Verabschiedung von Bürgermeister Gerhard Wunder

04. Mai 2026: Lob, Anerkennung und Dankesworte

Steinwiesen, sd. 

Gerhard Wunder – 30 Jahre Bürgermeister, 30 Jahre gewirkt zum Wohl seiner Bürger und Bürgerinnen und 30 Jahre lang Steinwiesen geprägt. So würde der Bericht eigentlich alles aussagen, was den scheidenden Bürgermeister ausmacht. Aber wenn man tiefer blickt, dann sieht man einen Mann, der sich nicht nur eingesetzt hat für „sein“ Steinwiesen, nein er war stets mit Herzblut dabei. Er hat gekämpft, sei es um Zuschüsse für Vorhaben, die eigentlich fast nicht zu verwirklichen waren, oder für Projekte, die woanders zum Scheitern verurteilt gewesen wären, hier in Steinwiesen aber durchaus ankamen. Ganze Generationen kennen nur einen Bürgermeister in der Gemeinde und das ist Gerhard Wunder.

 Das wurde auch bei seiner Abschiedsveranstaltung deutlich. Alle waren dabei, Weggefährten der letzten 30 Jahre, ehemalige Mitarbeiter der Gemeinde und aus seiner Laufbahn über die Grenzen Steinwiesens hinweg. 30 Jahre sind nicht nur ein Miteinander arbeiten, sondern auch der Aufbau von Freundschaft und Kameradschaft. Sei es mit den „Musketieren“, den Bürgermeistern des Oberen Rodachtals, oder den Landräten und Präsidenten der Regierung von Oberfranken, sie alle waren und sind irgendwie mit Gerhard Wunder verbunden.

Laudatio

24 Jahre waren sie ein Team im Gemeinderat und der Großgemeinde Steinwiesen. Bruno Beierlorzer, ehemaliger Gemeinderat und ehemaliger zweiter Bürgermeister hielt deshalb auch die Laudatio beim Abschied von Bürgermeister Gerhard Wunder. Er erinnerte daran, wie alles begann, wie er als junger Bursche im Rathaus anfing, sich hocharbeitete und auch die Politik für sich entdeckte. Er hat sich stets intensiv eingebracht in der Kirche, beim Sportverein, der Feuerwehr und vielem mehr. Er gründete eine Familie und 1996 schließlich übernahm er die Verantwortung in der Großgemeinde als Bürgermeister. Und diese Amtszeit gleicht bis heute einem furiosen Feuerwerk von Ideen und Tatkraft. Natürlich können die ganzen verwirklichten Entwicklungen unter seiner Führung nicht alle aufgezählt werden, aber um nur einige zu nennen, es entstanden Radwege, die Dorferneuerung in allen Ortsteilen wurde durchgeführt und Birnbaum kanalisiert. Neufang erhielt eine Kläranlage und in Steinwiesen wurde der Ortskern saniert. Festplatz, Rathausplatz, Kirchplatz und vor allem die sanierte Ortsdurchfahrt sind nun die Schmuckstücke des Ortes. Als letztes großes Objekt wurde die alte Turnhalle aufwendig zur Kulturhalle saniert und aufgewertet. Es gäbe noch vieles zu berichten, 30 Jahre sind schließlich eine lange Zeit, doch am Ende bleiben die guten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt nach dem Bürgermeisteramt.

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Bruno Beierlorzer hielt die Laudatio für Gerhard Wunder (Foto: Susanne Deuerling)

