Jahreskampagne in Steinwiesen toll umgesetzt

03. September 2026: „Caritas verbindet Generationen – zusammen geht was“
Luisa Engelhardt (re) organisierte das offene Atelier im Postgarten. (Fotos: Susanne Deuerling)

Jahreskampagne der Caritas

Spannung macht sich breit in den Gemeinschaftsräumen des Koberhauses, in dem das Caritas Quartiersprojekt „In der Heimat wohnen“ untergebracht ist. Erwartung darauf, was für Bilder in den drei Tagen des offenen Ateliers im Postgarten entstanden sind. Bilder, die ganz verschiedene Perspektiven zeigen, unterschiedliche Farbgestaltungen und unkonventionelle Maltechniken. Ausprobieren und der Phantasie freien Lauf lassen, das war das Motto. Hier wurde die Jahreskampagne 2026 der Caritas „Generationen verbinden – zusammen geht was“ in wirklich toller Form umgesetzt. Mit der Unterstützung zahlreicher engagierter Menschen im Gemeindegebiet von Steinwiesen rief Quartiersmanagerin Luisa Engelhardt diese generationenübergreifende Aktion ins Leben. An drei Tagen gestalteten 28 kleine und große Künstlerinnen und Künstler im Alter von zwei bis 86 Jahren die Bilder mit sehr viel Freude und gemeinsamen Arbeiten. Leider machte das Wetter bei der Präsentation einen Strich durch die Rechnung, sodass diese im Koberhaus stattfinden musste. In einer kleinen Vernissage wurden die Kunstwerke vorgestellt und sind dann vom 1. bis 15. September in den Fenstern des Koberhauses als Ausstellung zu sehen.

Bevor die Bilder den gespannten Gästen nun wie in einem Auktionshaus gezeigt wurden, dankte Luisa Engelhardt allen, die erstens den Mut hatten, hier mitzumachen, aber auch der ganzen Projektgruppe, die mitgeholfen hat. Ohne sie wären solche Aktionen nicht möglich. Hier wird das umgesetzt, was viele nicht wahrhaben wollen, nämlich dass Alt und Jung die gemeinsame Lust auf morgen brauchen. Und da ist die Caritas einfach der Meinung, dass es sich lohnt, wenn sich Alte den Jungen und Junge den Alten anvertrauen, individuell und gesellschaftlich. Ziel ist es, das Miteinander der Generationen sichtbar zu machen. Dass sich dies wirklich umsetzten lässt, zeigt diese Malaktion, bei der nicht nur Bilder entstanden sind, sondern der Dialog der Generationen gefördert wurde.

Tolle Kunstwerke mit tieferem Sinn

Dass das Ganze nicht nur ein Gekritzel war, sondern bei jedem Bild ein Sinn dahintersteckt, zeigt sich, als alle den Erklärungen lauschen. Mal waren nur einer oder zwei am Kunstwerk beteiligt, mal eine ganze Gruppe oder Familie. Und so entstanden folgende Werke: Ein Bild in Pastelltönen, das in Schlagworten zeigt, was geht, wenn verschiedene Generationen sich begegnen. Bunt ist die Welt, jeder Mensch ist anders, gemeinsam ist es wie ein Feuerwerk der Gemeinschaft. Mutter und Tochter kreierten in einem anderen Bild eine bunte Landschaft, in dem kindliche Neugier und die Erfahrung der Älteren zusammenkommen. Weiter gings mit einem etwas einfachen, aber ausdrucksvollen Gemälde, zwischen zwei Gefühlen des Lebens. „Juttas Baum“ zeigt einen alten Baum, der aber trotzdem noch Freude am Leben hat. Freude ist auch das Stichwort für die Weltkugel in Herzform – die Erde liegt den Malerinnen am Herzen, sie ist aller Heimat. Mit Seifenblasen wurde das Bild „Freundschaft“ „gemalt“, luftig und leicht. Bunte Herzen sind das Symbol für die Liebe, Freundschaft, Vielfalt und Lebensfreude, Kinder aus Neufang haben es gemalt. Ein Drei-Generationen-Projekt stellt Oma Anni vor. Zusammen mit Tochter Lisa und den Enkelinnen Leni (2) und Ida (4) entstand ein Regenbogen mit viel Lebensfreude. Gemeinsam Hand in Hand – die Gelassenheit des Alters als Untergrund und die Power der Jugend mit bunten Farbspritzern präsentierte Jutta Sommer. Wie ein großes Puzzle erscheint das Bild, das nur von Jugendlichen gestaltet wurde, jeder Mensch ist ein individuelles Puzzleteil, das zusammen mit anderen den richtigen Halt bekommt. Amy und Mama Susanne hatten schließlich noch ein Bild „Zwischen Dunkelheit und Licht“ mitgebracht, hier sieht man, dass es auch inmitten der Dunkelheit immer einen Weg ins Licht gibt. Das letzte Bild haben alle gemeinsam gestaltet, es zeigt die Hände all derer, die bei der Aktion mitgemacht haben. Sie haben nicht nur wunderbare Kunstwerke, sondern auch wunderschöne Erinnerungen geschaffen.

Quartiersstützpunkt bereichert Jung und Alt in Steinwiesen

Der Caritas-Quartiersstützpunkt „In der Heimat wohnen“ in Steinwiesen bringt seit fünf Jahren regelmäßig Alt und Jung zusammen. Gerade die Jahreskampagne der Caritas „Zusammen geht was“ wird hier schon lange so richtig gelebt. Was hat es hier schon alles gegeben, Kekse wurden gebacken, Osterkerzen gestaltet, man feierte Walpurgisnacht und Schützenfest, es gab Cocktailnachmittage auf dem Dach des Hauses, Recherchen zu alten Häusern und vieles mehr. Diese Malaktion ist nun ein weiteres kleines Mosaikstück in der Erfolgsgeschichte. Begeistert sind sie alle, die ganz Jungen, die Teenies und die Seniorinnen und Senioren, die es schaffen, zusammen etwas zu bewegen. Wie wertvoll diese Arbeit ist, zeigt sich auch darin, dass sich die Geschäftsführerin des Caritas Kreisverbandes, Cornelia Thron, begeistert zu den Kunstwerken geäußert hat. Sie war zusammen mit Vorstandsmitglied Gabi Alka gekommen und dankte Luisa Engelhardt für ihr großes Engagement vor Ort. In einer Zeit, wo alles immer schneller geht, beschreitet die Caritas andere Wege. Sie will die spalterischen Wahrnehmungen von Alt gegen Jung überwinden und vielfältige Begegnungsorte schaffen, eine Chance der Erfahrung des Miteinander-auf-dem-Weg-Seins. Hier im Quartiersprojekt in Steinwiesen wird dies hervorragend angenommen, man spürt die Begeisterung bei den Helfern und bei denen, die die Angebote regelmäßig nutzen. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Unterstützung gibt es auch von der Marktgemeinde Steinwiesen, die von Anfang an hinter der Sache steht.