Schulunterricht einmal anders - Heimatgeschichte an der Teichmühle hautnah erlebt

23. Juli 2026: 3. Klassen begeistert vom Blöchla-Wettbewerb

Steinwiesen, sd. Die historische Teichmühle ist weit über die Grenzen des Landkreises und des Frankenwaldes bekannt als Museumsmühle, die für Besichtigungen und Schneidvorführungen geöffnet ist. Aber nicht nur für Urlauber oder wissbegierige Besucher, sondern auch für Schulklassen ist die Historie und Bedeutung des Gebäudes auch heute noch sehr interessant.
Im Rahmen ihres Unterrichts fanden sich die beiden dritten Klassen der Grundschule Steinwiesen mit ihren Lehrern Moritz Büttner und Pauline Hohenberger bei der Teichmühle ein. 35 Schüler und Schülerinnen standen erwartungsvoll auf dem Vorplatz und waren gespannt, was sie erwartete. In zwei Gruppen aufgeteilt machten sie sich dann daran, zusammen mit den Mühlenführern Hans Götz und Bruno Beierlorzer die Mühle, ihre Funktion und Geschichte zu erkunden. Von der schweren Arbeit der Schneidmüller und ihrem Leben wissen sie noch  nicht viel, doch das sollte sich nach diesem „Unterricht“ ändern. In anschaulichen, kindgerechten Erläuterungen schaffte es Bruno Beierlorzer, die Kids zu begeistern. Die einzelnen Arbeitsgeräte, das Mühlrad und vor allem die Säge weckten das Interesse. Schneidmüller Martin Unglaub führte das königlich-bayerische Eisenvollgatter vor. „Ganz schön laut, aber super interessant“, so die einhellige Meinung. Die kleine Müllerswohnung, die kargen Lebensbedingungen, aber auch die tolle Natur und ein herrlicher Platz für Kinder zum Toben und Spielen interessierten die Drittklässler besonders. Der Höhepunkt des Tages aber war der Blöchla-Wettbewerb. Begeistert begleiteten sie Hans Götz hinauf zum Stauwehr, trugen den Wehrhaken und ihre „Blöchla“, kleine Holzstämmchen, die sie beim Wehr zu Wasser ließen. Nun kam es drauf an, welches Blöchla sich durch setzte und zuerst unten an der Mühle ankam. Hier wartete schon Rolf Menke mit seinem Haken darauf, diese Holzstücke aus dem Wasser zu fischen. Jedes trug eine Nummer und konnte einem Kind zugeordnet werden. Es gab zwei Vorentscheidungen mit jeweils zwei Gruppen und einen Hauptlauf, bei dem die besten acht gegeneinander antraten. Die Spannung war groß, als die Blöchla nach und nach ankamen, die beiden ersten lieferten sich sogar einen ganz engen Kampf. Am Ende konnten sich die Blöchla von Amy Kübrich auf Platz 1, Sophia Ebertsch, Platz 2 und Luis Wunder auf Platz 3 durchsetzen. Alle drei erhielten eine Urkunde und freuten sich über ihren Sieg. Ein sehr lautes, inbrünstiges „Danke“ der Schüler und Schülerinnen schloss die tolle Unterrichtsstunde an der Teichmühle ab.

Für den Vorsitzenden des Mühlenvereins, Hans Götz, war der Besuch aus der Grundschule ein sehr erfreuliches Ereignis, zeigt es doch das Interesse an der Heimat und der Geschichte „Ihr habt so einiges gelernt, wie es früher hier zuging und wie schwer die Arbeit war“, meinte Götz. Er betonte, dass man immer wieder gerne Gruppen die Teichmühle näherbringe, egal ob es Kinder oder Erwachsene seien. Und dass man auch immer wieder die Begeisterung der Besucher spüre, die hier eintauchen in eine andere Welt, die viele so nicht mehr kennen.

Zur Hochzeit der Flößerei Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Bereich Steinwiesen 16 Mühlen. Der Ort hatte im Frankenwald die höchste Mühlendichte und die meisten Mühleninteressenten. Über 300 Mühlen-Anteilseigner gab es damals in Steinwiesen. Kein weiterer Ort des heutigen Landkreises Kronach hatte mehr sogenannte Interessenten an Mühlenanteilen.