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Vom Senegal nach Steinwiesen

28.05.2019 Kultureller Austausch mit Singen und Tanzen ist Lebensfreude pur.

Steinwiesen (sd) Lebensfreude pur, Tanzen und Singen für sich selbst und zur Ehre Gottes. In allen Lebenslagen und zu jeder Zeit zeigen die Jugendlichen aus dem Senegal ihre Freude am Leben. So könnte man den Besuch der jungen Männer und Frauen aus der Diözese Thiès im Senegal, der Partnerdiözese des Erzbistums Bamberg, beschreiben. Jedes Jahr findet ein Austausch statt, mal kommen die Jugendlichen nach Franken, wo sie im Jugendhaus Burg Feuerstein gut aufgenommen werden, mal fliegen junge Franken in das afrikanische Land. Das Miteinander und die Verbindungen, die hier schon entstanden sind, sind etwas sehr Schönes. Der Kulturaustausch und das Verständnis füreinander in total verschiedenen Lebensweisen bestehen nun bereits seit vielen Jahren.

Den Besuch in Steinwiesen haben die Senegalesen zusammen mit der Studentin Louisa Kolb und Gabi Kaulen vom Jugendhaus Burg Feuerstein durchgeführt. Ihre Trommeln und Gesänge waren weithin zu hören. Nach einer Kirchenführung in der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Maria Geburt“ durch Kirchenpfleger Walter Schmittdorsch stimmten die Jugendlichen zusammen mit ihren deutschen Freunden und allen mitgereisten Priestern im Gotteshaus spontan ihre Lieder an. Und dann ging es zum Feiern, Essen und Übernachten. Bei bayerischem Bier und fränkischen Schmankerln sowie Spezialitäten aus dem Senegal wurde bei Ulrich Kolb im Goldenen Anker ausgiebig gefeiert, gesungen und getanzt. Dabei kam der kulturelle Austausch zwischen den so verschiedenen Nationen nicht zu kurz. Senegalesische Trommeln, deutsches Saxophon, Gitarre und Mundharmonika – all das harmonierte perfekt zusammen. Ulrich Kolb und Tochter Louisa waren die perfekten Gastgeber, die nicht nur das Essen sponserten, sondern den Jugendlichen eine Atmosphäre boten, die begeisterte. Übernachtet wurde „in sämtlichen freien Räumen außerhalb der Gastwirtschaft“, wobei die Nacht zum Schlafen fast zu kurz war, denn die Feier ging bis lange nach Mitternacht. Außerdem schmeckte das dunkle Bier, das die Weltenburger Brauerei spontan gespendet hatte. Louisa Kolb ist seit langem bei diesen Besuchen dabei und hat auch schon Delegationen in den Senegal begleitet. Als Dolmetscherin ist sie eigentlich unverzichtbar und die Mentalität ist der Halbbrasilianerin mit Sicherheit auch nicht so fremd.


Das Bier schmeckt in Franken und im Senegal, das konnten Ulrich und Louisa Kolb zusammen mit der „Chefin“ der Delegation bestätigen

Doch nicht nur zum Feiern, Singen und Tanzen war man in diesem Jahr nach Franken gekommen. Besichtigungen wie im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth, in Weimar, der Stadt der Dichter und Denker und ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald standen ebenfalls auf dem Programm. Und da wurden sogar die singfreudigsten jungen Menschen still. „Die deutsche Geschichte ist für sie ein wichtiges Thema“, erklärte Betreuerin Gabi Kaulen. Und deshalb beteiligt sich die Gruppe auch an der „72 Stunden Aktion – uns schickt der Himmel“ des BDKJ. Bei der Aktion werden sich im ganzen Erzbistum wieder Hunderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene drei Tage lang in sozialen Projekten engagieren und dem Glauben Hand und Fuß geben. Die deutsch-senegalesische Jugenddelegation erstellt einen Garten der Menschenrechte. Es werden in Zusammenarbeit mit einer Schulklasse 10 Steinquader aufgestellt, die auf 10 Schiefertafeln die ersten 10 Artikel der Menschenrechte in Deutsch und Französisch, der Amtssprache im Senegal, eingraviert haben. Das Recht auf die Einhaltung der Menschenrechte steht allen Nationen und Völkern zu, nicht nur der westlichen Kultur, sondern es gilt für alle.

Im Senegal sind etwa neun Prozent der Einwohner Christen, es herrscht eine interreligiöse Form und gute Partnerschaft mit den Moslimen. Deshalb wurde auch eine Moschee in München besucht. Viele Wallfahrten und Prozessionen prägen das christliche Leben im Senegal. Das Wasser im Senegal ist knapp, die Brunnen trocknen nach und nach aus. Deshalb waren die jungen Menschen auch sehr interessiert am Wasserwerk in Bamberg, wo sie die Wiederaufbereitung des kostbaren Nass betrachten konnten. Im Zuge des deutsch-senegalesischen Freiwilligenaustausches „Weltwärts“ sind zurzeit zwei deutsche Jugendliche für ein Jahr im Senegal und zwei Senegalesen in Deutschland. Die Partnerschaft zwischen der Diözese Bamberg und der Diözese Thiès besteht nun offiziell seit 22. September 2007. Doch schon lange Jahrzehnte vorher gab es eine lockere Partnerschaft zwischen den so verschiedenen Kulturen. Maßgeblich beteiligt war an der Gründung der damalige Jugendseelsorger Detlef Pötzl, der es sich nicht nehmen ließ, die Delegation und ihre Priester in Steinwiesen zu begleiten.


Freude pur und immer ein Lächeln – auch Priester (im roten Shirt) können feiern

Kategorien: Kirche, Freizeit, Sonstiges