Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
von Herzen danke ich Ihnen für das Vertrauen, das Sie mir mit der Wahl zum Ersten Bürgermeister entgegengebracht haben.
Mein Dank gilt ebenso allen scheidenden Marktgemeinderäten sowie meinem Vorgänger Gerhard Wunder für 30 Jahre im Dienst unserer Marktgemeinde. Allen gewählten Marktgemeinderäten gratuliere ich sehr herzlich. Ich freue mich auf eine gute, ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle unserer Heimat.
Ein Neuanfang bedeutet aber nicht nur Aufbruch, sondern auch, offen und ehrlich auf die aktuelle Situation zu blicken. Deshalb möchte ich meine erste Ausgabe des Mitteilungsblattes nutzen, um Sie ausführlich zu informieren.
Der Schuldenstand der Marktgemeinde lag zum 01.01.2026 bei 3.102.620 €. Nach dem aktuellen Finanzplan wird dieser zum 31.12.2026 auf 3.532.520 € und bis zum Jahr 2029 auf 4.916.820 € steigen. Gleichzeitig haben wir gemeinsam ein großes Ziel vor Augen: Unser Freibad soll auch in Zukunft erhalten und zukunftsfähig aufgestellt werden. Die aktuellen Planungen gehen von Kosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro aus. Im Moment warten wir auf den Förderbescheid und auf die genaue Höhe der zu erwartenden Förderung. Am 21. Mai um 19:00 Uhr werden im Foyer der Kulturhalle die eingereichten Pläne für den Umbau unseres Freibades vorgestellt. Dazu lade ich Sie schon heute sehr herzlich ein.
Darüber hinaus besteht auch im Erlebnisbad mittelfristig Handlungs- und Investitionsbedarf. Diese Themen werden wir gemeinsam mit dem Badpersonal und der Verwaltung aufarbeiten und dem Marktgemeinderat zur Beratung vorlegen.
Auch unser Kanalnetz befindet sich in keinem guten Zustand. Von den bisher befahrenen Haltungen weisen mehr als drei Viertel mittlere bis starke Schäden auf, ein erheblicher Teil davon sogar sehr starke Schäden.
Die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland kommt inzwischen auch bei den Kommunen an. Der Finanzausgleich sinkt, Fördermittel werden knapper und auch unsere Unternehmen vor Ort spüren die Belastung. Das merkt am Ende auch die Marktgemeinde, etwa durch rückläufige Gewerbesteuereinnahmen. Gleichzeitig steigt die Kreisumlage, weil auch der Landkreis mehr Kosten tragen muss, besonders im sozialen Bereich.
Der Haushalt 2026 wird deshalb ganz im Zeichen der Bestandsaufnahme und der Ermittlung notwendiger Grundlagen stehen. Denn um Projekte und Sanierungsmaßnahmen gezielt voranzubringen und Fördermittel zu akquirieren, braucht es eine verlässliche Grundlage, auf deren Basis der Marktgemeinderat klare Prioritäten setzen kann. So brauchen wir weitere Kanalbefahrungen, um bei künftigen Straßensanierungen nachvollziehbare Entscheidungen treffen zu können. Auch die regulären Brückenhauptprüfungen werden stattfinden, damit wir den Zustand unserer Bauwerke und den daraus entstehenden Handlungsbedarf genau feststellen können.
Derzeit läuft zudem die Machbarkeitsstudie für das ehemalige Raiffeisengebäude in Steinwiesen. Unser Ziel muss es sein, diesen Leerstand zeitnah zu beseitigen und eine sinnvolle Perspektive für das Gebäude zu entwickeln. Erste Gespräche konnte ich bereits führen. Sobald belastbare Grundlagen vorliegen, werden wir diese selbstverständlich auch vorstellen.
Wir werden das Wünschenswerte vom Machbaren trennen müssen. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass wir die vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam meistern und in unsere Infrastruktur und damit in die Zukunft unserer Marktgemeinde investieren werden. Für mich ist eines besonders wichtig: Ich werde die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen immer offen, ehrlich und transparent benennen, damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass unsere schöne Heimat liebens- und lebenswert bleibt.
Im Juni wird sich der Marktgemeinderat zu einer Klausurtagung zusammenfinden. Gemeinsam mit „Miteinander für die Großgemeinde Steinwiesen“, der SPD und der CSU wollen wir klare Ziele formulieren, wie wir den Markt Steinwiesen in den kommenden Jahren weiterentwickeln möchten.
Zum Schluss danke ich Ihnen noch einmal ausdrücklich für Ihr ehrenamtliches Engagement. Es zeigt sich in einer beeindruckenden Vielfalt in unseren Dörfern und in der Kerngemeinde. Dieses Engagement ist das Fundament unseres Zusammenlebens und zugleich Ansporn für unsere gemeinsame Arbeit.
Mit herzlichen Grüßen
Sven Schuster
1. Bürgermeister