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Zukunftswerkstatt brachte neue Ideen

19.10.2020 Den Heimatort bis ins Jahr 2030 erhalten und gestalten – großes Interesse der Bevölkerung.

Steinwiesen (sd) Das „Wir“ stand bei der Zukunftswerkstatt in der Kulturhalle in Steinwiesen im Vordergrund. „Wir“ können etwas bewirken, „Wir“ werden unseren Heimatort weiter erhalten und gestalten, und „Wir alle“ identifizieren uns mit Steinwiesen, den Projekten und Ideen.

So könnte der Konsens nach der Veranstaltung lauten. Und für alle, die teilgenommen haben, und das waren in der Corona-Zeit doch verhältnismäßig viele, mit der Abstandsregel waren etwa 2/3 der Halle gefüllt, brachte es sicher neue Erkenntnisse.

Kommunalmarketing für Steinwiesen
Bürgermeister Gerhard Wunder begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und freute sich, dass es doch ein gesteigertes Interesse an den Geschehnissen in der Gemeinde gibt. Die Schwerpunkte für die nächsten Jahre zur Gemeindeentwicklung wurden im Gemeinderat erarbeitet und nun will man die Bürger mit ins Boot nehmen, damit „Alle an einem Strang ziehen“.

Die Ideen müssen mit Leben erfüllt werden und der bisherige Lebensstandard darf nicht sinken. Vor allem muss gegen den Schwund an Einwohnern angegangen werden durch Zuzug oder weniger Wegzug. Und hier kommen das Kommunalmarketing, Steinwiesen aktiv und Kronach creativ ins Spiel. Das Ziel des Projektes lautet: Weiterentwicklung zu einer attraktiven und vitalen Gemeinde, die vom Engagement und Eigeninitiative der Bürgerschaft gestärkt und getragen wird. Rainer Kober von Steinwiesen aktiv und Kommunalmarketing plus erklärte, dass mit ihrer Hilfe vorhandene und drohende Leerstände sowie brachliegende Immobilien und Grundstücke einer sinnvollen neuen Nutzung zugeführt werden, der Heimatort Steinwiesen für Zuziehende, Gäste und Einheimische attraktiver und durch attraktiven Wohnraum und Urlaubsdomizile lebenswerter gemacht werden soll. Klare touristische Positionen beziehen und eine Qualitätsoffensive starten, das ist der Plan. „Wir müssen die Waldkultur weiterentwickeln, sie ist unser Kapital“, betonte Kober. Projektkoordinatorin Sabine Nuber zeigte die Schlüsselprojekte bezüglich Wohnraum, Tourismus und Stärkung der Gemeindefamilie auf. Gerade das „Walderleben“ komme bei den Gästen sehr gut an und stelle schon fast ein Alleinstellungsmerkmal für Steinwiesen dar. Für Bürgermeister Gerhard Wunder ist es auch ein Vorteil, dass der Frankenwaldverein, die Bayerischen Staatsforsten und die neuen Ranger hier mitarbeiten. Der Wald als Kraftquelle – das schlägt sich in den Angeboten von Waldbaden, Kräuterwanderungen, Sundowner, Yogawanderung, Hanferlebnisrunden und vielem mehr nieder. Abschließend wurde von allen der folgende Slogan propagiert: „GastfreundLich soll unsere Fahne sein, die wir vor uns hertragen“.

Postgarten
Der Postgarten – ein Projekt, das für Diskussionen sorgen, Ideen voran und ungeahnte Inspirationen freisetzen wird und soll. Landschaftsarchitekt Raimund Böhringer vom Büro IF IdeenFinder aus Wunsiedel hatte die Ideen für die Nutzung des Postgartens, die in der „Ideenbox“ eingegangen waren, analysiert und dokumentiert. In einer Diskussionsrunde mit den Gästen in der Zukunftswerkstatt sollten nun konkrete Angebote ausgearbeitet werden. Der Postgarten ist 740 Quadratmeter groß und deshalb mussten schon etliche Inspirationen ausgeklammert werden. „Es gab noch viele gute Ansätze, aber wir müssen die Größe berücksichtigen. Das „Impulsprojekt für Innenentwicklung“ ist und soll ein Zukunftsprojekt sein. Aus den Kategorien Sportplatz, Essbarer Garten, Raum für Spiel und Bewegung, Ruheoase, Ökologischer Garten und Ort der Generationen und Begegnung  mussten nun die Bereiche, die irgendwie zusammenzupassen schienen und die man baulich und örtlich verwirklichen kann, eingegrenzt werden. Stück für Stück brachten die Bürger ihre Meinungen ein. Und so befürwortete man zwar kleine Beetanlagen, auch essbare Früchte und Sträucher, eventuell Hochbeete, aber hier sorgte gleich die Frage nach der Pflege für Diskussionen. Des Weiteren möchte man nicht so viel befestigte und zubetonierte Flächen, aber dennoch gut zu befahren für Rollatoren. Die Erschließung des Postgartens soll auch von der Hinterseite, also der Gerbergasse erfolgen, da er auch für die zukünftigen Bewohner des Gerberhauses da sein soll. Doch auch von der Nordhalbener Str. soll der Zugang bleiben, hier gibt es Bedenken wegen des Lärms, da es sonst kein Ruhepol sein kann. Auf der einen Seite müsste es dann einen Lärmschutz geben in Form einer Wand aus verschiedenen Materialien, auf der anderen Seite wolle man auch die Sicht nicht versperren. Eine hohe Bepflanzung zur Straße hin habe zwar keinen richtigen Effekt, aber man empfindet den Straßenlärm als leiser.

