmälern Kränze niedergelegt und zu Ehren der verstorbenen und gefallenen Soldatinnen und Soldaten der beiden Weltkriege gedacht. Unser Mitgefühl gilt auch allen, die während dieser kriegerischen Auseinandersetzungen ihre Heimat verloren, vertrieben und verfolgt wurden. Wir schließen auch alle Menschen mit ein, die durch Terroranschläge und kriegerische Auseinandersetzungen in den letzten Jahren viel Leid ertragen mussten. Ihnen allen gehört unser Mitgefühl, vor allem den Familien der Hinterbliebenen.

Der 8. Mai 1945 war zugleich der Beginn eines Aufbruchs, wenn auch zaghaft und entbehrungsreich. So entwickelte sich in Westeuropa ein einmaliges Friedens-, Freiheits- und Wohlstandsmodell. Der Weg im Osten war steiniger, erst die weitgehend friedlichen Revolutionen von 1989 und die europäische Integration überwanden diese Trennung. Allerdings rissen nun lang unterdrückte historische Wunden wieder auf, es kam zu einem neuen alten Krieg auf dem Balkan. Seit 2014 findet ein Krieg – oftmals vergessen – mitten in Europa, in der Ukraine, statt.

Die Generation, die die ersten schweren Schritte zum europäischen Wiederaufbau gegangen ist, hat den Krieg noch in jungen Jahren erlebt. Angst vor Tod und Verfolgung, Zerstörung und Hunger, der Verlust von oft weit entfernt und einsam verstorbenen Angehörigen – das waren die Erfahrungen einer ganzen Generation.

Diese Menschen wissen, was Krieg, aber auch was Frieden und Freiheit bedeuten und wie Zusammenhalt durch Zeiten voller Not führt. Gerade in diesem Gedenkjahr zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, im Zeichen der Corona-Pandemie, sollten wir ihnen beistehen und zuhören, so gut es bei den notwendigen Beschränkungen geht. Ihre Erinnerungen an jüngere Generationen weiterzugeben, könnte nicht friedenstiftender sein und ist uns Auftrag an diesem Volkstrauertag und darüber hinaus.


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Wer seine Geschichte vergisst, kann aus den Fehlern der Vergangenheit nichts lernen und die Zukunft nicht gestalten. Unsere Demokratie hat seit Ende des Zweiten Weltkrieges dazu beigetragen, dass unsere Generation in Freiheit, Frieden und Wohlstand aufwachsen konnte. Diese Demokratie zu verteidigen, wird eine Aufgabe der künftigen Generationen sein. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Grundrechte des Grundgesetzes eingeschränkt oder beseitigt werden. Die Aufgabe der von den Bürgern gewählten Volksvertreter ist es, diese Grundrechte zu achten und zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass ideologische Wahnvorstellungen dazu führen, dass unser Rechtsstaat ins Wanken gerät. Aus diesem Grunde hat jeder von uns die Verantwortung, diesen demokratischen Prozess mit zu gestalten und einen eigenen Beitrag zur Erhaltung unserer demokratischen Rechtstaates zu leisten.

Seien wir also wachsam, damit sich so etwas, wie es beim Ersten und Zweiten Weltkrieg der Fall war, nicht mehr ereignet.

Bleiben Sie gesund und halten wir zusammen, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern.


Gerhard Wunder
Erster Bürgermeister

Kategorien: Rathaus, Veranstaltungen