100 Jahre aktiver Dienst

06. Oktober 2021 : Staatliche Ehrenzeichen an vier Stützen der Feuerwehr Steinwiesen verliehen – zahlreiche Vereinsehrungen standen an.

Ehrungen
Steinwiesen (sd) Aktiver Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr heißt aktive Freizeit, aktive Nächte, aktive 24 Stunden rund um die Uhr.

Es ist keine Freizeitbeschäftigung wie Fußball oder Radfahren, nein der aktive Dienst kann Menschenleben retten, Gebäude vor Schaden bewahren und die Bevölkerung vor zahlreichen Gefahren schützen.

Vier dieser ehrenamtlichen Feuerwehrler konnten nun aus der Hand von Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger und stellvertretenden Landrat Gerhard Wunder das staatliche Ehrenzeichen in Silber entgegennehmen.

Es sind drei Frauen und ein Mann, die die Ehrung erhalten. Christian Kremer ist Gerätewart, Maschinist und macht eigentlich alles in der Feuerwehr. Kerstin May steht als Kommandantin seit 14 Jahren an der Spitze „ihrer“ Wehr, vorher Stellvertreterin, hat auch sie bereits 25 Jahre Dienst geleistet. Ebenso wie Kerstin Ströhlein, die neben dem Einsatz als Atemschutzgeräteträgerin keine Scheu vor großen Fahrzeugen hat und mit den Größten rangiert. Auch Bettina Klinger ist eine große Stütze der Feuerwehr, auch sie fährt die „großen Feuerwehrfahrzeuge“ problemlos und ist ebenfalls immer da, wenn sie gebraucht wird.

Für 20 Jahr aktiven Dienst konnte Kommandantin Kerstin May Danny Hollendonner und Dominic Welscher, für 10 Jahre Lukas Richter, Melanie Feulner und Max Schmermer mit einer Urkunde auszeichnen. Bereits 30 Jahre leistet Stephan Kirsch aktiven Dienst.

Auch der Feuerwehrverein führte zahlreiche Ehrungen durch. Es ist schon eine Anerkennung wert, wenn man 50, 60 und sogar 70 Jahre seiner Feuerwehr treu ist, erst aktiv und nun im Feuerwehrverein. Besonders für Leonhard Tesching, der vor 70 Jahren in den 50er Jahren eingetreten ist, bedeutet dies fast ein ganzes Menschenleben. Für 60 Jahre wurden Albin Fiedler und Alfred Michel ausgezeichnet, für 50 Jahre Reinhard Beierkuhnlein, Herbert Kremer, Alfons Kuhnlein und Wolfram Gremer. 30 Jahre dabei ist Stephan Kirsch.

Kurzbericht der Kommandantin
Kommandantin Kerstin May ging nach ihrer Begrüßung und dem Totengedenken für alle verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr kurz auf die Einsatzstatistik 2020 ein. Trotz Corona konnten 17 Übungen mit insgesamt 535 Stunden durchgeführt werden. Bei 57 Einsätzen leistete man insgesamt 1.082 Stunden und schlug sich so manche Nacht um die Ohren. Erwähnenswert ist hier der Großeinsatz an der Ködeltalsperre, der Brand im Biergarten Mauthaus, Sturmtief Sabine sowie der Brand des Kompostplatzes in Birnbaum.

Mitgliederstand
Den Mitgliederstand zum jetzigen Zeitpunkt bezifferte Kommandantin May auf 120, aufgegliedert in 6 Jugendliche, 52 Aktive, 56 Passive und 5 Fördermitglieder. Man habe trotz Corona seit 2020 sechs neue Feuerwehrler begrüßen dürfen.

Neuwahl Beisitzer
Aufgrund des Wegzuges von Yannic Wildner wurde mit Patric Türkis ein neuer Beisitzer einstimmig von der Versammlung gewählt.

Projekt „Rettl“
Im Zuge des neuen Fahrzeugkonzeptes steht die Auslieferung des neuen HLF 20 (Hilfeleistungslöschfahrzeug) schon bald bevor. Voraussichtlich kann es in der KW 44 abgeholt werden.


Vier Mal staatliches Ehrenzeichen in Silber – 100 Jahre Einsatzwillen und Dienst am Menschen. Von links Kerstin Ströhlein, Christian Kremer, Kerstin May und Bettina Klinger

Grußworte, Dank und mehr
Für stellvertretenden Landrat und Bürgermeister von Steinwiesen, Gerhard Wunder, war es natürlich eine Ehre und Freude, vier staatliche Ehrenzeichen vergeben zu können. Besonders der Landkreis weiß, was er an seinen Feuerwehren hat. Er betonte, dass sich die Bürger auch in Coronazeiten immer auf die Feuerwehr verlassen konnten. Die Einsatzbereitschaft war stets gegeben.

Er richtete die Grüße des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann aus, für den das Ehrenamt gerade bei den Feuerwehren eine hohe Stellung einnimmt. Im Namen des Marktes Steinwiesen betonte Wunder, dass man hinter dem Fahrzeugkonzept der Feuerwehr Steinwiesen stehe. Aber es ist neben einer guten Ausrüstung auch wichtig, Frauen und Männer zu haben, die bereit sind, ihre Freizeit in den Dienst der Bürger zu stellen.

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger war froh, nach eineinhalb Jahren Corona wieder einmal vor Ort bei einer Feuerwehrversammlung präsent zu sein. Er betonte, dass Kameradschaft, soziale Kontakte und Geselligkeit sehr wichtig seien. Auch in Coronazeiten wurde jeder Einsatz gefahren, jedem geholfen, der Hilfe brauchte, genauso wie in den letzten 100 Jahren auch.

Er beglückwünschte alle Geehrten, besonders stolz war er auf die „100 Jahre staatliches Ehrenzeichen“. Es ist ja nicht irgendein Abzeichen des Vereins, sondern die Auszeichnung kommt direkt vom Freistaat Bayern. Ranzenberger betonte auch im Namen von KBI Frank Fischer, dass man sich jederzeit auf die Feuerwehr Steinwiesen verlassen kann.

Grußworte überbrachte Christian Kremer im Namen der Faschingsgesellschaft Steinwiesen und des Musikvereins Steinwiesen. Lukas Richter dankte im Namen der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen (SRK) und meinte, dass man auch in Zukunft wieder zusammenarbeiten werde. Er wies auf das 150-jährige Bestehen am kommenden Sonntag, 10. Oktober, mit Kirchenparade und Festgottesdienst der SRK hin und lud die Feuerwehr mit Fahne und Uniformträgern recht herzlich ein.