Markt Steinwiesen Markt Steinwiesen
Die Musketiere zum letzten Mal zu viert – die Wahlen 2014 veränderten die politische Landschaft im Oberen Rodachtal
Bereits im September 2009 konnte Bürgermeister Gerhard Wunder dabei sein, als der Musikverein eine Spende in Höhe von 1.700 DM für den Kindergartenneubau an den damaligen Pfr. Hans Böhlein übergab
Die Ortsdurchfahrt ist fertig – Gerhard Wunder begrüßt zum Straßenfest 2016 die vielen Gäste
Auch bei den Arbeiten der „Roten Teufel“ am Feuerwehrgerätehaus war Bürgermeister Gerhard Wunder am 1. Juni 2005 dabei
Beim Festzug „90 Jahre SV Steinwiesen“ im Jahr 2014 ließ es sich Bürgermeister Gerhard Wunder nicht nehmen, die kleine Fahne des SV Turnen über der Schulter zu tragen
Auch diese Termine gehören dazu – Volkstrauertag am Ehrenmal in Steinwiesen
Auch in Steinwiesen wurden Elektroautos im täglichen Einsatz von Gerhard Wunder (li) getestet
Ein echter Turner wird er immer bleiben – Gerhard Wunder beim Genussfest 2009 am Barren
Bürgermeister Gerhard Wunder ist stolz auf seine Gemeinde

Wundersame Zustände in der Marktgemeinde

04.05.2021 25 Jahre Gerhard Wunder hinterlassen ihre Spuren.

Fotos: Gemeinde Steinwiesen + Susanne Deuerling/Archiv
Gerade mal 39 Jahre war Gerhard Wunder, als er am 10. März 1996 als Nachfolger von Reinhold Renk (re) gewählt wurde

Steinwiesen(sd) Es gibt eine Generation, die kennt niemand anders als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und es gibt eine Generation, die kennt keinen anderen Bürgermeister als Gerhard Wunder. 25 Jahre lang führt er schon die Geschicke der Marktgemeinde Steinwiesen, 25 Jahre versucht er alles, um seine Bürger, sein Steinwiesen nach vorne zu bringen, 25 Jahre lang haben sich seine Bürgerinnen und Bürger an seine Kompetenz, sein Heimatgefühl aber auch an seine Marotten mehr oder weniger gewöhnt. Steinwiesen kann man sich mittlerweile ohne Gerhard Wunder gar nicht mehr vorstellen.

„Neue Männer braucht das Land“
Als 1996 die Bürgermeisterwahlen im Rodachtal anstanden, da ging ein Ruck durch die Gemeinden Marktrodach, Steinwiesen, Nordhalben und der Stadt Wallenfels. „Neue Männer braucht das Land“ heißt ein Lied von Ina Deter aus dem Jahr 1982 und „Neue Männer“ kamen, in Nordhalben Josef Daum, in Marktrodach Norbert Gräbner, in Wallenfels Peter Hänel und in Steinwiesen Gerhard Wunder. Die vier Musketiere wurden sie damals genannt. Nun sind davon nur noch zwei im Amt, einer davon Gerhard Wunder, der seit damals noch viermal wiedergewählt wurde.

Als Nachfolger des legendären „roten“ Bürgermeisters Reinhold Renk hatte er schon beim Wahlkampf 1996 einiges auszuhalten. „Wunder verhindern“ hieß damals der Slogan, doch Gerhard Wunder setzte sich gegen seinen Konkurrenten Richard Rauh durch. Zwischen den beiden Rivalen entstand in den folgenden Jahren eine Freundschaft, die bis heute hält. Dies zeigt sich auch heute noch bei den Gemeinderatsitzungen, wo immer eine vernünftige Diskussionskultur herrscht. Aber es soll nicht der Eindruck entstehen, dass Gerhard Wunder ein „sanftes Lamm“ ist. Er kann durchaus auch streitbar sein, das ist in ganz Oberfranken, ja sogar in ganz Bayern bekannt. Wer erinnert sich nicht daran, als man zusammen mit seinen Bürgermeisterkollegen aus dem Oberen Rodachtal „rüber machen“ wollte. Thüringen war damals erstrebenswerter als Bayern. So ist er auch in der Politik durchaus als „streitbarer Bürgermeister“ gefürchtet.


Energie durch Fahrradfahren – Gerhard Wunder schaffte es locker, die Birne zum Glühen zu bringen

Launisch aber gerecht
Und er kann launisch sein. Das merken seine Mitarbeiter in der Verwaltung bereits, wenn er das Rathaus betritt. „Manchmal ist es besser, ihn früh erstmal in Ruhe zu lassen, bis er „ansprechbar“ ist, erzählt Geschäftsleiter Rainer Deuerling. Aber im Großen und Ganzen sind sie mit Gerhard Wunder als Chef ganz zufrieden, er hat immer (oder wenigstens meistens) ein offenes Ohr für seine Angestellten. Knatsch gibt es natürlich trotzdem so ab und zu. Doch eines haben sie alle von ihm gelernt, sie sind alle Dienstleister am Bürger und sollten sich auch so verhalten. Der Zusammenhalt zeigt sich an so kleinen Dingen wie das alljährliche von Wunder gesponserte Grillfest, dem traditionellen Besuch des Schützenfestes und anderen Einladungen.

