Wunder gibt es immer wieder

10. Januar 2022 : Gottes Hand bewahrt Marterl vor Zerstörung.
Die umgestürzten Bäume legen sich um das Marterl herum, ohne es zu beschädigen. Hier hat Gott seine schützende Hand darüber gehalten

Steinwiesen (sd) Manchmal sind es nur die kleinen Dinge, die man leicht übersehen kann, und die dann doch irgendwie verwundern.

Genau wie am Bildstock 500 Meter vor dem Ortseingang von Steinwiesen, von Erlabrück kommend. Trotzig steht er zwischen Waldrand und Straße und zeigt den vorbeikommenden Menschen, dass hier irgendwann etwas geschehen ist, an das es erinnern soll.

Wenn man sich umschaut, ist es dann doch verwunderlich, dass dieses Martel noch so fest auf seinem angestammten Platz steht. Rundherum liegen gebrochene Bäume und Äste. Aber nur rundherum, das Martel selbst ist nicht beschädigt. Es trotzte all den Naturgewalten. Nachdenklich denkt man daran, dass hier der Herrgott seine schützende Hand über den Bildstock aus Sandstein mit einem leicht verjüngten Pfeiler und einen Aufsatz mit eingerollter Giebelbedachung und Giebelakroterion aus dem 19. Jahrhundert gehalten hatte.

„Martel“, so werden hier in Franken und Süddeutschland die Bildstöcke genannt, der oft auf den Fluren oder an den Wegen zu finden sind. Meistens wurden sie zum Andenken errichtet, wenn ein Unglück oder ein Todesfall geschehen ist. Manchmal zur Mahnung und ab und zu auch zum Dank. Zum Dank dafür, dass man aus einer ausweglosen Situation wieder herausgekommen ist, zum Dank dafür, dass man eine Krankheit überwunden hat oder auch zum Andenken an einen lieben Menschen. Diese „Martel“ sind oft schon viele Jahrzehnte, manche schon Jahrhunderte alt. Aus Stein gemeißelt oder aus Metall überdauern sie die Zeit.