Wichtig für alle Anwesenden war, dass der Postgarten als Aufenthaltsort und zum Rückzug angelegt werden muss.  Ruheoasen, Schattenwerfer, Wetterschutz, Sitzgruppen, die überdacht sind – all das waren Stichworte hierfür. Mancher wollte kleine Veranstaltungen abhalten. Man sah aber auch hier die Schwierigkeiten der Pflege und vor allen Dingen bei Veranstaltungen die Frage nach Wasser, Strom, WC usw. Aber dieser Vorschlag fand nicht viel Zustimmung, denn es wird bei der neuen Kulturhalle und am Rathausplatz bereits Veranstaltungsplätze geben. Außerdem sollen ja auch hauptsächlich die Bewohner des Gerberhauses diesen Platz nutzen können. Interessant wurde es dann bei den Gedanken zur Ausstattung des Postgartens. Minigolf, Boule, Tischtennis, Schach oder auch Pumptrack und Halfpipe waren im Gespräch. Einiges scheiterte auch hier an der Fläche, die zur Verfügung steht. Aber einiges kann durchaus verwirklicht werden. Wasser – ein Element, das Ruhe ausströmt, aber auch als Spielplatz genutzt werden kann. Aus der Bürgerschaft kam der Wunsch nach einem Teich oder einem Brunnen. Ein beruhigendes Plätschern oder sogar ein Kneippbecken. Doch stehende Gewässer sind gerade im Sommer nicht ideal und auch gefährlich für Kinder. Ein kleiner Brunnen wäre hier die Lösung.

Was besonders interessant ist, man propagiert auf jeden Fall Geräte und Ausstattung aus Holz, einheimische Materialien sind im Trend. Die Frage, ob urig oder modern, Wellen oder gerade Linien, groß oder klein – das wird die Planer noch ein wenig beschäftigen. In diesem Zusammenhang käme auch eine Holzkugelbahn ins Spiel. Um doch einiges an Grün und essbaren Gewächsen verwirklichen zu können, ist ein Duft- und Kräutergarten nicht so zeit- und arbeitsaufwendig. Die große weiße Wand des Hauses am oberen Ende des Gartens sprach Peter Wahlich an. Mit verschiedenen Themen bemalt, evtl. beleuchtet, geteilte Flächen um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, würde es viel besser dazu passen. Ein anderer konnte sich diese weiße Wand auch als Filmwand für verschiedene Themenbereiche vorstellen. Das ganze hat einen Haken, es ist ein Privathaus und steht zum Verkauf. Alles in allem wird es interessant sein, all die guten Vorschläge, die Einwände und neuen Ideen nun zu verarbeiten. Landschaftsarchitekt Raimund Böhringer meinte, dass die Arbeit jetzt erst so richtig beginne. Aber man werde so in vier Wochen verschiedene Entwürfe vorlegen und den Bürgern vorstellen. „Wir haben all ihre Gedanken notiert und werden sie in unsere Projektdaten einarbeiten“, versicherte Böhringer. Bürgermeister Gerhard Wunder gab noch einen Ausblick auf die Finanzierung. Es werde Zuschüsse von der Städtebauförderung beantragt, außerdem finanziert es der Inhaber Rainer Kober. Die Kosten müssen aber noch ermittelt werden, wenn man weiß, welches Budget man zur Verfügung habe. „Es soll auf jeden Fall praktikabel und pflegeleicht werden“, sagte Wunder.


Sie waren die Moderatoren der Zukunftswerkstatt: Von links Bürgermeister Gerhard Wunder, Rainer Kober, Sabine Nuber und Landschaftsarchitekt Raimung Böhringer

Verlosung
Als der Postgarten am 21. August aus seinem Dornröschenschlaf geholt wurde, konnte man bis zur Zukunftswerkstatt Ideen und Vorschläge einreichen und zwar in den weißen Briefkasten, der am Eingang des Gartens stand. Zahlreiche Ideen kamen zustande, die alle irgendwie in den Vortrag des Architekten Böhringer mit eingearbeitet wurden. In einer kleinen Verlosung nun wurden drei Gewinner gezogen und zwar gab es keine Wertung der eingereichten Wünsche und Ideen, sondern es wurde anonym aus allen Einsendern ausgelost. Bürgermeister Gerhard Wunder fungierte als „Glücksfee“ und so konnte als Gewinner des ersten Platzes Paula Smettane einen Essensgutschein von Wagners Hotel in Höhe von 50 Euro entgegennehmen, den zweiten Platz belegte Antonios Poupakis (Essensgutschein Goldener Anker 30 Euro) und den dritten Preis Sibylle Wollmann (Essensgutschein Leitschcafe 20 Euro). Sabine Nuber bedankte sich bei allen, die sich hier aktiv eingebracht haben.

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