70 Jahre Kirche St. Michael in Nurn
Nurn – Am 22. Juli 1956 erfolgte in der katholische Kuratie-Gemeinde Nurn die Einweihung der St. Michaels-Kirche, die auf der von den Ortsbürgern genannten „Höhe“ an der Kreisstraße in Richtung Tschirn erbaut wurde. Aufgrund dieser Gegebenheit wird im Gemeindeteil der Marktgemeinde Steinwiesen an diesem Sonntag, 19. Juli, das 70-jährige Jubiläum gefeiert.
Im Mittelpunkt steht dabei das von Pfarrer Richard Reis zelebrierte Hochamt um 10 Uhr im Gotteshaus. Hierzu treffen sich die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen um 9.45 Uhr beim Mehrzweckhaus zur Kirchenparade mit der der örtlichen Blaskapelle. Nach der Heiligen Messe ist traditionell der Frühschoppen in den beiden örtlichen Gastwirtschaften angesagt. Die Wirtsleute in diesen zwei Lokalen sind mit ihren Essens- und Getränkeangeboten übrigens bereits ab Donnerstag, 16. Juli - bis Montag, 20. Juli – für Kirchweihbesucher bestens gerüstet.
Der Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass die Nurner im Jahre 1654 eine kleine Kapelle mit dem Erzengel Michael als Schutzpatron erbauten. 1751 wurde dieses Bethaus vergrößert und zu einer sogenannten Dorfkirche umgebaut. In diesem Andachtsort brach in der Silvesternacht 1954 ein Brand aus. Die Folge war, dass die Orgel und der Beichtstuhl vollkommen vernichtet wurden und das gesamte Gotteshaus in Rauch geschwärzt war. Dieses Feuer war der letzte Anstoß, einen schon seit langem zuvor gefasstem Plan zum Bau einer neuen Kirche zu verwirklichen. Im Jahre 1938 war eigentlich alles schon bereit gewesen, doch da verhinderte der beginnende Zweite Weltkrieg den Bau. Nach dem Feuerausbruch 1954 ging es aber schnell los mit der Realisierung.
Bereits am 6. Januar 1955 stand in einer Bürgerversammlung als einziges Thema der „Neubau einer Kirche“ auf dem Programm. Im Anschluss erfolgte die Erstellung von Plänen und die Vergabe von Aufträgen, sodass bereits am 19. Mai 1955 die Grundsteinlegung, am 20. August das Richtfest und am 22. Juli 1956 schließlich die Weihe durch den Bamberger Erzbischof erfolgte. Die Kosten des Kirchenbaus hatten sich mit 181.610 Mark niedergeschlagen. Der Urkunde zur Grundsteinlegung ist zu entnehmen, dass viele Helfer "unserer armen Gemeinde", eine amerikanische Hilfsorganisation sowie die Nachbargemeinden in christlicher Liebe halfen, die Kirche entstehen zu lassen. Was wäre wohl eine Kirche ohne Glockengeläut? So ging am 6. Mai 1956 die Weihe von drei Glocken über die Bühne. Benannt wurden sie nach Sankt Michael (“beschütze unsere Gemeinde”), Sankt Gabriel (“künde uns frohe Botschaft”) und Sankt Raphael (“geleite unsere Jugend”). Die Kosten hatten sich auf rund 13.000 Mark belaufen. Vier Tage später fand der erste Gottesdienst im neuen Gebetshaus statt. Noch eine vierte Glocke (Marienglocke) wurde im November 1962 angeschafft. An die Vorgängerkirche erinnert heute ein Gedenkstein auf dem ehemaligen Standort in der Ortsmitte. Die Ruinen der abgebrannte Kirche wurden nämlich im Juni 1957 dem Erdboden gleichgemacht. Allerdings war der Abriss seitens der Denkmalpflege abgelehnt worden. Doch die entsprechende Nachricht traf wohl zu spät ein, denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Nurner bereits gehandelt und mit den Abrissarbeiten begonnen