Ereignisreiche Versammlung

21. Januar 2020 : Staatliche Ehrenzeichen, Ehrungen und eine Verabschiedung standen im Fokus der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen.

Verabschiedung
Steinwiesen (sd) Eine Ära geht zu Ende. Hans Schneider wechselt nach 45 Jahren aktiven Dienst nun in den passiven Sektor. Wer in Steinwiesen an die Feuerwehr denkt, kommt an Hans Schneider nicht vorbei. Über 45 Jahre hat er aktiven Dienst geleistet, den Atemschutz in Steinwiesen mit aufgebaut und hat von 1988 bis 2000 Verantwortung als Atemschutzgerätewart getragen. 2000 hat er die Leitung des Atemschutzes übernommen und lange Jahre ausgeführt. Der „Schlossschneiders Hans“ ist immer da, wenn er gebraucht wird, sei es im aktiven als auch im passiven Bereich. So manche Veranstaltung oder Festbesuch wäre ohne ihn und seine Familie fast nicht möglich gewesen. Bei Festen steht er meistens hinter der Essenstheke, was ihm den liebevollen Namen „Fischhansl“ eingebracht hat.

Staatliche Ehrenzeichen in Silber
25 Jahre Dienst am Nächsten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 52 Wochen, 365 Tage im Jahr – sie haben das auf sich genommen und sind seit 25 Jahren immer bereit, zu helfen. Für drei verdiente Feuerwehrler gibt es nun das staatliche Ehrenzeichen in Silber, das sie aus der Hand von stellv. Landrat Gerhard Wunder und Kreisbrandinspektor Frank Fischer erhalten. Tino Hümmer ist 1993 in die Jugendfeuerwehr eingetreten und war immer da, wenn es brenzlig wurde. Ob als Kommandant oder als Vorsitzender, er hat seine Feuerwehr nie im Stich gelassen. Mario Renk ist ein wichtiger Bestandteil der „Tagesalarmstärke“. Er steht auch seit einigen Jahren in der Vereinsleitung als kompetenter Berater zur Verfügung. Der dritte im Bunde ist Manuel Schmidt. Seit 2006 hat er seinen Lebensmittelpunkt von Weißenbrunn nach Steinwiesen verlegt und steht auch als Atemschutzgeräteträger seinen Mann. Sie alle drei stehen in ihrer Feuerwehr auch die nächsten Jahre aktiv ihren Mann.

Ehrungen und Beförderungen im aktiven Bereich
- Für 20 Jahre aktiven Dienst erhielt Dominic Beiergrößlein eine Ehrung
- Feuerwehrmann: Jürgen Kämpfer, Julian Rehwald, Robin Deuerling, Sandro Wunder
- Oberfeuerwehrmann: Mirco Deuerling, Patrick Türkis, Lukas Richter
- Löschmeister: Marcel Manzer, Max Schmermer
- Brandmeister: Dominic Welscher

Vereinsehrungen
Auch im passiven Bereich konnten einige Ehrungen durchgeführt werden. Eine Säule des Vereins bilden die beiden, die für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet wurden. Die Verdienste und das große Engagement von Bruno Beierlorzer und Gerhard Welsch ist wegweisend für so manchen „Jungspund“ in der Feuerwehr. Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Werner Kuhnlein, Ludwig Schrepfer und Ägidius Kuhnlein ausgezeichnet.

Berichte, Rückblick und Vorschau
Nach der Begrüßung durch Stephan Kirsch und dem Totengedenken gab Kommandantin Kerstin May einen Rückblick über das vergangene Jahr. Der Höhepunkt war sicher das in Dienststellen des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 10, das man im Februar mit einer Abordnung in Ulm abholte und bereits nach vier Wochen intensive Einweisung in Dienst gestellt werden konnte. Offiziell eingeweiht wurde das Fahrzeug beim Sommerfest am 6. Juli mit einem Festzug und Besuchern aus dem gesamten Unterkreis. Die Aktiven nahmen an mehreren Großübungen im Landkreis teil. So war man in Mauthaus, Nordhalben und Nurn dabei. Das nächste große Projekt im neuen Fahrzeugkonzept war nun die Vorbereitung zur Ausschreibung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges HLF 20 EC Line. Zusammen mit der Feuerwehr Kirchenpingarten wurde die Ausschreibung von zwei Fahrzeugen beauftragt und wird nun im ersten Quartal 2020 veröffentlicht. Mit der Fertigstellung des HLF 20 wird im Oktober oder November gerechnet.

Statistik
In 2019 wurden 43 Einsätze geleistet, davon 6 Brandeinsätze, 17 Technische Hilfeleistungen, 5 Sicherheitswachen, 11 sonstige Tätigkeiten, 2 ABC Einsätze und 2 Fehlalarme. Insgesamt wurden 1231 Stunden Einsatzdienst geleistet. Die Aktiven und die Jugendlichen nahmen außerdem an 23 Übungs- und Ausbildungsveranstaltungen teil, dies sind noch zusätzliche 670 Stunden. Noch nicht eingerechnet sind die Festbesuche und Sitzungen von Führungsteam und Vereinsleitung. Die Einweisung auf dem neuen LF 10 steht mit 281 Stunden zu Buche.

