Projekt DIGI-ORT

18. August 2021 : Herzstück des Forschungsprojekts erfolgreich installiert.

Seit August 2020 wurden in sieben Testhaushalten im Oberen Rodachtal verschiedene digitale Testgeräte in Betrieb genommen.

Dabei handelt es sich um eine Armbanduhr (Messung von Schrittzahl sowie Zeitmessung der individuellen Aktivität), ein Blutdruckmessgerät, eine Waage (misst Körpergewicht, Wasser- und Fettanteil sowie Knochen- und Muskelmasse und ermittelt den Body-Mass-Index (BMI)), ein Assistenzrufsystem (automatische Benachrichtigung beispielsweise eines Angehörigen bei Notfall), eine Schlafmatte (nimmt Einzelmessungen vor von zum Beispiel Ruhe-, Atemfrequenz, Tiefschlafdauer, Schlafapnoe, Dauer des Schnarchens). Leider konnte die zweite Installationstour pandemiebedingt erst jetzt - einige Monate verzögert - stattfinden.

Die ersten vier von sieben Testhaushalten mit HomeDataGateway ausgestattet
Ende Juli fuhren Martina Simon und Fabian Hofmann - beide sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS - endlich wieder ins Obere Rodachtal und besuchten zwei Testpersonen in Nordhalben und jeweils einen Haushalt in Steinwiesen beziehungsweise in Wallenfels. Hauptgrund ihres Besuchs war die Installation des HomeDataGateway (HDG), das Herzstück des Forschungsprojekts DIGI-ORT. Dieses ist ein privater Datenspeicher für zu Hause. Er bindet alle in den Haushalten installierten digitalen Monitoring- und Assistenzgeräte (siehe oben) bei sich an und speichert deren Daten zentral. Diese Daten werden über eine verschlüsselte digitale Kommunikations- und Vernetzungsplattform datenschutzkonform verfügbar gemacht. Nutzer*innen (Senioren, Pflegebedürftige, chronisch Kranke) wählen die Daten individuell aus und leiten sie an die Empfänger ihrer Wahl wie Hausärztinnen und -ärzte, Pflegepersonal, Angehörige weiter. Die Datenhoheit liegt also stets beim Nutzer!

Folgende Ziele werden damit erreicht:
- Der Gesundheitszustand wird kontinuierlich kontrolliert
- Kritische Situationen und Ereignisse können früher erkannt werden
- Standarduntersuchungen erfolgen perspektivisch durch engmaschige Selbstmessungen
- Das selbstständige und selbstbestimmte Leben im eigenen Zuhause wird unterstützt

Außerdem konnten Martina Simon und Florian Hofmann in den vier Haushalten die digitalen Präsenzmelder, Türkontakte (beide überwachen die Aktivität in zentralen Räumen sowie bei zentralen Schließkontakten beispielsweise von Kühlschrank oder Haustür) und Steckdosensteuerung (meldet, ob und wann Einzelgeräte, wie zum Beispiel das Bügeleisen, ein- oder ausgeschaltet sind) verbauen und ebenfalls an das HomeDataGateway (HDG) anbinden. Durch die intelligente Vernetzung mit dem Handy erfahren Angehörige schnell, wenn das pflegebedürftige Familienmitglied keine oder verminderte Aktivität zeigt oder vergessen hat, beispielsweise den Stecker des Bügeleisens zu ziehen.


Bewegungsmelder, Türsensoren und Steckdosen zur Anwesenheitserkennung wurden in den Testhaushalten installiert

Nächste Schritte im Projekt DIGI-ORT
Kontinuierliche Testung und Evaluation durch die Testhaushalte. Derzeit laufen – in Abhängigkeit von der Corona-Entwicklung – die Planungen für die nächste Vor-Ort-Installationsrunde, die voraussichtlich Ende August stattfinden wird.

Hier sollen die letzten drei Haushalte ebenfalls mit dem HomeDataGateway (HDG) ausgestattet werden. Bei Haushalten, die schon über das HDG verfügen, ist für Ende August ein weiterer Besuchstermin geplant. Dann werden das Fitnessshirt sowie letzte noch fehlende Geräte (z. B. Medikamentenerinnerung) in Betrieb genommen und ans HDG angebunden.

www.digitales-dorf.bayern