Nicht nur Bürgermeister
Aber es gibt natürlich Dinge, die er auch als Gemeindeoberhaupt nicht aufgegeben hat. Seine Turner vom SV Steinwiesen zum Beispiel. Er ist als sportlicher Bürgermeister bekannt und war früher ein sehr guter Turner. Nun ist er seit langen Jahren Übungsleiter und Spartenleiter Turnen. Die Gala „Jugend turnt“ freut ihn jedes Jahr aufs Neue und man sieht ihm an, wie gerne er selbst noch einmal mitmachen würde. Aber ihm bleibt ja noch die Magie der Berge. Saas-Fee in der Schweiz ist ihm schon fast zur zweiten Heimat geworden, hier findet er Erholung und Entspannung beim Wandern und im Winter beim Skifahren. Zwar liegt die letzte Gipfelbesteigung schon ein wenig zurück, aber ein „Mann der Berge“ ist er schon noch. Zuhause liegen ihm seine Freiwilligen Feuerwehren am Herzen. Bei der Seniorengruppe „die Roten Teufel“ ist er als Gründungsmitglied bereits 20 Jahre dabei und versucht auch immer, bei den Veranstaltungen mitzumachen. Nur einer Sache kann er nicht so viel abgewinnen: Den Fasching. Er macht jedoch gute Miene zum bösen Spiel, lässt sich überall sehen, ist auch stets beim Umzug dabei und er hat immer ein offenes Ohr für seine Narren.

Politisches Engagement und Investitionen für seinen Heimatort
Dass er politisch auch als Stellvertreter des Landrats fungiert, in zahlreichen Ausschüssen und Ämtern zu finden ist, das ist hinreichend bekannt. So ist er stolz, 2016 den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Neufang begrüßen zu können und vor allem auf den Gegenbesuch im Schloss Bellevue. Ein Höhepunkt war sicher auch die Verleihung der kommunalen Verdienstmedaille. Und er ist immer bemüht, möglichst viele Fördermaßnahmen der Regierung abzugreifen, um Projekte in seiner Marktgemeinde zu verwirklichen. Die Dorferneuerung in Neufang, Birnbaum, Nurn und Schlegelshaid wurde nun nach Jahren erfolgreich abgeschlossen. In Steinwiesen selbst ist die komplette Erneuerung der Ortsdurchfahrt, die Gestaltung der guten Stube, des Rathaus- und Kirchplatzes, sowie des gesamten Ensembles drumherum ein Meilenstein seines Schaffens. Bereits im Jahr 2000 wurde mit dem Bau des Festplatzes begonnen und der Ausbau des Bereiches am ehemaligen Bahnhof konsequent fortgeführt. Bürgerliches Engagement ist für den Bürgermeister Gerhard Wunder ein wichtiger Baustein. Das Feuerwehrhaus in Birnbaum und der Feststoudel in Neufang sind hier gute Beispiele, wo die Arbeiten ehrenamtlich von den Bürgern geleistet wurden. Eine neue Sporthalle für die Schule in Steinwiesen entstand 2006 und die nun endgültig beginnende Sanierung der alten Turnhalle zur neuen Kulturhalle sind seiner Hartnäckigkeit zu verdanken. Auch die interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinden des Oberen Rodachtals brachte schon viel Erfreuliches auf den Weg. Der gemeinschaftliche Tourismusverband, ein gemeinsames Stadtumbaumanagement und das neueste Projekt „Digitales Gesundheitsdorf Oberes Rodachtal“ sind nur einige Beispiele seiner Arbeit. In den neuesten Projekten in Steinwiesen wie der Umbau des alten Rathauses und nun aktuell die Sanierung des Gerberhauses durch den Investor Rainer Kober war Wunder natürlich ebenfalls nicht untätig.


Ganz offiziell mit Amtskette – Gerhard Wunder bei der Einweihung des Rathausplatzes am 9. Oktober 2010

Fazit nach 25 Jahren
In den letzten 25 Jahren seiner Amtszeit hat Gerhard Wunder viele Menschen kommen und gehen sehen. Er hat mit zahlreichen Männern und Frauen im Gemeinderat zusammengearbeitet. Er hat Streitgespräche geführt und doch am Ende zum Wohle der Bürger entschieden. Fast seine ganze Amtszeit konnte er sich auf Bruno Beierlorzer als seinem Stellvertreter verlassen, nun hat Frank Hauck dieses Amt inne und tritt in Brunos große Fußstapfen. Gerhard Wunder hat einmal gesagt, „ein Bürgermeister ist nur so gut wie seine Mitarbeiter, seine Gemeinderäte und seine Bürger“. Miteinander kann man viel erreichen, allein viel kaputt machen. Und so einigt man sich in den Sitzungen immer wieder, auch wenn man den „Chef“ Gerhard Wunder ab und zu überstimmt und sich das verdrossene Gesicht erst nach und nach wieder aufhellt. Aber alles in allem hat Gerhard Wunder in den vergangenen 25 Jahren viel für seine Heimatgemeinde Steinwiesen und seine Bürger bewirkt und wird dies auch in den nächsten Jahren dieser Wahlperiode weiterverfolgen.


Kategorien: Rathaus, Marktgemeinderat