„Wir blieben verschont, aber wir wollen helfen“

04. August 2021 : Das war der Hauptgedanke aus der Hilfsaktion der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen.

Steinwiesen (sd) Menschen in Not zu helfen, das ist für eine Freiwillige Feuerwehr selbstverständlich. Und so ging auch die Not und teilweise Hilflosigkeit der Opfer der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz nicht spurlos an den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrfrauen und -männern vorbei.

Spontan wurde von Kommandantin Kerstin May und ihrem Stellvertreter Dominic Welscher eine Spendenaktion ins Leben gerufen und eine Werbekampagne auf den „Social-Media-Kanälen“ (Facebook, Instagram, Google+) der FF Steinwiesen gestartet.

Die Kampagne hatte innerhalb der ersten 24h enorme Reichweiten erzielt. Zahlreiche Spenden wurden nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus den benachbarten Landkreisen und sogar aus der Oberpfalz angeliefert. Die Erwartungen wurden bereits am Donnerstag weit übertroffen. Auch am Freitag wurde eine unfassbar große Menge an Sachspenden ans Gerätehaus geliefert. Im Akkord packten die ehrenamtlichen Helfer Kartons mit Kleidung, Spielsachen, Hygieneartikel und Lebensmitteln. Am Samstag wurden dann nochmals so viele Sachspenden angeliefert, dass man sich gemeinsam mit der UG-ÖEL des Landkreises Kronach und der Kreisbrandinspektion Kronach dazu entschloss, einen Teil der bereits transportfähigen Paletten in das Atemschutzausbildungszentrum nach Kronach auszulagern. Den Abtransport übernahm dankenswerter Weise der THW OV Kronach. Die Flut der gebrachten Hilfsgüter war so enorm, dass selbst die Feuerwehr Neufang, die eigentlich nur ihre gepackten Kartons abgeben wollte, mehrere Stunden mit anpackte, um alles entsprechend verpacken zu können.

Besonders berührt, hat Kommandantin Kerstin May und ihr Team ein kleiner junger Mann aus Steinwiesen, der mit seiner Mama ein paar Spielsachen vorbeibrachte und dann zu ihr sagte: „Du Mama, ich hab noch das kleine blaue Fahrrad – das brauch ich nicht mehr – ich will das einem Kind schenken, das vielleicht kein Fahrrad mehr hat!“ Wenig später kam er dann ganz stolz damit gefahren und versicherte sich, dass es sofort mit auf einer Palette verpackt wurde. Da muss man bei aller Freude schon auch mal als Erwachsener kurz schlucken und sich die feuchten Augen auswischen.

Am Ende der Spendenaktion konnten unglaubliche 49 Paletten an Hilfsgütern gezählt werden. „Es ist einfach unfassbar, was für eine Welle der Hilfsbereitschaft vorhanden war!“, so die Kommandantin Kerstin May. Der Initiative von Dominic Welscher ist es zu verdanken, dass die Spedition SFT Transporte aus Küps den kostenlosen Transport übernahm. Der Inhaber Sascha Fleischmann sagte ohne lange zu überlegen seine Unterstützung zu. Und anstatt des ursprünglich geplanten 7,5 to LKW, der beladen werden sollte, standen nun zwei komplette Züge da, die vollgepackt ins Krisengebiet aufbrachen. Der letzte Arbeitseinsatz fand dann am Mittwoch statt, um die insgesamt 49 Paletten auf zwei Gliederzüge der Fa. SFT zu verladen. Im Anschluss gingen die Hilfsgüter sofort auf die Reise nach Bitburg, wo sie einen Tag später dann entladen und von dort aus durch den Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Roten Kreuzes weiter verteilt werden.

Kommandantin Kerstin May und Dominic Welscher haben sich bei allen Helferinnen und Helfern sowie bei allen, die die Aktion unterstützt haben, zwar schon persönlich bedankt, möchten dies aber trotzdem auch an dieser Stelle nochmals tun. „Wenn man so eine wahnsinnig große Unterstützung aus der Bevölkerung und von befreundeten Organisationen erfährt – dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat!“, so Kerstin May. Beide Kommandanten stellten ebenfalls nochmals heraus, wie stolz sie auf ihre Mannschaft sind, die bei dieser großartigen Aktion so tatkräftig mit angepackt haben. Ohne den äußerst guten Zusammenhalt aller Kameradinnen und Kameraden, hätte solch eine Spendenaktion nicht durchgeführt werden können.

Die Spendenaktion in Stichpunkten:
- 49 Paletten an Hilfsgütern
- 250 Arbeitsstunden insgesamt
- 45.000 Schritte / 33 km (Annahme, verpacken und lagern der Kartons) je Helfer

Ein ganz besonderer Dank geht ebenfalls an folgende Vereine, Organisationen und Firmen für die großartige Unterstützung:
Markt Steinwiesen, Fa. SFT – Fleischmann Transporte, Fa. Hans Weber Maschinenfabrik GmbH, Gasthaus Mauthaus, THW Ortsverband Kronach, DLRG Küps, Humanitäre Hilfe für Menschen in Not e.V., Reiterinitiave Letzenhof, Kreisbrandinspektion Kronach / UG-ÖEL Landkreis Kronach, die Feuerwehren Friesen, Hummendorf, Johannisthal, Kronach, Neufang, Nurn, Oberlangenstadt, Pressig

…und natürlich bei all denen, die namentlich nicht genannt werden wollen.