Weltgebetstag 2026 in Steinwiesen unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“

09. März 2026: 2026 kommt der Gottesdienst aus Nigeria

Steinwiesen, sd. Sanft fällt der Kerzenschein auf den Altar, der in der Mitte des Pfarrsaals im katholischen Pfarrzentrum von „Mariae Geburt“ in Steinwiesen aufgebaut ist. Kerzenschein als Licht des Lebens, als Hoffnungsschimmer und Zeichen der Wärme und Güte. Die Strahlen erleuchten alltägliche Dinge, wie sie im diesjährigen Weltgebetsland vorkommen. Da spiegelt sich die Gesellschaft wider, Lebensmittel und die Tierwelt, Dinge des Alltags und Skulpturen verschiedener Religionen. Sowohl modernes und als auch altes, Nigeria ist ein Land voller Gegensätze.

Nigeria – ein Land der Gegensätze

Nigeria ist ein Bundesstaat in Westafrika und mit 230 Millionen Einwohnern mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und weltweit das Land mit der sechstgrößten Bevölkerung. Aber es ist auch ein Land, in dem es große Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt. Es ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen, unter denen vor allem die Frauen zu leiden haben. Ihr Leben ist stark von traditionellen Rollenbildern und sozialen Erwartungen geprägt. Obwohl sie besonders im ländlichen Gebieten häufig weniger Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung haben, tragen sie eine große Verantwortung für Haushalt, Kinder und oft auch für das Einkommen. Aber sie engagieren sich immer öfter in der Politik, Wirtschaft und Bildung, vor allem in den Städten. Doch trotz vieler Fortschritte kämpfen die Frauen weiterhin mit Diskriminierung, Armut und Gewalt.

Auswege und Hoffnung

Hoffnung finden die Frauen in Nigeria weitgehend in ihrem Glauben, er spielt eine sehr wichtige Rolle im Alltag der Menschen. Während der Süden überwiegend christlich geprägt ist, leben im Norden hauptsächlich Muslime. Daneben gibt es auch traditionelle afrikanische Religionen, die oft mit Christentum oder Islam vermischt sind. Im diesjährigen Weltgebetstag-Gottesdienst kommen all die Ängste, aber auch tiefgründige Erkenntnisse zum Ausdruck, wie man in Gott Ruhe und Erholung finden kann. Das Titelbild zeigt deshalb auch im Hintergrund Frauen aus ländlichen Gegenden auf dem Weg zu ihren Farmen – ein gefährlicher Weg, da sie Übergriffe und Hindernisse aller Art befürchten müssen. Im Vordergrund sind drei Frauen in typischer, traditioneller Kleidung abgebildet. Sie sollen die vielfältigen Kulturen Nigerias repräsentieren.

In den Liedern des Gottesdienstes wird auch klar, dass man auf Gott vertrauen kann und soll. Gott ist gut, er lädt uns ein, er gibt Geborgenheit – das wird immer wieder deutlich. Egal, ob die Menschen traurig sind, erschöpft oder hoffnungslos, Gott fängt sie auf. Und deshalb ist jede Liedzeile ein Gebet, ein Dank an den einen Gott, ein Dank an Jesus seinen Sohn. „Komm her zu mir, komm, wenn dir die Kraft fehlt, bei mir erholst du dich“ – so lautet eine der vielen Liedzeilen, die Hoffnung geben. In kleinen Episoden berichten die Frauen des Weltgebetsteams stellvertretend für ihre Schwestern in Nigeria von den Herausforderungen, sie berichten von Witwen, Müttern und den täglichen Herausforderungen, die den Glauben der Menschen auf die Probe stellen. Es sind Erfahrungen, die berühren. Ein nigerianisches Sprichwort sagt „Der Schmerz von Einzelnen ist der Schmerz aller“, daran sollte man denken, wenn man diese Geschichten hört. Es spiegelt sich auch die Sehnsucht nach einer besseren Welt wider. Anschaulich in Worten brachten dies die Frauen aus Steinwiesen rüber. Außerdem verteilten sie Kieselsteine, sie sollen ein Symbol für die eigenen Lasten und Sorgen sein. „Nehmt sie in die Hand und denkt daran, dass wir all unsere Sorgen und Nöte zu Gott tragen können, er gibt uns Ruhe und Kraft“, betonte Gisela Schmermer

Dies zeigte sich auch in den Fürbitten, in denen alle Sorgen vor Gott getragen wurden, er stärkt und tröstet, er sorgt für die Menschen und hilft ihnen, ein Licht für andere zu sein. Ein gemeinsames „Vater unser“ brachte die Teilnehmerinnen noch enger zusammen im sehr gut besuchten Pfarrsaal. Nach dem Gottesdienst hatten die neun Frauen des Vorbereitungsteams noch heißen Tee und allerlei kleine Köstlichkeiten vorbereitet. Bei guten Gesprächen und etlichen Dankesworten klang der Abend aus. Besonders schön war es, dass die Besucherinnen so gut gemischt waren, Jung und Älter, verschiedene Konfessionen gemeinsam um den Altar, gemeinsame Lieder und Gebete, das macht eine christliche Gemeinschaft und Gemeinde aus. Beim Weltgebetstag 2027 wird das 100jährige Jubiläum gefeiert. Der Gottesdienst kommt deshalb nicht aus einem bestimmten Land, sondern vom Internationalen Weltgebetstagskomitee.

Geschichte des Weltgebetstages in Steinwiesen

Seit 35 Jahren kümmert sich das Frauen-Team jedes Jahr um die Gestaltung des Weltgebetstages der Frauen in Steinwiesen. Damals vor 35 Jahren war Pfarrer Sauer für die Gemeinde zuständig und die Gebetstage fanden ausschließlich in der evangelischen St. Johanniskirche statt. Aber von Anfang an kamen viele katholische Frauen, um mit zu beten und zu singen. Zuerst gab es einen evangelischen Frauenkreis, der aber nach und nach immer „katholischer“ wurde und heute leider nicht mehr existiert, aber aus dem die Weltgebetstagbewegung in Steinwiesen entstanden ist. Seit nun etwa 25 Jahren findet der Gebetstag abwechselnd in der evangelischen St. Johanniskirche und der katholischen Pfarrkirche „Mariae Geburt“ statt. Seit 2016 wurde der ökumenische Gottesdienst Im „katholischen Jahr“ in den Pfarrsaal verlagert. Direkt neben der Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariae Geburt“ gelegen, ist dies zentral. Die rege Beteiligung gab dem Team nach dieser Entscheidung Recht. Es herrscht eine stimmungsvolle Atmosphäre, der Stuhlkreis rund um den Altar, den das Team auf dem Boden gestaltet hatte, war gefüllt und das Singen und Beten fiel leichter, da die Frauen nicht so „verstreut“ in der großen Kirche waren.