FFW Steinwiesen

17. Mai 2022 : Neues HLF20 unter den Segen Gottes gestellt – Markt Steinwiesen investiert erneut 200.000 Euro für den Feuerschutz.

Kirchliche Segnung
Steinwiesen (sd) „Wir brauchen den Herrgott, damit wir immer effektiv helfen können“, betonte Bürgermeister Gerhard Wunder bereits bei der Begrüßung. Und deshalb wurde auch das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF20 der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen unter den Segen Gottes gestellt.

Pfarrer Richard Reis dankte den Feuerwehrleuten, dass sie das Fahrzeug ganz selbstverständlich unter den Schutz Gottes stellen. Nicht nur sie sollen helfen, sondern auch ihnen gibt Gott die Hilfe und Kraft, die sie bei ihren Einsätzen brauchen: Auf ihn können sie sich verlassen. Pfarrer Reis segnete das Fahrzeug und seine Nutzer und schloss mit den Worten: „Gott befohlen und Gottes Segen besonders bei euren Einsätzen, seid alle beschützt“.

Bei seiner Begrüßung sagte Bürgermeister Gerhard Wunder als „oberster Dienstherr“ der aktiven Feuerwehr, dass man das Fahrzeug bereits in den Dienst gestellt habe, es jedoch ohne den Segen Gottes keine guten Einsätze gebe.

Er ging auf die Kosten ein, die der Markt Steinwiesen für dieses Fahrzeug HLF20 aufgebracht hat. Von den Gesamtkosten von 341.000 Euro blieben nach Abzug der Zuschüsse und des Erlöses des alten Rüstwagens für die Gemeinde noch knapp 200.000 Euro als Eigenanteil übrig. Vor der Inbetriebnahme dieses Fahrzeuges waren etliche Besprechungen und Vorarbeiten notwendig. Nachdem die Kommandantin Kerstin May das Fahrzeug-Konzept am 29. Oktober 2019 im Gemeinderat vorgestellt hatte und man die Finanzierung stemmen konnte, ging man in die konkrete Planung. Zusammen mit der Feuerwehr Kirchenpingarten, die ebenfalls ein Fahrzeug HLF20 anschaffen wollte, wurde europaweit ausgeschrieben, um höhere Zuschüsse zu bekommen. Nach der Ausschreibung ging im Juni 2020 der Auftrag an die Firma Magirus und das neue Fahrzeug HLF 20 EC-Line holte die Feuerwehr Steinwiesen am 9. November 2021 im Werk Ulm ab.

Bürgermeister Wunder dankte allen Führungskräften und ihren Aktiven. Es sei wichtig, engagierte Frauen und Männer zu finden, die Feuerwehrdienst leisten. Die gesellschaftliche Anerkennung dieser „Helden der Gesellschaft“ gilt es immer wieder in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. „Eines ist klar, ohne ehrenamtlich engagierte Feuerwehrfrauen und -männer wäre der Schutz der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet“, schloss Wunder.

Stolz auf Fahrzeug und Mannschaft
Stolz auf das neue Fahrzeug, aber auch auf ihre Wehr war Kommandantin Kerstin May. Innerhalb von vier Wochen wurden rund 1000 Stunden Ausbildungsdienst gemeinsam abgeleistet und so konnte das Fahrzeug in kürzester Zeit in Betrieb genommen werden.

Es ist ein „Erstangreifer-Fahrzeug“, das auch tagsüber mit neun Mann Besatzung von der technischen Hilfe bis hin zum Brandeinsatz jeden Einsatzauftrag bearbeiten kann. Es beinhaltet eine komplette Beladung für die technische Hilfeleistung mit Spreizer, Schere und Rettungszylinder, ein Fahrzeugstabilisierungssystem, einen Sprungretter, Armaturen und Schläuche für den Löschangriff, eine vierteilige Steckleiter sowie eine Schiebeleiter. Mit 2500 Litern Wasser und 200 Litern Schaummittel, einem Notstromerzeuger und einem Lichtmast ist man bestens ausgerüstet für den Erstangriff und Einsätze in der Nacht.

Das neue HLF, auch genannt „Rettl“ ist also ein adäquater Ersatz für den Rüstwagen und hat außerdem ausreichend Wasser, das wie beim TLF an die Einsatzstelle gebracht werden kann. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehr Kirchenpingarten sowie Mario Tauber vom Magiruswerk bzw. der Fa. Brunnbauer konnte man nach 14 Monaten Lieferzeit das Fahrzeug abholen. „Wir danken dem Markt Steinwiesen für die Unterstützung. Die 200.000 Euro sind gut angelegt. Wir legen neben der Funktionalität auch viel Augenmerk auf die Kosten und Wirtschaftlichkeit“, betonte die Kommandantin.

Sie dankte auch dem Feuerwehrverein, der immer bereit ist, die aktive Wehr durch Spenden und Arbeitsleistung zu unterstützen.

So wurden hier seit dem Gerätehausneubau 1984 bereits über 130.000 Euro vom Verein für Fahrzeuge und das Gerätehaus investiert.

Ebenso dankte sie allen Bürgern, Firmen und Geldinstituten für die immer offenen Ohren und Spenden.

Die offizielle Schlüsselübergabe durch Markus Scholz, Vertreter von Magirus erfolgte an Bürgermeister Gerhard Wunder und Kommandantin Kerstin May. Er betonte, dass das Fahrzeug nun in den richtigen Händen sei und wünschte „Allzeit gute Fahrt“.

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Grußworte
Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger, der mit seinen Kameraden der Kreisbrandinspektion, KBI Frank Fischer, KBM Jörg Greser und KBM Markus Reischl gerne zur Segnung gekommen war, betonte, dass dieses Fahrzeug optimal für die Aufgaben der FF Steinwiesen geeignet sei.

Die Feuerwehr sei immer da, um Ort und Bürger zu helfen. Gerade nach der schweren Zeit der Pandemie, wo die sozialen Kontakte, die Kameradschaft weitgehend auf Eis gelegen sind, ist so ein Anlass wirklich ein Tag der Freude. Die Bevölkerung konnte sich zwar immer auf die Einsatzkraft der Feuerwehren verlassen, aber das drumherum, das kameradschaftliche Miteinander bei Übungen, nach Einsätzen usw. habe doch gefehlt. Er betonte, dass das neue HLF20 ja bereits im Einsatz sei und beim Großbrand bei der Firma Voitländer vor einigen Tagen hervorragenden Einsatz geleistet habe. „Ich weiß, dass ich mich als Kreisbrandrat jederzeit auf euch verlassen kann“, dankte Ranzenberger der Wehr.

Spenden und Dank
Im Rahmend der Fahrzeugsegnung konnte Kommandantin Kerstin May auch einige Spenden entgegennehmen. Vom Patenverein Neufang, den Feuerwehren Nurn und Birnbaum sowie von der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen und der BRK Bereitschaft Steinwiesen gingen „Kuverts mit Inhalt“ an die Feuerwehr Steinwiesen. May dankte dafür und auch allen anwesenden Vereinen, die die Arbeit der Feuerwehr honorieren und immer wieder unterstützen. Die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten hatte der Musikverein Steinwiesen übernommen.