Rollstuhl-Tischtennis: 1. Bundesliga

05. November 2021 : Sebastian Kotschenreuther mehr als nur Ersatzspieler – Neufanger hilft erfolgreich beim Erst-Bundesligisten Bayreuth aus.

Neufang/Mistelgau - Da die etatmäßige Nummer zwei des RSV Bayreuth, Jan Gürtler, zum Saisonstart in die 1. Rollstuhl-Tischtennis-Bundesliga nicht mitwirken konnte, bekam der Neufanger Sebastian Kotschenreuther unverhofft die Möglichkeit, sich mit den Paralympics-Stars der Szene zu messen.

In der Regel spielt der Neufanger derzeit in der 2. Bundesliga. Beim Heimspieltag der 1. Bundesliga in Mistelgau standen zwei Siegen zwei Niederlagen gegenüber. Mit den vier Pluszählern ist ein guter Grundstein für den Klassenerhalt gelegt worden.

RSV Bayreuth - TTC Frickenhausen 3:2
Frickenhausen schickte den Silbermedaillengewinner Thomas Brüchle mit in die Partie. Zum Auftakt sorgte Dietmar Kober für die Führung der Wagnerstädter. Kotschenreuther gelang zwar überraschend der Satzausgleich gegen Brüchle.
Doch danach zeigte dieser seine ganze Klasse und ließ in den Durchgängen drei und vier nichts anbrennen. Wichtig war der Doppelerfolg von Burkhardt/Kober, denn Kotschenreuther gelang danach ein souveräner Erfolg gegen Neumahr (11:6, 11:5, 11:3). Nach dieser 3:1-Führung konnte die Niederlage von Kober gegen Brüchle verkraftet werden.

RSV Bayreuth - RSC Frankfurt 3:2
Ein ähnliches Spielgeschehen entwickelte sich gegen das Duo aus der Mainmetropole. Kotschenreuther legte gegen Laurence Taburet los wie die Feuerwehr und brachte Bayreuth mit einem unangefochtenen 3:0-Satzerfolg in Front. Der diesmal im Einzel eingesetzte Werner Burkhardt unterlag Didion mit 0:3. Wiederum im Doppel gelang Burkhardt/Kober die Vorentscheidung. Danach wäre dem Neufanger Bezirksligaspieler fast eine faustdicke Überraschung gegen den beinahe Tokio-Starter Didion gelungen. Die Aufholjagd des Neufangers im Entscheidungssatz nach einem 0:6 Rückstand zum zwischenzeitlichen 7:6 wurde aber nicht belohnt (11:8, 13:15, 11:6, 4:11, 9:11). So war es diesmal Burkhardt, der den wichtigen dritten Zähler verbuchte.

RSV Bayreuth - Borussia Düsseldorf 1:4
Gegen das Starensemble aus Düsseldorf gelang Kober zu Beginn gegen die Tokio-Viertelfinalistin Sandra Mikolaschek mit einem 3:2-Satzerfolg ein Paukenschlag.

Kotschenreuther hatte erwartungsgemäß gegen den zweifachen Silbermedaillengewinner Schmidberger wenig zu bestellen. Mehr gefordert war das Borussen-Paar Schmidberger/Baus gegen das Duo Burkhardt/Kober. Allerdings war mehr als ein Satzgewinn nicht drin. Mit zweimal 3:0 schraubte der haushohe Favorit den Vorsprung auf 4:1.

RSV Bayreuth - BSG Duisburg 0:5
Warum der 42-jährige Frankenwälder und sein Bischberger Teamkollege Kober am Ende gegen Duisburg gänzlich mit leeren Händen da standen, konnte sie sich nicht erklären. In allen Spielen befanden sich beide mit auf Augenhöhe, jedoch gab es nichts Zählbares. Sicherlich haben Kotschenreuther gegen den niederländischen Nationalspieler van Grunsven zwei vergebene Satzbälle im dritten Durchgang das Leben schwer gemacht. Chancenlos war er aber auch im vierten Durchgang nicht (9:11, 11:6, 11:13, 8:11). Kober unterlag Weidemann nach fünf Sätzen. Im Doppel führte das Bayreuther Duo Kober/Kotschenreuther immer bis zum siebten Punkt, schaffte aber nur einen Satzgewinn (11:9, 9:11, 8:11, 9:11). Erneut im Entscheidungssatz unterlag Kober, diesmal gegen van Grunsven. Kotschenreuther musste seinem Trauzeugen Andre Weidemann nach drei knappen Satzniederlagen den Sieg überlassen. hf