Steinwiesen, sd. Der Deutsche Mühlentag ist traditionell immer am Pfingstmontag und in Bayern nahmen in diesem Jahr nur drei Mühlen teil. Eine davon ist die Teichmühle in Steinwiesen. Als Vertreter einer der historischen Schneidmühlen hier im Oberen Rodachtal beteiligte sich der Mühlenverein Oberes Rodachtal an diesem Ereignis. Bereits am Morgen nach der Eröffnung um 10.00 Uhr gab es einen großen Besucherandrang. Die historische Mühle ist weit über die Grenzen des Landkreises und des Frankenwaldes als Museumsmühle, die für Besichtigungen und Schneidvorführungen geöffnet ist, bekannt. Besucher aus nah und fern waren gekommen, um zu sehen, wie die Schneidmüller früher gelebt und gearbeitet haben. Den ganzen Tag war das Mühlengelände bevölkert, die Kinder fuhren mit dem Floß auf dem Mühlbach und die Erwachsenen tauchten ein in die Geschichten, die die Schneidmüller und Mühlenführer zu erzählen hatten. Die kleine Müllerswohnung ließ so manchen jungen Gast erstaunen, denn hier lebte nicht nur der Schneidmüller, sondern meistens eine ganze Familie mit oft vielen Kindern auf engstem Raum. Es war kein leichtes Leben und sehr vom Wasser abhängig. Aber hier im Frankenwald, im Oberen Rodachtal, waren die Menschen karge Böden und schwere Arbeit gewöhnt, zu Land und zu Wasser.
Eintauchen in das Mühlenerlebnis
Ab 10.00 Uhr am Morgen fanden Mühlenführungen jeweils zur vollen Stunde statt. Die Besucher konnten den Schneidmüllern beim Schneiden der Blöcher zusehen, dabei kam das königlich-bayerische Eisenvollgatter zum Einsatz. Es ist nachweislich über 140 Jahre alt und läuft noch heute einwandfrei ruhig und ohne Vibrationen und ist somit eines der Schmuckstücke der Teichmühle. Hier machten sich die Gäste ein Bild davon, wie schwer die Arbeit gewesen sein muss. Die schweren Stämme mussten mit Muskelkraft bewegt werden, die Gefahr eines Unfalls oder einer Verletzung war groß. Langsam und gleichmäßig zieht es den Stamm durch den Gatter und heraus kommen Vierkanthölzer für das Rodach-Wehr und zöllige Bretter für die Stau. Besichtigt wurde auch der Maschinenraum, man erfuhr viel über das Alltagsleben in einer Frankenwaldmühle und die Kinder vergnügten sich mit dem Kinderfloß auf dem Mühlbach. „Mühlgrabengekühlte“ Getränke und ein Plätzchen im Schatten waren bei den heißen Temperaturen der Renner.
Zur Hochzeit der Flößerei Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Bereich Steinwiesen an die 13 Mühlen. Der Ort hatte im Frankenwald die höchste Mühlendichte und die meisten Mühleninteressenten. Über 300 Mühlen-Anteilseigner gab es damals in Steinwiesen. Kein weiterer Ort des heutigen Landkreises Kronach hatte mehr sogenannte Interessenten an Mühlenanteilen.