Alltagskompetenzen

05. Juli 2022 : Grundschule Steinwiesen setzt sich mit Kunststoffen und Recycling auseinander.
Nun hieß es Pressen, um den Kunststoff in eine neue Form zu bringen. Foto: GS Steinwiesen

Steinwiesen (sd) Das bayerische Kultusministerium hat in diesem Schuljahr ein Projekt aus der Taufe gehoben – die Alltagskompetenzen. Eine Jahrgangsstufe der Schule soll sich intensiv mit einem Thema des alltäglichen Lebens beschäftigen.

Ganz aktuell seit einigen Jahren ist hier das Thema „Kunststoff“. Egal ob es um die Verschmutzung der Meere mit Microplastik, unverrottbaren Plastiktüten oder Plastikbehälter, die gedankenlos immer im Müll landen, handelt. Kunststoff ist Segen und Fluch zugleich und eigentlich überall vorhanden. Damit aber nicht noch mehr Kunststoff in Umlauf kommt, kann man schon was tun. Die vierte Klasse der Grundschule Steinwiesen setzte sich mit diesem Thema auseinander. Einesteils im Unterricht und dann ganz anschaulich durch das LCC FabLab des Lucas-Cranach-Campus, der offenen Werkstatt in Kronach. Und dann war da noch die „Save Nature Group“, einer gemeinnützigen Naturschutzorganisation, die mit ihrem Recycelmobil vor Ort war und auf lockere, informative Art die Schüler und Schülerinnen begeisterte.

Das Recycelmobil rollte auf den Pausenhof der Schule, wo die Kinder schon gespannt warteten. Unter Federführung von Martin Haseney vom LCC und Shady Awayda von der Save Nature Group hörten die Schülerinnen und Schüler zunächst, wie Kunststoffmüll die Meere und Strände vieler Länder bedroht. Theorie war die eine Sache, Aktionen und Praxis die andere. Nach dem Sammeln zahlreicher Plastikabfälle wurden diese sortiert und für das Recycling vorbereitet. Beim Zerkleinern war Hand- und Fußarbeit angesagt, was gar nicht so leicht war. Der Fahrradschredder kostete ganz schön Kraft und Ausdauer. Man stelle sich vor, es werden täglich Berge von Plastik entsorgt. Nur konsequentes Sammeln und Sortieren ermöglicht hier ein Recycling, damit nicht noch mehr Neuplastik hergestellt wird.

Nach einer teilweise „schweißtreibenden“ Aufgabe kam der geschredderte Kunststoff nun in die Spritzmaschine. Jetzt ging es ans Pressen, auch hier war Zusammenarbeit und Muskelkraft gefragt. Doch es hat sich gelohnt. Aus der Form kam für jedes Kind ein Lineal. Und zwar nicht ein Nullachtfünfzehn Lineal, sondern für jeden Jungen und jedes Mädchen ein Unikat, denn durch die verschiedenen recycelten Plastikteile kam das Teil immer wieder ein wenig anders aus der Spritzmaschine.

Wer Interesse an den Workshops des LCC FabLab hat, kann sich in Internet unter https://lucas-cranach-campus.de/fablab informieren. Außerdem bietet die Save Nature Group auch viel an unter https://mobil-recyceln.de mit dem Motto „Müll vermeiden, Ressourcen schonen, Natur bewahren“.