Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Der Rathausplatz mit Kirche, Pfarrzentrum und Rathaus
Der Ködelblick oberhalb der Trinkwassertalsperre Mauthaus
Teichmühle Steinwiesen
Blütenpracht in der Bahnhofstraße
Sonnendurchfluteter Hochwald
Sonnenuntergang über der kath. Kirche "Mariä Geburt" Steinwiesen
Ruhebank am "Nurner Brocken"
Sonnenuntergang oberhalb von Steinwiesen

Wirtshaussingen in Steinwiesen

02.11.2017 Die Stimmung stieg von Minute zu Minute.

Steinwiesen – Nachdem vor rund einem Jahr zum ersten Mal ein Wirtshaussingen der Benefizaktion „1000 Herzen für Kronach“ in Steinwiesen zu einen beachtlichen Erfolg führte, fand nun auch eine zweite Auflage in der gleichen Lokalität, dem Cafe Kuhnlein, einen glänzenden Zuspruch. Allerdings muss nach einer vierstündigen Veranstaltung das (positive) Fazit gezogen werden, dass der Begriff „Wirtshaussingen“ schonetwas untertrieben war. Die Stimmung unter den begeisterten Gästen stieg nämlich von Minute zu Minute und von Lied zu Lied, sodass der Abend einem bestens gelungenen Heimatabend gleichkam. Dies hatte seinen Grund vor allem auch darin, weil es die heimische Mundartdichterin Hedi Höhn mit ihren originellen Geschichten und versierten Gedichten verstand, für vortreffliche Erheiterung zu sorgen. Hinzu kam, dass mit dem Stockheimer Christian Hofmann (Gitarre) und dem aus Birnbaum stammenden Horst Kotschenreuther (Akkordeon) zwei emsige Musiker einfach nicht zu stoppen waren. Sie erfüllten prompt alle Liedwünsche aus einem Katalog von 75 niedergeschriebenen Texten zum Mitsingen. Am Ende waren es konkret 30 Stücke die sie gemeinsam mit den  Anwesenden durch die beiden Kuhnleins-Gasträume trällerten.

Recht unterschiedlicher Art waren die von den Besuchern gewünschten Lieder, die von den beiden Musikanten zusammen mit den Sängerinnen und Sängern aufgeführt wurden. Kaum war es mit dem Bergvagabunden-Volksliéd „Wenn wir erklimmen“ los gegangen, war die Brücke gleich danach weit nach Indonesien geschlagen („Wir lagen vor Madagaskar“), führte zurück ins „alte Försterhaus“ um danach in die Dominikanische Republik nach Santo Domingo („Sie sehnten sich nach der großen Welt…“) auszuwandern. Stimmgewaltig wurde es als die heimische Nationalhymne, das Oberfrankenlied, durch die „Singsang-Arena“ hallte. Heimisch blieb es mit dem „Stockheimer Glück-auf-Marsch“, dem Flößerlied oder „Im grünen Wald, da wo die Drossel singt“. Nachbarschaftliche Bande nach Thüringen wurde mit dem „Rennsteiglied“ geknüpft. Selbst „Kampflieder“, wie „Auf Kreta bei Sturm und bei Regen“ gehörten zum Wunsch der Gäste. Dieses Begehren hatte aber nicht etwa ein früherer Veteran, sondern die Wildner`s Kathi. Dem Anliegen der Besucher aus Schlegelshaid kam man unter anderem mit dem Wildecker-Herzbuben-Stück „Bubi, Bubi, noch einmal“ nach.

Schließlich hieß es Hedi noch einmal. Hedi Höhn, die bereits im Bayerischen Rundfunk mit ihren zahlreich verfassten Erzählungen zu hören war, begrüßte mit einem Steinwiesener Dialekt-Gedicht die „Reigschlaft`n“, erzählte später Geschichten von Steinwiesener Originalen, zu denen der Steckerla Balzer ebenso gehörte wie die ledige „Finggn Babella“,  die sparsam im Umgang mit Wasser und Seife war. Mal wurde recht zackig gesungen, dann wieder wurden leisere Töne angestimmt, um dann in Junkers Kneippe oder in einem Polenstädtchen zu landen. Ein gewisses Konzept gab es nicht, und dies war durchaus gewollt. So meinte denn auch Christian Hofmann, der mit seinen munteren Kommentaren sein übriges zum gelungenen Abend gab: „Egal, was ihr hören und mitsingen wollt, wir erfüllen Euch jeden Wunsch und diesen auf der Stelle.“

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Gerhard Burkert-Mazur die Gäste begrüßt und darauf hingewiesen, dass freiwillige Spenden erbeten seien, die der Hilfsaktion „1000 Herzen“ für in Not leidende Bürger des Landkreises zugeführt würden. Dabei erinnerte er daran, dass diese Einrichtung im Jahre 2003 ins Leben gerufen worden sei und seitdem vielen Menschen, die ohne eigene Schuld in eine Schieflage geraten seien, geholfen werden konnten. Sein Aufruf zur Spendenfreudigkeit stieß auf offene Ohren bei den Anwesenden. So meinte denn auch der Vorsitzende des örtlichen Musikvereins Stefan Hümmer: „Musik und Singen gehören einfach zusammen, und wenn dies heute noch für einen guten Zweck ist, dann ist der Abend eine ganz feine Sache.“ Hedi Höhn hatte zuvor an Gerhard Burkert und dessen Frau Herta selbst gemachte Pralinen als Dank für deren jahrelanges Engagement für die „1000-Herzen“-Hilfsaktion unter großem Beifall überreicht. Letztlich verkündete Gerhard Burkert, nicht zuletzt weil auch begeistertes Publikum aus dem benachbarten Gemeindeteil Nurn anwesend war, dass im Frühjahr ein Wirtshaussingen mit den gleichen Musikanten und der Heimatdichterin Hedi Löhn in Nurn über die Bühne gehen soll. Der Abend hat gezeigt, dass das Wirtshaussingen momentan einen regelrechten Boom erlebt und es sehr zur Steigerung des geselligen Beisammenseins dient. hf / Hans Franz.

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