Abschiedsrede Gerhard Wunder

Wie ihn diese Abschiedsveranstaltung emotional bewegte, das merkte man auch an der Abschiedsrede von Gerhard Wunder. Nach den Dankesworten an seine Wegbegleiter, Freunde und Mitarbeiter sowie der Geistlichkeit erinnerte er sich an seinen Amtseid vor 30 Jahren, den er mit dem Gebet „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ begonnen hat. Hier steht alles drin, was eine Gemeinde und Gemeinschaft ausmacht. Als Lehrling im Rathaus gab es viele Menschen, die ihm das Rüstzeug mitgegeben haben, viele davon sind bereits verstorben. Es war ein Team, das zusammenhielt und „gleich tickte“. Auch im Gemeinderat war es von Anfang an ein gutes Miteinander, auch wenn manchmal Entscheidungen getroffen werden mussten, die von den Bürgern nicht so verstanden wurden. Aber mit einer aktiven Bürgerarbeit, damals begonnen mit Lebensqualität durch Nähe, konnten viele Konzepte umgesetzt werden. Gemeinsam im Oberen Rodachtal war die Devise und eine gute interkommunale Zusammenarbeit. Letztlich galt der Dank von Wunder allen, die ihn in den 30 Jahren begleitet und unterstützt haben. Besonders seiner Familie, die oft hinten anstehen musste, aber doch immer alles mitgetragen hat. Seinem Nachfolger Sven Schuster wünschte er eine glückliche Hand und den Mut, Entscheidungen zum Wohle der Bürger zu treffen. Er schloss mit einem Schulgebet aus 1930, das er auch 1996 gesprochen hatte: „Im Namen Gottes fang ich an, mir helfe Gott, der helfen kann, wenn Gott nicht hilft, ist nichts erreicht, drum ist das Beste was ich kann, im Namen Gottes fang ich an.“

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Ganz emotional wurde Gerhard Wunder bei seiner Abschiedsrede (Foto: S. Deuerling)

Abschiedsgeschenke

Auch die Vereine und der Marktgemeinderat der Großgemeinde wollten Gerhard Wunder ihren Dank aussprechen. Dritter Bürgermeister Thomas Reißig und die Fraktionsführer Jürgen Eckert und Jürgen Deuerling verabschiedeten ihn mit sehr warmen Worten, er war nicht nur Bürgermeister, sondern Zuhörer, Vermittler und Mutmacher und hat gezeigt, dass Politik vor Ort eine Arbeit für die Menschen ist. Auch in schwierigen Zeiten hat er Haltung bewiesen, Ruhe bewahrt und nach Lösungen gesucht. „Wir verabschieden dich heute aus dem Amt, aber nicht aus unserer Gemeinschaft“, betonte Reißig und überreichte ein Geschenk. Auch die Steinwiesener Vereine dankten „ihrem Gerhard“ für die oft unkomplizierte Unterstützung und im Namen aller überreichten Vereinsvertreter einen Geschenkkorb und zahlreiche Rodachtaler. Auch die Dorfgemeinschaft Neufang mit Pawlos Ioannidis an der Spitze verabschiedete Gerhard Wunder mit warmen Worten und einem Dekoartikel mit 1. FC Köln Logo für den bekennenden FC Köln-Fan.

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Im Namen der Steinwiesner Vereine dankten (v.li) Sven Schuster, Rainer Deuerling, Jürgen Feil und Jessica Deuerling-Feil dem scheidenden Gerhard Wunder. (Foto: S. Deuerling)
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Pawlos Ioannidis (li) von der Dorfgemeinschaft Neufang überreicht Abschiedsgeschenke an Gerhard Wunder. (Foto: S. Deuerling)
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Der Gemeinderat sagt danke – von links Thomas Reißig, Jürgen Eckert, Jürgen Deuerling, Eva und Gerhard Wunder und Enkelin Lisa. (Foto: S. Deuerling)

Ein Bürgermeister ist oberster Dienstherr der Feuerwehren. Deshalb dankten ihm die vier Feuerwehren der Großgemeinde auch herzlich für sein Wirken in den letzten 30 Jahren. Er war ein Chef, der wusste wo es langgeht, da er auch als aktiver Feuerwehrmann wirkte. Nie war die Feuerwehr nur eine Pflichtaufgabe für ihn, sondern er war „einer von ihnen“ und hat sich immer vor seine Feuerwehren gestellt. So wie er sich zu 100% auf seine Feuerwehren verlassen konnte, war auch auf ihn zu 100% Verlass. Mit dem Spruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ verabschiedeten ihn „seine“ Feuerwehren.

