Soldaten- und Reservistenkameradschaft

14. Oktober 2021 : 150-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst gefeiert – Vereinsfest fiel der Corona-Pandemie zum Opfer.

Steinwiesen (sd) Eigentlich hätte es ein großes Fest sein sollen und müssen, wenn ein Verein wie die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen (SRK) ein so stolzes Jubiläum wie 150 Jahre feiert.

Doch wie überall ist es auch hier nicht möglich und der Corona-Pandemie geschuldet, dass alles nur im Kleinen gefeiert werden konnte. Doch eines ließen sich die Mitglieder des alteingesessenen Vereins nicht nehmen. Sie luden die Steinwiesener Vereine ein zur Kirchenparade ab Gasthof „Goldener Anker“ und zogen unter den Klängen des Musikvereins Steinwiesen zur Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“. Stolz waren die Männer und Frauen der SRK darauf, dass sie zwei ihrer drei Vereinsfahnen mitführen konnten. Am Kriegerdenkmal brannten Fackeln und es war festlich geflaggt.

Pfarrer Richard Reis zelebrierte den Festgottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Vereins. Gleichzeitig feierte man in Steinwiesen das Erntedankfest, das aufgrund der Nordhalbener Kirchweih immer eine Woche später stattfindet. Der Musikverein Steinwiesen bereicherte den Gottesdienst mit ihrer Musik, die von der Empore herunter schallte. In seiner Predigt ging Pfarrer Reis darauf ein, dass man in so einer Zeit einen Moment innehalten sollte, an die Vergangenheit, aber auch an die Zukunft denken. Zu überlegen, was bindet zusammen, denn 150 Jahre Vereinstreue muss man erst einmal nachmachen. Und doch gab es ein gemeinsames Ziel, über Generationen hinweg. Das „Wir-Gefühl“ ist auch nach 150 Jahren immer noch vorhanden. Auch wenn man kein großes Fest feiern kann, so ist es doch wichtig, dem Herrgott in einem Gottesdienst dafür zu danken, dass er die SRK beschützt hat und auch weiterhin für die nächsten 150 Jahre den Segen und das „Wir-Gefühl“ schenkt.

Auch das Erntedankfest ist ein Grund, einmal Dank zu sagen. Denn Ernten sind nicht selbstverständlich, das hat man heuer an den Flutkatastrophen gesehen. Auch hier muss man Dank sagen für das, was Gott gibt. Und nicht nur für die Nahrung des Körpers, nein, auch die Seele braucht Nahrung, die Seele braucht ein Zusammengehörigkeitsgefühl und jemanden, zu dem sie kommen kann, wenn Not am Mann ist. Pfarrer Reis betonte, dass man in der SRK dankbar zurückblicken solle auf 150 Jahre Vereinsgeschichte. Er beglückwünschte alle Mitglieder und dankte für ihr ehrenamtliches Engagement, denn bei vielen kirchlichen Festen sind sie in ihren Uniformen und mit ihren Vereinsfahnen ein wichtiger Bestandteil.

Nach dem feierlichen Gottesdienst fand eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal statt. Hier wurde nicht nur den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gedacht, sondern auch aller verstorbenen Kameradinnen und Kameraden. Unter den Klängen des „Guten Kameraden“ und der gesenkten Fahnen legte Vorsitzender Lukas Richter im Namen der gesamten Soldaten- und Reservistenkameradschaft einen Kranz nieder.

Ein klein wenig Geselligkeit war dann doch noch möglich. Man zog nach der Kranzniederlegung gemeinsam mit den Vereinen zum „Grünen Baum“, wo man einen gemütlichen Frühschoppen mit Weißwurstfrühstück geladen hatte. Natürlich alles im Rahmen der Corona-Vorgaben. Der Dank des Vorsitzenden galt der Musik und den Vereinen für die Teilnahme an diesem Jubiläumsfest.


Die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Steinwiesen e.V.
Seit 150 Jahren prägt die Soldaten- und Reservistenkameradschaft das gesellschaftliche, kulturelle und kirchliche Leben in der Marktgemeinde Steinwiesen. Gegründet wurde der Verein 1871 als Veteranen- und Kriegerverein, wie die Aufschrift auf der ältesten Vereinsfahne beweist. Nach turbulenten Jahrzehnten, die von den Kriegsjahren geprägt waren, wurde der Verein 1953 als Kriegerkameradschaft wieder gegründet und wurde 1964 in Krieger- und Soldatenkameradschaft umbenannt. Seit 2008 besteht nun aufgrund des Zusammenschlusses und vereinsübergreifenden Zusammenarbeit mit der Reservistenkameradschaft der heutige Vereinsname.

Die Vereinsfahnen, die bei solchen Anlässen alle drei mitgeführt werden, sind bereits Kostbarkeiten. Die älteste wurde am 6. Juni 1875 geweiht. 1905 wurde eine zweite Fahne angeschafft, die am 7. Juli 1905 geweiht wurde. Die Fahne des 1901 gegründeten Militär- und Kriegervereins wurde 1953 bei der Wiedergründung mit übernommen, da es nun nur noch einen Verein gab.