Gastgeber feierte 50-jähriges Bestehen

15. Juni 2022 : Kreismusikfest des Nordbayerischen Musikbundes in Nurn.
Durch das Hochheben ihrer Instrumente gratulierten die vielen Musiker beim Gemeinschaftschor dem Musikverein Nurn zu seinem 50-jährigen Bestehen. Fotos: Hans Franz

Nurn – Bedingt durch Corona waren für die 48 Musikkapellen des Landkreises im Nordbayerischen Musikbund (NBMB) keine öffentliche Auftritte mehr möglich. So fand unter anderem das letzte Kreismusikfest im Mai 2019 statt.

Doch am Wochenende war es endlich wieder soweit, dass die Blasmusikanten in großer Gemeinsamkeit wieder musizierten. Beim Musikverein Nurn fand nämlich das erste von in diesem Jahr zwei stattfindender Kreismusikfeste statt. Zugleich feierte der örtliche Kulturträger mit zwölf Monaten Verspätung sein 50-jähriges Bestehen.

Wie unschwer zu erkennen war, legten die Gastkapellen in Nurn alles in die Waagschale um nach einer „schmerzlichen Pause“, wie es der NBMB-Kreisvorsitzende Wolfgang Müller bezeichnete, ihre Hingebung zur Blasmusik und ihr musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Die vielen Zuhörer honorierten die Darbringungen immer wieder mit reichlich Beifall.

Beeindruckend einmal mehr der Gemeinschaftschor, der heuer sogar am Samstag und Sonntag vonstatten ging, da doch einige Kapellen aus verschiedenen Gründen noch terminliche Schwierigkeiten hatten. Nachdem die Musikkapellen an den verschiedensten Plätzen im Ort Standkonzerte gegeben hatten, marschierten sie in die Ortsmitte zum so genannten Gemeinschaftschor. Hier dirigierte der Kreisdirigent Florian Beetz das Stück „Apertum“, den Konzertmarsch „Crana Musica“ und die Deutschlandhymne. Der Leiter des Musikvereins Nurn, Wolfgang Schrepfer, dirigierte die Bayernhymne. Anschließend gratulierten die Musikanten durch das Hochheben ihrer Instrumente dem Jubiläumsverein.

Kreisvorsitzender Wolfgang Müller bestätigte diesem viel Durchhaltvermögen, Idealismus und die Liebe zur Musik. Deshalb bestehe der Musikverein Nurn nach einem halben Jahrhundert noch in seiner heutigen Form. Dies aber auch Dank vier wichtiger Personen, nämlich dem einstigen Dirigenten Anton Deuerling und dem jetzigen Kapellmeister Wolfgang Schrepfer sowie der langjährigen Vorsitzenden Bruno Franz und Jürgen Eckert. Letztlich stellte Müller fest: „Vielleicht wird durch den gewesenen Stillstand, unserer Blasmusik wieder mehr Wertschätzung aus der Bevölkerung entgegen gebracht und nicht als Selbstverständlichkeit angesehen.“

Schirmherr, Bürgermeister und Landratsstellvertreter Gerhard Wunder, rief in die Menschenmenge: „Dass war heute wieder eine Demonstration der Blasmusik.“ Was man in Nurn erleben könne, darf auch unter dem Begriff „Heimat“ eingestuft werden. Zusammenkommen, Gastfreundschaft zu genießen und Tradition zu pflegen seien entsprechende Schlagworte. Landrat Klaus Löffler, der auch im Namen des anwesenden MdB Jonas Geißler und des MdL Jürgen Baumgärtner gratulierte, dankte dem Jubiläumsverein für sein ehrenamtliches Engagement. Dies habe dem Musikverein Nurn über die Landkreisgrenze hinaus bekannt gemacht und den Beweis erbracht, was Lebensqualität und Zusammenhalt bedeute.

Zu Beginn des Gemeinschaftchores und später im Festzelt hatte vom gastgebenden Musikverein Maximilian Sesselmann die Gäste als Freunde schöner Blasmusik im wunderschönen Nurn am See begrüßt. Etwas Wehmut klang mit, als er verkünden musste, dass sich beim Festzeltaufbau vier Tage zuvor der Vorsitzende Alexander Franz verletzte.

Als am Samstagabend die Hergolshäuser Musikanten mit ihren böhmisch-fränkischen Stücken und mit viel Spielfreude das Zelt zum Toben brachten, zeigte sich deren Dirigent Rudi Fischer vor allem über die Anwesenheit vieler junger Musikbegeisterter erstaunt.

Und noch einmal herrschte Verdutztheit an diesem Abend: Der gebürtige Nurner und heute bei Düsseldorf lebende Michael Förtsch hatte seinen Landsleuten versprochen für die 50-Jahr-Feier eigens ein Stück zu schreiben.

Vor drei Wochen sind Maximilian Sesselmann und Jürgen Eckert ins Rheinland gefahren und haben dort das Lied eingesungen und eingespielt. Nun wurde diese Aufnahme mit dem Titel „Servus ihr Freunde“ dem Publikum präsentiert. Zuvor war der Musikverlag Geiger ins Spiel gekommen, der das Stück zu Papier gebracht hatte und jetzt wurde es als Gastgeschenk an die am Musikfest teilnehmenden Kapellen verteilt.

Begonnen hatte das Fest am Freitagabend mit der niederbayerischen Partyband „Alarmstufe Rock“. Am Sonntag bildete in aller Frühe der Weckruf den Auftakt und etwas später schloss sich der Festgottesdienst mit dem Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder an. Der Musikverein Birnbaum unter der Leitung von Michael Deuerling gestaltete mit vorzüglicher Blasmusik den Frühschoppen. Nach den Standkonzerten und dem Gemeinschaftschor am Nachmittag war es der Musikverein Zeyern, der im 1000-Mann fassenden Festzelt für beste Stimmung sorgte. Bevor er um Zugaben nicht herumkam, hatte deren Dirigentin Kathrin Moschenbacher mit dem Stück „Wir Musikanten vereint durch Musik und Gesang“ dem Fest einen würdigen Abschluss aufgesetzt. Nun dürfen sich die Änhänger der Blasmusik auf das zweite Kreismusikfest freuen. Dieses findet vom 15. bis 17. Juli in Nordhalben statt. hf / Hans Franz