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„Wir sind keine Opfer sondern Gegner“

01.06.2017 Kinder der Grundschule Steinwiesen lernen sich durch das Projekt „Nicht mit mir“ zu behaupten und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Steinwiesen (sd) Laut geht es zu in der Schulturnhalle der Grund- und Mittelschule Oberes Rodachtal in Steinwiesen. Kinder schreien Bürgermeister Gerhard Wunder an und haben sichtlich Spaß dabei. Wunder als der „böse Mann“, der „Vollpfosten“, der sich nur an Schwächere heranmacht, merkt, wie viel die Kinder in diesem Selbstverteidigungskurs gelernt haben. Nun sind alle Kinder so motiviert, dass sie ein Holzbrett mit der bloßen Hand durchschlagen. Was war da in der Turnhalle der Schule los? Es handelt sich um die Abschlussveranstaltung des Projektes „Nicht mit mir“, das die Viertklässler unter der Leitung von Fred Busse und Heike Bittner durchgeführt haben. Zwar gibt es keine 100%ige Sicherheit gegen Gewalt, das kann niemand versprechen. Aber man kann daran arbeiten, nicht als Opfer ausgewählt zu werden. „Diese Vollpfosten suchen sich nur Schwächere aus, an die Starken wagen sie sich nicht heran. Deshalb müsst ihr euch immer wieder sagen, ‚Wir sind keine Opfer sondern Gegner‘.“, betonte Heike Bittner in ihren Ausführungen.

Das Projekt „Nicht mit mir“ ist dazu da, damit die Jungen und Mädchen Selbstvertrauen lernen, damit sie sich auch in Gefahrensituationen behaupten können und selbstbewusst auftreten. Das Selbstverteidigungsprojekt vermittelt Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren durch praktische Übungen und altersgerechtes Situationstraining das richtige Verhalten in Gefahrensituationen. Sie lernen den Mut aufzubringen, „Nein“ zu sagen, wegzulaufen, Hilfe zu holen, sich Erwachsenen anzuvertrauen und ihre eigenen Schwächen und Stärken richtig einzuschätzen. Auch einige sehr effektive Selbstbehauptungstechniken werden vermittelt. In sieben Unterrichtseinheiten zu je zwei Schulstunden trafen sich die 19 Kinder der vierten Klasse in der Schulturnhalle. Sie lernten, wie sie im Alltag durch selbstbewusstes Auftreten Gewalt begegnen oder noch besser sie verhindern können. Bereits der Einsatz der lauten kräftigen Stimme und ein sicherer Stand können bei Gefahr sehr wichtig sein. Dies übten die Kinder in verschiedenen Spielen wie zum Beispiel dem „Schreikreis“.

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Bürgermeister Gerhard Wunder mimt den „Bösen Mann“, den die Schüler durch schreien und Abwehrhaltung vertreiben

Auch bestimmte „Falltechniken“ wurden geübt, sodass die Schülerinnen und Schüler im Notfall wissen, wie sie lebenswichtige Körperstellen und Organe schützen können. Für das verletzungsfreie Fallen gilt wie so oft „Übung macht den Meister“. Zwar lernten die Kinder mit Hilfe von Notfalltechniken, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Aber das Verhindern einer Gewalttat gilt dennoch als oberstes Gebot. Hier trainierten die Jungen und Mädchen zusammen mit Fred Busse und Heike Bittner Lösetechniken gegen das Festhalten, um im Notfall wegrennen und Hilfe holen zu können.

Bei dieser Abschlussveranstaltung konnten sich nun die Eltern und Verwandten sowie Schulleitung und Bürgermeister von den Leistungen der Schüler überzeugen. Schulleiterin Roswitha Zenk dankte vor allem dem Elternbeirat, allen voran Petra Angles, die die Finanzierung des Projektes durch die Raiffeisenbank in die Wege geleitet hat. Bürgermeister Gerhard Wunder ließ sich gerne aktiv in das Geschehen mit einbinden. Er versichert, dass der Schulverband solche Aktionen voll und ganz unterstützt und fand es sehr gut, den Schülern zu vermitteln, wie man sich gegen diese Gefahren und Aggressionen schützen kann.

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Hanna Schmittdorsch demonstriert, wie man mit bloßer Hand ein Holzbrett durchschlagen kann. Links Heike Bittner

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Das richtige Hinfallen üben und wie man den Körper am Boden am besten schützt, auch das war Teil des „Nicht mit mir-Projektes“

Kategorien: Rathaus, Schule, Veranstaltungen