Feuerwehr Steinwiesen

04. November 2022 : Zwei Staatliche Ehrenzeichen in Silber verliehen –Vereinsehrungen standen an.
Rainer Deuerling (2.v.re) erhält aus der Hand von stellv. Gerhard Wunder (li) und Joachim Ranzenberger das staatl. Ehrenzeichen in Silber. Rechts Kerstin May. Foto: Susanne Deuerling

Ehrungen
Steinwiesen (sd) Aktiv in einer Feuerwehr sein, das heißt Verantwortung zu übernehmen, für die Bürger der Gemeinde, für die, die in Not sind, aber auch für die Kameraden und Kameradinnen, mit denen man den Dienst leistet. Es ist kein „Hobby“, das man mal mag und macht, dann wieder einfach zur Seite schiebt. Es ist eine Aufgabe, die fordert, aber auch viel gibt. Kameradschaft, Zusammenhalt und die Gewissheit, gebraucht zu werden.

Zwei dieser Helfer konnten nun aus der Hand von Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger und stellvertretenden Landrat Gerhard Wunder das staatliche Ehrenzeichen in Silber entgegennehmen. Silber für 25 Jahr aktiven Dienst, für 25 Jahre Einsatz für die Bevölkerung der Gemeinde und des Landkreises. Rainer Deuerling ist Hauptfeuerwehrmann und Geschäftsleiter im Rathaus in Steinwiesen und deshalb auch tagsüber immer einsatzbereit. Lange Jahre war er Sachbearbeiter für die Feuerwehr in der Gemeinde und weiß genau, dass die Forderungen der Feuerwehren für Geräte und Ausrüstung realistisch sind. Außerdem erhielt Albert Gries das staatliche Ehrenzeichen in Silber, er konnte nicht anwesend sein und die Ehrung wird von Kommandantin Kerstin May nachgereicht.

Für 10 Jahre aktiven Dienst konnte Kommandantin Kerstin May Marcel Manzer und Lucas Hollendonner auszeichnen. Dominik Beiergrößlein erhielt die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann.

Auch der Feuerwehrverein führte zahlreiche Ehrungen durch. Es ist schon eine Anerkennung wert, wenn man jahrzehntelang „seiner“ Feuerwehr und „seinem“ Verein die Treue hält. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurde Manfred Reimann geehrt, 40 Jahre Treue zum Verein konnte Herbert Wessel vermelden. Bereits seit 50 Jahren „bei der Feuerwehr“ sind Reinhold Welsch und Georg Müller (Dr. Max-Schwaab-Str.). Reinhold Welsch war von 1981 bis 2000 Funkwart, in einer Zeit, wo es einen großen Umbruch in der Alarmierung gab, das Gerätehaus neu gebaut wurde und viele Herausforderungen auf die Feuerwehr zugekommen sind. Georg Müller hält als passives Mitglied und Nachbar der Feuerwehr die Treue.

Kurzbericht der Kommandantin
Kommandantin Kerstin May ging nach ihrer Begrüßung und dem Totengedenken für alle verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr kurz auf die Einsatzstatistik 2021 ein. Es konnten 31 Übungen mit insgesamt 875 Stunden durchgeführt werden. Bei 77 Einsätzen leistete man insgesamt 1897 Stunden und schlug sich so manche Nacht um die Ohren. Mit drei Brandeinsätzen, 33 Technischen Hilfeleistungen, zwei ABC-Einsätzen, drei Sicherheitswachen und 37 sonstigen Einsätzen war man ganz gut ausgelastet. Es war auf jeden Fall zu beobachten, dass aufgrund vermehrter Umweltkatastrophen wie Hochwasser, Sturm und Windbruch die Einsätze in der Großgemeinde und auch bundesweit um 30 – 40% gestiegen sind.