Den Mitgliederstand bezifferte Kerstin May mit 63 Aktiven, davon fünf Feuerwehranwärter, 48 Passiven, drei Fördermitgliedern und einem Ehrenmitglied. Erfreulich ist, dass man neun Neuaufnahmen bzw. Rückkehrer in 2019 begrüßen konnte.

Termine und Vorschau
Nach dem Faschingsumzug am 23. Februar ist das Cafe Flori wieder für das Faschingstreiben geöffnet. Außerdem findet das Sommerfest am 4. Juli wieder auf dem Rathausplatz statt. Im Herbst steht dann das neue Fahrzeug im Mittelpunkt, sobald es eingetroffen ist. Hier stehen wieder zahlreiche Stunden der Einweisung an. Gerätewart Johannes Renk ging auch auf die geleisteten und noch zu leistenden Arbeiten im Gerätehaus bzw. an den Fahrzeugen ein. So wurde die Fahrzeughalle neu gestrichen und erhält zeitnah eine neue LED Beleuchtung. Im Keller ist ein Arbeitseinsatz geplant, die Absauganlage muss angepasst werden und auch der Reparaturaufwand der vorhandenen älteren Fahrzeuge wird größer. 

Kirchenparaden – Fluch und Segen
Die Uniformträger haben auch im vergangenen Jahr die Wehr nach außen an kirchlichen und weltlichen Festen repräsentiert. Doch leider ist es so, dass gerade bei Kirchenparaden aber auch an anderen Veranstaltungen nicht mehr so viele Uniformträger teilnehmen wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Arbeitspensum, Schichtdienst, Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche und viele andere Faktoren spielen hier eine Rolle. Dieses Problem hat nicht nur die Feuerwehr und deshalb sollte man sich mit den anderen Vereinen an einen Tisch setzen und das Problem in Griff bekommen. Nur gemeinsam lässt sich hier etwas verändern.

Grußworte
Bürgermeister und stellv. Landrat Gerhard Wunder sagte Dank für das gute Miteinander im vergangenen Jahr. Die Feuerwehren in der Großgemeinde sind gut aufgestellt und man habe 60.000 Euro für den Unterhalt aller Wehren ausgegeben. „Mit Hirn und Verstand wird der Fahrzeugparkt Stück für Stück erneuert“, sagte Wunder. Aber es komme nicht nur auf die Fahrzeuge an, sondern auch auf eine gute Mannschaft. Diese sei in Steinwiesen mit der Kommandantin Kerstin May an der Spitze auf jeden Fall vorhanden. Wunder überbrachte auch den Dank und die Anerkennung des Landkreises für die drei Kameraden, die das staatliche Ehrenkreuz erhalten haben, und an die geehrten und beförderten Kameraden.

Kreisbrandinspektor Frank Fischer sprach auch im Namen von Kreisjugendfeuerwehrwart Dirk Raupach allen Verantwortlichen der Feuerwehr Steinwiesen ein Danke aus. Der Fahrzeugstand und auch das Personal und vor allem die Jugend ist hervorragend. Das Ziel soll aber sein, mehr Mitglieder zu werben und damit längerfristig fit zu sein. Er betonte, dass die neue Atemschutzübungsanlage in Kronach nun gut läuft und doch genutzt werden solle.

Günter Deuerling überbrachte die Grüße der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen (SRK). Besonders mit der Seniorengruppe der Feuerwehr, die roten Teufel, habe man gute Kontakte durch die beiden alljährlichen Bierkopfturniere. Er dankte für die Teilnahme beim Sebastiansfest und wies hier auf den kommenden Sonntag, den 19. Januar. hin, wo dieser mit Kirchenparade und Festgottesdienst wieder stattfindet. Auch er schnitt das Thema Kirchenparaden an. Als Uniformträger habe die SRK ebenfalls mit der Beteiligung zu kämpfen. Aber man solle bedenken, dass wieder eine Tradition verloren gehe, wenn man hier nicht mehr mitmache. Es verbinde außerdem, wenn man mit der Uniform stolz seinen Verein repräsentieren kann. Natürlich müsse man überlegen, ob man das überhaupt will, denn wenn die Uniform, die ja ca. 250 Euro kostet, nur im Schrank hängt, ist niemand geholfen. Auch Deuerling regte an, sich untereinander auszutauschen und auch für Fronleichnam eine Lösung zu finden, denn hier ist es immer schwieriger, Leute zu finden, die die Figuren des Hlg. Florian und des Hlg. Michel mittragen. Vielleicht könne man hier mit einem fahrbaren Gefährt Abhilfe schaffen.

Weitere Grußworte kamen von stellv. Kommandant Dominic Welscher, der die Aktiven aufforderte, bei Problemen gleich zu kommen und sie nicht totzuschweigen Außerdem überbrachte er die Grüße des Musikvereins Steinwiesen. Marcel Manzer sagte stellvertretend für die Faschingsgesellschaft ein herzliches Danke an die Feuerwehr für die Unterstützung besonders beim Faschingsumzug.