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Ein großes Dankeschön gab es von den Feuerwehren der Großgemeinde Steinwiesen für Gerhard Wunder. (Foto: S. Deuerling)

Ansprachen und Grußworte

Lange Jahre kennen sie sich und arbeiten miteinander, der Vizepräsident der Regierung von Oberfranken, Thomas Engel und Gerhard Wunder. Deshalb waren die Grußworte von Engel auch sehr emotional und persönlich. Er erinnerte daran, was alles zusammen aufgebaut wurde, 40 Einzelmaßnahmen fallen in Wunders Amtszeit mit einem Gesamtvolumen von 22 Millionen Euro. Aber Zahlen sind nicht alles, wichtig war der Dialog, der Zusammenhalt und die Entwicklung von Freundschaften. „Du hast Steinwiesen über Jahrzehnte geprägt, mit Worten, Taten und viel Herz“, betonte Engel. Auch MdB Jonas Geissler bezeichnete Gerhard Wunder als einen Bürgermeister, wie man ihn sich vorstellt, offen, auf die jungen Leute zugehend und manchmal auch als Querdenker, der Menschen zur Weißglut brachte. Als stellvertretender Landrat war er auch stets ein Botschafter der Heimat, des Frankenwaldes.

Kreisrat und Landratsstellvertreter – Gerhard Wunder wirkte nicht nur in Steinwiesen, sondern weit darüber hinaus. Das betonte Landrat Klaus Löffler auch im Namen seines Vorgängers Altlandrat Oswald Marr, der ebenfalls zum Abschied gekommen war. Auch wenn man sich im Bezug auf den Fußball, Löffler ist FC Bayern Fan, Wunder Köln-Fan, nicht immer einig war, im politischen Leben zog man an einem Strang zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Wunder ist immer einen Weg gegangen, der verlässlich, klar, beständig und loyal gewesen sei. Manchmal ein kleiner Sturkopf, aber gerade das hat ihn stark gemacht. Löffler dankte für die vielen Jahre, in denen er sich stets auf „seinen Gerhard“ verlassen konnte und verabschiedete ihn mit den Worten: „Freiheit beginnt dort, wo der Wecker aufhört zu klingeln“. Natürlich durfte ein Geschenk nicht fehlen, ein FC-Bayern Schlüsselanhänger und ein 1. FC Köln-Trikot wechselten den Besitzer. 

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Ein FC Köln Trikot und einen FC Bayern Schlüsselanhänger zum Abschied – Landrat Klaus Löffler (li) hat sich mit seinem Stellvertreter Gerhard Wunder gut verstanden. (Foto: S. Deuerling)

Auch die Geistlichkeit sagt Danke und Ade, das betonte Pfarrer Richard Reis auch im Namen von Pater Hagen und der evangelischen Pfarrerin Stefani Brudereck. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Kirche in der Gemeinde mit einbezogen wird. Doch Gerhard Wunder hat immer Wert daraufgelegt, den Segen Gottes für die Projekte, Einweihungen usw. zu bekommen. „Ohne Segen geht nix“, war seine Devise. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit war die Folge in all den Jahren. Auf Initiative von Stefani Brudereck, verabschiedeten die drei Geistlichen nun den Bürgermeister mit einem Segen in die Zeit, die nun für ihn beginnt.

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Den Segen für seinen neuen Lebensabschnitt gab es von Pater Hagen, Pfarrer Richard Reis und Pfarrerin Stefani Brudereck. (Foto: S. Deuerling)

Die vier Musketiere wurden sie genannt, damals schon vor 30 Jahren. Die Bürgermeister Gerhard Wunder, Peter Hänel, Norbert Gräbner und Josef Daum. Sie bleiben mit ihren Aktionen in den Köpfen und Herzen der Menschen. Im Namen aller Peter Hänel in salopper und lustiger Weise an diese Taten und Fakten. Sei es die kommunale Zusammenarbeit im Oberen Rodachtal oder die spektakuläre Aktion mit dem „Rübermachen nach Thüringen“. Vieles haben die vier bewegt und auf den Weg gebracht, gestritten und gefeiert, aber stets Entscheidungen zum Wohl des Oberen Rodachtals getroffen. Nun sind sie alle „Ruheständler“ und haben endlich Zeit, ihre Schafkopfrunde wiederzubeleben, die sie vor 30 Jahren angefangen haben.

Die offizielle Verabschiedung umrahmte der Musikverein Steinwiesen mit Paula Smettane an der Spitze, die Bewirtung hatte das Rathauspersonal übernommen.