Verschiedene Projekte und Einsätze wurden in 2021 durchgeführt. So wurde das Projekt „Rettl“ mit dem HLF 20 abgeschlossen, die Planung und Ausschreibung für das neue Projekt „TLF 4000“ läuft. Alle Fahrzeuge wurden mit Neonbeklebung ausgestattet und die aktive Mitgliedergewinnung zeigte Früchte. An Einsätzen waren Sturmschäden und umgestürzte Bäume ein Fass ohne Boden.

Mitgliederstand
Den Mitgliederstand zum jetzigen Zeitpunkt bezifferte Kommandantin May auf 126, aufgegliedert in 9 Jugendliche, 54 Aktive, 58 Passive und 5 Fördermitglieder. Man habe trotz Corona seit 2021 sechs neue Feuerwehrler begrüßen dürfen.

Grußworte, Dank und mehr
Für stellvertretenden Landrat und Bürgermeister von Steinwiesen, Gerhard Wunder, war es natürlich eine Ehre und Freude, wieder zwei staatliche Ehrenzeichen vergeben zu können. Dies sei eine Wertschätzung von Seiten des Staates und soll als Beispiel dienen, um junge Menschen für diesen Dienst zu begeistern. Er betonte, dass sich die Bürger auch in Coronazeiten immer auf die Feuerwehr verlassen konnten. Im Namen des Marktes Steinwiesen betonte Wunder, dass das Geld, das man jährlich für die Feuerwehren ausgibt, sehr gut angelegt ist. Die Wehren sind gut ausgestattet und ausgebildet, der Nachwuchs steht gut da und ist die Zukunft der Feuerwehr. Wunder ging kurz auf das „Blackout“ Szenario ein. Der Landkreis und die Krisenstäbe arbeiten mit viel Verstand an Lösungen und an der Vorbereitung für die Informationen an die Bevölkerung. Alle Hilfsorganisationen sind hier eingebunden. Die Feuerwehren werden sicher Anlaufstellen werden, wenn es notwendig sein wird. „Wir hoffen, dass nichts kommt, aber wenn, dann muss alles funktionieren“, erklärte der stellv. Landrat. Die Feuerwehren und Hilfsorganisationen werden hier große Unterstützungsarbeit leisten und für die Bevölkerung da sein.  

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger beglückwünschte vor allem die beiden Kameraden, die das staatliche Ehrenzeichen in Silber erhalten haben. „Tragt das Abzeichen mit Stolz“, betonte er. Den Geehrten für jahrelange Mitgliedschaft dankte er für ihre Treue. „Wir haben verrückte Jahre hinter uns“, meinte Ranzenberger, „2019 machte man sich Gedanken über Probleme, die eigentlich keine waren. Erst jetzt haben wir gemerkt, was wirkliche Probleme im Feuerwehralltag sind“. Er nannte als Beispiele die Überschwemmungen, Waldbrände und den Krieg. Die Feuerwehren sind hier maßgeblich mit involviert, aber es ist auch seit Jahrzehnten, ja Jahrhunderten auf sie Verlass, sie helfen jedem, der in Schwierigkeiten ist.

Grußworte überbrachte Christian Kremer im Namen der Faschingsgesellschaft Steinwiesen und des Musikvereins Steinwiesen. Lukas Richter dankte im Namen der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen (SRK) und meinte, dass man auch in Zukunft wieder zusammenarbeiten werde.

Vorschau
Am Samstag, 5. November ab 18.00 Uhr findet ein Kameradschaftsabend im Gerätehaus statt, das Thema wird der Brand in Birnbaum vom 1. August 1983 sein, Funkmitschnitt, Bilder und Erfahrungsaustausch werden sicher interessant. Weitere Termine sind am 11.11. Absicherung des Martins-Umzuges des Kindergartens, ebenfalls am 11.11. Rathaussturm und am 13.11. Volkstrauertag.

Ab 2023 finden die Jahreshauptversammlungen auch wieder im gewohnten Rhythmus statt. Immer am Sonntag nach Dreikönig, die nächste ist am 8. Januar 2023 im Gasthof Grüner Baum.