Weltgebetstag der Frauen

09. März 2022 : „Zukunftsplan: Hoffnung“ – Eine große Herausforderung in der momentanen Zeit der Pandemie und des Krieges.

Steinwiesen (sd) Was würde in die gegenwärtige Situation der Menschen in politischer und humanitärer Hinsicht besser passen als das Thema „Hoffnung“. Und genau dieses Thema steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstages der Frauen.

Es ist wie ein Fingerzeig, dass gerade jetzt die Hoffnung so wichtig ist. Die Hoffnung auf ein Ende des Krieges in der Ukraine, die Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie und natürlich auch die Hoffnung darauf, dass der Zusammenhalt, das Miteinander sich immer mehr festigt. Die Frauen aus England, Wales und Nordirland spüren dies tagtäglich. Auf den britischen Inseln wurden im Laufe der Jahrhunderte viele Menschen aus allen Ecken der Erde aufgenommen. Heute gibt es dort eine multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft. Und doch gehören 52% der Bevölkerung keiner Religion an, 38% sind Christen, davon gehören 12% zur anglikanischen Church of England.

Im diesjährigen Gottesdienst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“ in Steinwiesen ist das Thema Hoffnung allgegenwärtig. Im Mittelpunkt steht die Verheißung Gottes, die im Buch Jeremia zu finden ist: „Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden…“. Und genau dies ist die Herausforderung, Gott zu vertrauen in einer Zeit, wo viele nur schwarzsehen. Auf dem Weltgebetstags-Bild sieht man einen Regenbogen als Zeichen, dass alles gut werden kann. Himmel und Erde berühren sich, die Zukunft liegt in Gottes Hand. Im Gottesdienst wollte man herausfinden, wie diese Verheißung von Freiheit, Vergebung, Gerechtigkeit und Gottes Frieden ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen sein kann.

Das Besondere am Gottesdienst war, dass Gott als Vater und Mutter angesprochen wurde, nicht er oder sie ist Gott, sondern beides und so soll das umfassende Verständnis von Gott jenseits des Geschlechts geweckt werden.

Viele Kerzen brannten vor dem Altar, der mit den Farben Blau, Weiß und Rot geschmückt war. Zum Anfang wurde die Friedenskerze entzündet und für den Frieden für die Ukraine gebetet. Nach und nach werden noch sieben Kerzen der Hoffnung angezündet, sieben Hoffnungslichter, deren Bedeutung sich durch den gesamten Gottesdienst ziehen.

Fehler bei der Darstellung des Bildes.
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Frauenstimmen werden laut, jede erzählt eine Geschichte, die nur durch die Hoffnung zum Guten gewendet werden konnte. Auch in den Fürbitten wird Gott in seiner Barmherzigkeit angefleht und um Hoffnung gebetet. Das gemeinsame Vater unser wurde zuerst auf Englisch vorgebetet, dort heißt es übersetzt „das Gebet des Herrn“. Gemeinsam betete man dann auf Deutsch, bevor der Segen Gottes angerufen wurde.

Traditionell wurde zum Schluss das schöne Lied „Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder“ gesungen. Leider konnten diesmal Corona-bedingt keine Köstlichkeiten aus Wales, England und Nordirland angeboten werden. Auch der heiße Tee fehlte diesmal. Doch alle hoffen, dass man im nächsten Jahr hier wieder etwas machen kann.

Geschichte des Weltgebetstages in Steinwiesen
Seit 30 Jahren kümmert sich das Frauen-Team jedes Jahr um die Gestaltung des Weltgebetstages der Frauen in Steinwiesen. Damals vor 30 Jahren war Pfarrer Sauer für die Gemeinde zuständig und die Gebetstage fanden ausschließlich in der evangelischen St. Johanniskirche statt. Aber von Anfang an kamen viele katholische Frauen, um mit zu beten und zu singen. Zuerst gab es einen evangelischen Frauenkreis, der aber nach und nach immer „katholischer“ wurde und heute leider nicht mehr existiert, aber aus dem die Weltgebetstagbewegung in Steinwiesen entstanden ist. Seit nun über 20 Jahren findet der Gebetstag abwechselnd in der evangelischen St. Johanniskirche und der katholischen Pfarrkirche „Mariae Geburt“ statt.