BRK-Bereitschaft im Hochwassereinsatz

06. August 2021 : Froh, helfen zu können, aber auch froh, wieder gesund zurück zu sein.

Steinwiesen (sd) Helfer in der Not, das sind in diesen Tagen viele, die ins Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz gehen, um dort in den Hochwassergebieten zu helfen. Auch der BRK Kreisverband Kronach beteiligte und beteiligt sich noch an dieser Hilfsaktion.

Von der Bereitschaft Steinwiesen waren Martin Müller und Thomas Reißig mit dem Einsatzfahrzeug der Bereitschaft beim ersten Trupp dabei, der ins Krisengebiet fuhr. Für die beiden war es nach eigener Aussage ein Schock zu sehen, was von diesem einst so schönen Landstrich im Ahrtal übriggeblieben ist.

Der Kontrast zu ihrer Heimat, die Gott sei Dank bisher von solchen Katastrophen verschont geblieben war, ist extrem groß gewesen. „72 Stunden im Überlebensmodus“, so schildert Martin Müller seine Erfahrungen. 72 Stunden unter Anspannung, eingeteilt für die sanitätstechnische Absicherung der Bevölkerung und der Einsatzkräfte. Die Infrastruktur war ja quasi total weggebrochen, es fehlte an sauberem Wasser, Strom und vielen anderen Notwendigkeiten. Aber die Menschen in diesem Gebiet haben nicht aufgegeben. „Es war interessant, wie sich einige Dörfer selbst organisiert haben, ihre eigene Struktur aufbauten, um gemeinsam etwas Neues zu schaffen“, waren die beiden Rotkreuzler aus Steinwiesen begeistert.


Verpflegung war wichtig – die Feldküche des Roten Kreuzes

Insgesamt waren die Sanis 1.257 km unterwegs, Hin- und Rückfahrt und vor Ort. Und bereits jetzt sind Einsatzkräfte, Material und Fahrzeuge wieder im Einsatz. Übernachtet wurde in einer Turnhalle, die Verpflegung erfolgte über die Feldküche. Aus Kulmbach waren zwei Quad vor Ort, mit denen man dorthin fuhr, wo ein Rettungswagen nicht mehr hinkam. Es war eine Erfahrung, die auch Martin Reichardt und Robert Unglaub teilten, die beim zweiten Trupp vor Ort waren. Für die eingesetzten Rotkreuz-Männer aus Steinwiesen war es auch ein Zeichen der Anerkennung, als sie bei der Ankunft zuhause von der Bereitschaftsleitung willkommen geheißen wurden. „Diese Geste zeigte, dass wir einfach zu einer Gemeinschaft gehören, das hat uns emotional sehr beeindruckt“, waren sich Martin Müller und Thomas Reißig einig.

Das die Einsatzbereitschaft auch wirklich gewürdigt wurde, zeigt die Anwesenheit von Bürgermeister Gerhard Wunder bei der Einsatznachbesprechung. Er dankte den eingesetzten Kräften, auf die man sich immer verlassen könne. Als kleines Zeichen der Wertschätzung hatte er ein kleines Dankeschön dabei. Wunder meinte, dass viele nur reden, aber wenn sie wirklich gebraucht werden, zurückziehen. „Aber ihr seid immer da, wenn man euch braucht“, betonte der Bürgermeister.