Krieger- und Soldatenkameradschaft Birnbaum feiert 125-jähriges Jubiläum
Als sich am 12. März 1901 40 Männer zusammenfanden und den Kriegerverein Birnbaum gründeten, hatten sie keine Vorstellung davon, was sich in den darauffolgenden Jahrzehnten ereignen würde. Bereits 1902 wurde eine Fahne angeschafft und bis zum ersten Weltkrieg wurden alle bedeutenden Feste wie Geburtstagsfeier des Prinzregenten, Thronbesteigung von König Ludwig III und ähnliches gefeiert. Nach dem ersten Weltkrieg ging es langsam wieder aufwärts, während des zweiten Weltkrieges musste der Verein ruhen. Erst 1958 fand die Neugründung statt, auch die Fahne fand sich wieder, diese wurde während des Krieges versteckt aufbewahrt. Ein Kriegerdenkmal wurde errichtet, Friedenswallfahrten fanden statt und 1974 gab es die Umbenennung in Krieger- und Soldatenkameradschaft. Zahlreiche Veranstaltungen gab es in all den Jahrzehnten, die Ausflugsfahrten sind schon legendär und auch die Tagesfahrten zu den Bundeswehrstandorten und ehemaligen Konzentrationslagern gehörten für die Birnbaumer Krieger zum Vereinsleben dazu. 1984 übernahm Horst Kotschenreuther das Ruder als erster Vorsitzender und führt den Verein bis heute. Es gab in all den Jahren viele schöne Stunden, aber auch leider den Verlust verdienter Mitglieder. Auch lässt der Nachwuchs zu wünschen übrig, deshalb appellierte der Vorsitzende an alle jüngeren Bürger, sich zu engagieren, denn das Ehrenamt macht zwar Arbeit, aber es gibt auch viel zurück.
An diesem Jubeltag fanden sich viele befreundete Kameradschaften aus dem Bezirk Frankenwald/Obermain auf den Höhen des Frankenwaldes ein, um mit der Krieger- und Soldatenkameradschaft Birnbaum zu feiern. Eine lange Kirchenparade zog zur Pfarrkirche St. Stephanus, wo Pfarrer Richard Reis den Festgottesdienst zelebrierte. Neben den Glückwünschen für den Verein führte er auch aus, dass dieser seit 125 Jahren Geschichte schreibt und damit auch etwas an die Menschen zurückgeben will. Die Gründung beruht darauf, Gemeinschaft zu erleben, Kameradschaft, gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit, wo es immer wieder erschreckende Nachrichten gibt, sollte man an diese Werte wieder denken. Die Kriegervereine sind keine Kriegstreiber, sondern sie stehen für den Frieden ein. Nur gemeinsam kann dies erreicht werden und wenn der Friede gepflegt wird, dann wird auch der Gott des Friedens mit ihnen sein. Nach dem Gottesdienst schloss sich die Totenehrung am Kriegerdenkmal an, wo man eine Blumenschale niederlegte. Unter den Klängen des „Guten Kameraden“ gedachten die Mitglieder der Soldatenkameradschaften, die Birnbaumer Vereine und die Bevölkerung der gefallenen Soldaten der Weltkriege.
Festkommers und Unterhaltung
Nach dem feierlichen Gottesdienst zog der lange Zug der Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen, den Ehrengästen und der Musik von der Kirche zum Festzelt, wo sich ein kleiner, ziemlich lockerer Festakt anschloss. Nach seiner Begrüßung gab Vorsitzender Horst Kotschenreuther einen kurzen humorvollen Rückblick über die Geschichte des Vereins, immer wieder gespickt mit kleinen lustigen Episoden. Umrahmt wurde der Festkommers und der anschließende Frühschoppen, der sich bis weit in den Nachmittag hinzog, vom Musikverein Birnbaum. Zum Festausklang spielte die Blaskapelle Edelweiß Tschirn auf. Bereits am Samstag hatte die Band „Revolution“ das Zelt zum Beben gebracht.
Wie Bürgermeister Sven Schuster in seinen Grußworten ausführte, sind 125 Jahre ein beeindruckendes Jubiläum. Sie stehen für Beständigkeit und Zusammenhalt. Die Kameradschaft pflegt Gemeinschaft, hält Erinnerungen wach und mahnt, die Opfer von Krieg und Gewalt nicht zu vergessen. Nur wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, leistet auch einen wichtigen Beitrag für die Zukunft. Gerade das Gedenken an gefallene und vermisste Kameraden erinnert daran, wie kostbar Freiheit, Sicherheit und Demokratie sind. Auch in der heutigen Zeit sind Soldatinnen und Soldaten Teil der Gesellschaft und verdienen Respekt und Anerkennung. Die KSK Birnbaum trägt dazu bei, sie schlägt eine Brücke zwischen den Generationen, bewahrt Traditionen, stärkt das Miteinander im Ort und gibt dem Gedenken einen würdigen Rahmen. „Der Verein lebt nicht allein von seiner Geschichte, sondern von den Menschen, die ihn mit Leben füllen, von Mitgliedern, die Verantwortung übernehmen und von den vielen Helfern, die anpacken“, betonte Sven Schuster und sagte im Namen der Marktgemeinde Steinwiesen ein herzliches Vergelt’s Gott.
Auch für Landrat Klaus Löffler war es wichtig, dem Jubelverein Danke zu sagen. Man spüre den Zusammenhalt, die Wertschätzung des Erbes auch in einer schwierigen Zeit. Gerade die Vereine tragen dazu bei, dass Heimat noch etwas bedeutet, dass es starke Dorfgemeinschaften gibt, dass man diesen Stolz auch nach außen trägt. Löffler dankte Horst Kotschenreuther für sein jahrzehntelanges Engagement und betonte, wie wichtig es sei, dass die Arbeit im Verein weitergeht, dass sich junge Leute mit einbringen und so den Zusammenhalt weiterführen. Geschenke gab es von Bürgermeister Sven Schuster, Landrat Klaus Löffler und den örtlichen Vereinen.
Ehrung für Horst Kotschenreuther
Der stellv. Präsident der Bayerischen Krieger- und Soldatenvereinigung (BKV) sowie Bezirks- und Kreisvorsitzender Gottfried Betz betonte, dass 125 Jahre Bestehen auch 125 Jahre Einstehen für Frieden und Freiheit, für soldatische Tugenden und gelebte Kameradschaft ist. Das Gedenken an die gefallenen Kameraden werde hochgehalten, aber man blicke auch in die Zukunft. Er schloss mit den Worten „für Gott, Heimat und Vaterland“.
Eine Ehrung konnte Betz vornehmen. Horst Kotschenreuther ist nun seit 1984 Vorsitzender des Vereins. 42 Jahre lang führt er die Krieger- und Soldatenkameradschaft bereits durch Höhen und Tiefen. Es gab oft Sorgen, Ängste, auch mal Ärger, aber die positiven Ereignisse, die Freuden, die Freundschaft und Kameradschaft überwiegen. Nun wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt, mit Urkunde in Würdigung und Anerkennung der außergewöhnlichen und langjährigen Verdienste. Und was war die Antwort des geehrten Horst Kotschenreuther? „Jetzt bin ich Ehrenvorsitzender, nun ist es Zeit, einen neuen Vorstand zu suchen“, meinte der Geehrte.